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Mach’s gut, altes Haus!

Die Katholische Landjugendbewegung Paderborn verabschiedet sich von ihrem Bildungshaus in Hoinkhausen. Aktive und ehemalige Mitglieder erinnern sich an gemeinsame Stunden in dem früheren Pfarrhaus des Dorfes.

Ade Hoinkhausen! Aktive und ehemalige Mitglieder trafen sich zum gemeinsamen Abschiednehmen. (Foto: Otte)

Ideen ausbrüten, Freundschaften schließen, gemeinsame Positionen beziehen und natürlich auch die eine oder andere Flasche Wein – an das erinnern sich aktive und ehemalige Mitglieder der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Paderborn, wenn sie Hoinkhausen hören. Über 35 Jahre diente das ehemalige Pfarrhaus in Rüthen-Hoinkhausen der KLJB Paderborn als Ort für Jugendfreizeiten, Tagungen und Seminare.

Abschied nehmen

Am vergangenen Wochenende hieß es nun Abschied nehmen. Aktive und Ehemalige erinnerten sich auf der Tenne, vorm Kamin und in der benachbarten Pfarrkirche an ihre Zeit in dem Haus. Mitte des Monates übergibt die Landjugend die Schlüssel dem Salvator Kolleg Hövelhof, einer Einrichtung des Caritasverbandes. Sie wird das Gebäude zu einer Wohnstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung umwandeln. (Das Wochenblatt berichtete in Folge 16/2017).

Landwirte erinnern sich

Über 120 aktive und ehemalige KLJBler aus dem ganzen Bistum kamen am vergangenen Sonntag noch mal nach Hoinkhausen. Beim Festgottesdienst in der benachbarten St. Pankratius Pfarrkirche ließ Diözesanseelsorger Alexander Plümpe den Anwesenden noch einmal Zeit, sich zu erinnern. Manche der Gäste traten vor und erzählten von ihren Lieblingsplätzen in dem Fachwerkhaus. Beliebt war vor allem der Platz vor dem Kamin. Jemand anders erinnert sich an den Garten.

Zu den Fürbitten brachten KLJBler Gegenstände zum Altar, die sie mit dem Haus verbinden. Sie reichten vom Stück Holz für die Gemütlichkeit am Kamin, über eine Flasche Wein für die Lebensfreude im Haus bis hin zur Mustersatzung als Symbol für die Diskussionen im Haus. Diese Debatten drehten sich auch um die Landwirtschaft.

Ende der 1980er- und in den 1990er-Jahren trafen sich mindestens ein Mal im Jahr Vertreter der Grünen Arbeitskreise der KLJB im Haus. Sie stimmten gemeinsame Postionen zur Landwirtschaft ab. „Hoinkhausen war für mich ein Ort zum Diskutieren, aber auch zum gemeinsamen Kochen. Einfach dafür da, selbstständig zu sein“, sagte Heinz-Georg Büker, Landwirt aus Erwitte-Weckinghausen. „In diesem Haus sind lebenslange Freundschaften entstanden“, betonte Antonius Tillmann, Landwirt aus Warburg-Bonenburg.

Dank gilt auch dem Dorf

Sarah Schulte-Döinghaus, Vorsitzende der KLJB, dankte den Hoinkhäusern für ihre Rücksicht, wenn es mal lauter wurde. Sie erwähnte, dass das Haus drei Mal renoviert wurde. Dabei packten viele KLJBler mit an. Beim gemeinsamen Essen tauschten sich Alt und Jung über ihre Zeit im Haus aus. Im Anschluss konnten sie im Meditationsraum die Seele baumeln lassen und sich Fotos aus drei Jahrzehnten Landjugendleben im Haus anschauen. Als Andenken konnte jeder Gast noch ein Foto mit dem Haus schießen lassen. pat

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