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Brauch des Monats: „Kroamstuten“ bringen

"Kroamstuten bringen" ist ein Brauch im Münsterland und Emsland. Foto: B. Lütke Hockenbeck

Nicht nur rund ums Heiraten, auch rund ums Kinderkriegen gibt es reichlich regionale Bräuche. So auch das „Kroamstuten wegbringen“. Der Kroamstuten, je nach Region auch Weggen, Kilmerstuten oder Kilberstuten genannt, ist ein überdimensionales Weißbrot, das der Mutter nach der Geburt eines Kindes überreicht wird.

Ursprünglich sollte sie damit wieder zu Kräften kommen. Rezeptvariationen gibt es einige, oft ist der Stuten ein einfaches Hefeteigbrot mit Rosinen. In einigen Regionen richtet sich die Brotgröße nach der Anzahl der Kinder. Beim Erstgeborenen ist der Stuten einen Meter lang, beim zweiten Kind zwei Meter, und so weiter. Die Männer und Frauen, die den Stuten überreichen, tragen gern schwarze Anzüge, Holzschuhe, Zylinder und ein blaues oder rotes Halstuch – je nach Geschlecht des Kindes.

Heute übernehmen Kegelclubs, Nachbarschaften, Vereine oder Freundeskreise diese Tradition. Und wie es so oft bei Bräuchen der Fall ist, bleibt auch hierbei selten jemand durstig: Mit einem Schnapsglas um den Hals zieht die Gruppe durch die Nachbarschaft, singt und lässt sich den ein oder anderen Hochprozentigen einschenken.