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Wochenblatt-Texte in Weltsprache

Das Wochenblatt hat einen Übersetzer. Unentgeltlich und zum eigenen Vergnügen verwandelt unser Leser Manfred Retzlaff so manchen Beitrag in die Kunststprache Esperanto. Kostprobe gefällig?

Esperanto zeigt Flagge: Die grüne Fahne mit Stern gibt es seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Foto: Fotolia.com

Unentgeltlich und zum eigenen Vergnügen verwandelt unser Leser Manfred Retzlaff so manchen Beitrag in die Kunststprache Esperanto. Kostprobe gefällig?

"Multegaj ja nuntempe estas
rimedoj kontra˘u la lacec’,
sed la plej bonaj ˆciam restas
la dormo kaj la dikha˘utec’."

Was für deutsche Augen aussieht wie Ungarisch oder vielleicht Portugiesisch, ist Esperanto. Ludwik Lejzer Zamenhof (1859 - 1917), ein polnischer Augenarzt, entwickelte diese Sprache. Seine Idee: Mit einer neutralen Sprache, die so geschrieben wird wie man sie spricht, können sich Menschen auf der ganzen Welt verständigen. Zahmenhofs Plan ging nicht ganz auf.

Lesen Sie auch das "Agronomia Semajnfolio"?

Esperanto ist keine Weltsprache geworden. Aber es gibt auf der ganzen Welt Menschen, die sich bis heute für Zahmenhofs Sprache begeistern. So auch Manfred Retzlaff (Manfredo Ratislavo) aus Oelde im Kreis Warendorf. In den 1970er Jahren lernte der Sprachinteressierte als Mitarbeiter bei der Deutschen Bahn durch Arbeitskollegen Esperanto kennen. Aus Neugier wurde Leidenschaft. Seither übersetzt der inzwischen 76-jährige Manfred Retzlaff in seiner Freizeit Texte in Esperanto, darunter auch Beiträge aus dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt (Agronomia Semajnfolio).

Der Hobbyübersetzer schickte der Redaktion einen mehrseitigen Fachbeitrag über Rhododendronkrankheiten aus dem Wochenblatt in Esperanto - sogar die Bildzeilen waren transferiert! "Ich lese das Landwirtschaftliche Wochenblatt immer bei meinem Schwager, der Landwirt in Benteler bei Wiedenbrück ist. Ich habe es mir aber auch schon mal selbst gekauft", erläutert Retzlaff. Besonders angetan haben es ihm neben Fachbeiträgen auch die Gedichte von Heinrich Neye, die seit Jahrzehnten zum Kulturprogramm im Wochenblatt gehören.

Wie Heinrich Neye die Gedichtzeilen vom Anfang dieser Meldung aufgeschrieben hat, sei an dieser Stelle verraten:

"Es gibt zwar viel, sich wach zu halten,
doch was noch stets ins Schwarze traf,
das sind die Mittel unsrer Alten:
Ein dickes Fell und reichlich Schlaf." La