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Wie kam Luther in die Dörfer?

Gemeinschaftsprojekt vom Wochenblatt und der Universität Münster: Geschichtsstudenten haben die Reformation auf dem Land erforscht und eine Artikelserie verfasst, die in dieser Woche im Wochenblatt startet.

Martin Luther um 1539 – das Portrait ist derzeit im Klostermuseum in Lichtenau-Dalheim ausgestellt. Foto: Foto: Ahlbrand-Dornseiff/LWL

Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ hat eine Fülle an Ausstellungen, Buchpublikationen und Gedenkveranstaltungen hervorgebracht. Eine Frage wird aber eher selten gestellt: Was passierte damals eigentlich in den Dörfern – zum Beispiel in Westfalen? Wo und wie setzte sich auf dem Land die „neue Lehre“ Luthers durch? Hatte die Reformation in den Dörfern Bestand? Oder wurde sie dort wieder zurückgedreht? Warum eigentlich gab es keinen Bauernkrieg in Westfalen?

Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt einer Artikelserie, die das Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben von dieser Woche an publiziert. Das Besondere: Die Beiträge wurden von Studierenden der Universität Münster im Rahmen eines historischen Praxisseminars recherchiert und verfasst.

Das Seminar wurde von einem Duo durchgeführt:

  • Werner Freitag, Professor für westfälische Landesgeschichte an der Universität Münster und Autor des Buches „Die Reformation in Westfalen“ (Verlag Aschendorff Münster), hat für solide Fachkenntnis sowie für Hinweise auf regionale Themen, Orte und verborgene Quellen gesorgt.
  • Gisbert Strotdrees, Journalist und Buchautor, hat den Studierenden erklärt, wie man über etwas interessant schreiben kann, das vor Jahrhunderten passiert ist: Wie können komplexe historische Zusammenhänge allgemeinverständlich und auch lesbar vermittelt werden? Wie sieht eine fesselnde Überschrift aus? Warum mögen Leser keine Bandwurm-Sätze?

Mönche, Ackerbürger, Landpfarrer

Im Praxisseminar an der Universität Münster, Abteilung für Westfälische Landesgeschichte, haben die Studierenden ungewöhnliche, wenig bekannte Funde aufbereitet. Die Chronik des Klosters Böddeken zählt dazu ebenso wie Altarkunst in Dorfkirchen der Soester Börde oder Inschriften an Ackerbürgerhäusern in Wiedenbrück.

Ganz gewöhnliche westfälische Dörfer wie Erle, Bruchhausen oder Valdorf stehen im Mittelpunkt der Serienbeiträge. Sie erzählen von entsetzten Mönchen, einflussreichen Landadligen, wohlhabenden Ackerbürgern und Armenhäusern im Dorf – oder auch von Landpfarrern, die seinerzeit das Zölibat in den Wind schlugen.

Die Serie startet in der aktuellen Ausgabe des Wochenblattes für Landwirtschaft und Landleben, Folge 43/2017, vom 26. Oktober 2017.

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