Statement einer Landfrau

„Schachmatt für Familienbetriebe“

Annegret Langehaneberg aus Coesfeld gab beim Bäuerinnenforum des Deutschen Landfrauenverbandes einen Einblick in die Lage auf dem Betrieb der Familie. "Unsere Existenz ist bedroht", sagt sie.

Die Langehanebergs betreiben Ackerbau und Schweinehaltung im geschlossenen System. Der älteste ihrer drei Söhne steht nach Ausbildung und Studium in den Startlöchern. Die 54-jährige Landfrau bekam für ihr Statement beim Bäuerinnenforum viel Zuspruch.

Hier lesen Sie Auszüge:

"Wir stehen mit dem Rücken zur Wand"

„Bislang sind wir immer ganz gut klar gekommen mit den Vorgaben, die uns der Schweinemarkt gemacht hat, mit den Höhen und Tiefen. Seit geraumer Zeit aber stehen wir mit dem Rücken zur Wand! Ein Gefühl wie Schachmatt! Unsere Existenz steht auf dem Spiel. Wir sollen und wir wollen uns verändern. Aber für einen Stall für die Tierwohlstufen 3 oder 4 bekommen wir keine Genehmigung. Obendrein ist die Abnahme von Schweinen der Haltungsstufen 3 oder 4 für uns nicht gegeben.

Viel mehr Zielkonflikte und Unsicherheit zwischen Baurecht und Tierwohl, zwischen Wollen und Dürfen, zwischen nachhaltigem Handeln und Ordnungsrecht, zwischen Borchert-Plan und Finanzierbarkeit kann Politik ja wohl nicht hinterlassen! Die Situation ist ausweglos! Erschwerend wirkt, dass der Schweinemarkt seit Frühjahr 2020 am Boden liegt. Desaströse Preise seit mehr als eineinhalb Jahren. Ganz unverschuldet verlieren wir nun Substanz. Wie sollen wir da einen neuen Stall finanzieren?

"Es trifft uns in Mark und Bein"

Und als wäre das alles noch nicht genug, kommt noch hinzu, dass die Schweinehaltung in Deutschland pauschal schlechtgeredet wird. Das geht an keinem in unserer Familie spurlos vorbei. Sind Schweinehalter in Deutschland nicht mehr gewollt? Es trifft uns in Mark und Bein!

Mangelnde Planungssicherheit und Perspektivlosigkeit hinterlassen Spuren in unserem Betrieb. Es kommt zu einem Investitionsstau. Die Enttäuschung über all das ist vor allem unserem Sohn immer wieder anzumerken. Wie lange hat er noch die Motivation und Kraft, Landwirtschaft mit Schweinehaltung als seine Zukunft zu begreifen? Schach: Das hier ist aber kein Spiel! Nun sind Sie am Zug, liebe Politiker! Es muss Schluss sein mit noch mehr Bauernopfern. Helfen Sie uns, die Schweinehaltung in Deutschland zu erhalten!“

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