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Rasen: Sand für satteres Grün?

In einigen Fällen ist Sand zur Rasenpflege sinnvoll. Er ist jedoch unbedingt mechanisch einzuarbeiten. Foto: E. Budde

„Bringen Sie 1 bis 2 cm Sand nach dem Vertikutieren auf die Rasenfläche auf. Spätestens nach zwei Wochen sprießt das Grün wieder kräftig.“ Eine Empfehlung dieser Art zur Rasenpflege erreichte die Wochenblatt-Redaktion vor Kurzem als Pressemitteilung und ist seither mehrfach in Zeitschriften und im Internet zu lesen. Das macht stutzig, denn wer nachrechnet, kommt auf zwei Putzeimer Sand pro m2, die demnach auf dem Rasen zu verteilen sind. Die Grasfläche würde sich somit in einen großen Sandkasten verwandeln.

Sandschicht belastet Gräser

Dieser Tipp klingt nicht nur merkwürdig, er tut auch den Gräsern nicht gut, wie Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender der deutschen Rasengesellschaft, erklärt: „Eine so große Sandmenge auf dem Rasen wirkt wie eine Isolierschicht, durch die sich die Gräser durchkämpfen müssen.“ Zudem verhindern die großen Sandporen den Wasseranstieg von unten und lassen die oberste Bodenschicht mit der Zeit austrocknen.

Mechanisch einarbeiten

Bei lehmigen Böden ist das Besanden jetzt im Frühjahr durchaus sinnvoll, denn dies fördert die Wasser- und Luftdurchlässigkeit. Der Rasenfilz verringert sich auf diese Weise. Jedoch sollte der Sand keinesfalls, wie aus der Empfehlung zu schließen, einfach liegen gelassen werden. „Stattdessen ist der Sand unbedingt mechanisch in die obere Bodenschicht einzuarbeiten“, betont Dr. Klaus Müller-Beck.

So machen es die Profis

Auf Golf- und Fußballplätzen helfen hierbei sogenannte Aerifizierer. Diese Belüftungsgeräte stanzen aus dem Rasen bis zu 400 dünne Löcher pro m2. Der mit speziellen Besandern ausgebrachte, gewaschene Quarzsand wird dann mit Hilfe von Schleppnetzen oder besonderen Rasenbürsten in die bis zu 8 cm tiefen Bodenlöcher verteilt. Im Gegensatz zu der in der Empfehlung genannten Menge von zwei Eimern, verwenden die Profis dabei meist nicht mehr als einen halben Eimer Sand pro m2.

Heimischen Rasen besanden

Für den heimischen Rasen gibt es spezielle Handgeräte, mit denen sich nach dem Vertikutieren die Bodenlöcher ausstanzen lassen. Der gleichmäßig verstreute, trockene Sand ist dann mit einem Straßenbesen oder Laubrechen in die Löcher einzukehren.

Generell empfiehlt der Experte: Vor starker mechanischer Belastung, wie dem Vertikutieren oder dem Aerifizieren, sollten die Gräser gut wüchsig sein. So verheilen die „Schäden“ danach deutlich schneller. Daher rät er, den Rasen ein bis zwei Wochen vor dem Eingriff zu düngen. Elisabeth Budde