Wie Discounter ihre Marktmacht ausgebaut haben - und wohin sie sich entwickeln werden

Jahrelang ging es bei Deutschlands Discountern nur in eine Richtung: nach oben. Doch Corona hat das Wachstum gestoppt. Wohin entwickeln sich Aldi, Lidl und Co.?

Dieser Beitrag ist zuerst in der Lebensmittel Praxis erschienen.

Die kleine Raupe Nimmersatt – diese Kinderbuchfigur hat vieles mit den Discountern in Deutschland gemeinsam. Tag für Tag frisst sich die Raupe durch verschiedene Lebensmittel, bis sie satt ist, um sich dann in einen wunderschönen Schmetterling zu verwandeln. Die ersten Läden der Albrecht-Brüder, die den Grundstein für Discount gelegt haben, waren aus der Not der Nachkriegszeit geboren. Spartanisch eingerichtet, Schnelldreher zu günstigen Preisen, möglichst wenig Personal. In der Anfangszeit verzichtete man sogar auf die Preisauszeichnung, die Kassiererinnen mussten die Preise auswendig kennen. Die Albrechts hatten einen ungeheuren Hunger auf Wachstum.

Ein Discounter wächst

Im Zuge der Expansion haben die Brüder das Land in Aldi Süd und Aldi Nord aufgeteilt und immer neue Sortimente aufgenommen – und damit den Lebensmittelhandel bei uns entscheidend geprägt. Ab den 2000er-Jahren startete die Transformation: Die Filialen haben sich aufgehübscht, Backstationen eröffnet, die Zahlungsvorgänge optimiert. Zu Weihnachten 2020 konnte man sich bei Aldi Süd mit Entenkeulen von Käfer, Steaks vom irischen Weiderind und Lachs-Carpaccio samt Champagner eindecken. Ebenso hätte man solche oder ähnliche Delikatessen bei Lidl oder Netto Marken-Discount kaufen können.

Immense Marktmacht

Der Discount ist zu einer immens wichtigen Marktmacht herangereift. In keinem anderen Land der Erde ist der Anteil so hoch wie bei uns: Zum Jahresende 2019 vereinten die Discounter 43 Prozent der Umsätze im gesamten Lebensmittelhandel auf sich (nach GfK, Consumer Panel). Die Verbraucher ließen 2019 rund 84 Milliarden Euro an den Discount-Kassen (TradeDimensions).

Doch dann kam Corona. Und – hoppla! – der Kunde orientierte sich um, wollte alle Einkäufe lieber an einem Ort erledigen. Zwar stürmten die Verbraucher bei ihrer Suche nach Toilettenpapier und Hefe auch zu Penny und Norma, aber noch häufiger luden sie sich bei Edeka, Rewe oder Globus die Einkaufswagen voll. Ist der Siegeszug der Discounter damit gestoppt?

Haben Discounter eine Perspektive?

Sicher...


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