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Neuer Agrarstammtisch für Frauen

Albert Rohlmann erklärte die Abläufe der Schweinemast – selbstverständlich im Stall. Denn Praxis schreibt sich beim Agrarstammtisch der Landfrauen groß. Foto: Kopf

12.09.2017 . Bei den Landfrauen im Kreis Steinfurt/Tecklenburger Land gibt es seit Neustem einen Agrarstammtisch für Landfrauen.

Der Vorschlag für den Stammtisch kam von Sabine König, Sabine Bäumer, Hedwig Strotmeier-Spieker und Marlies Oslage aus dem Vorstand. Denn ihr Eindruck ist, dass auf Versammlungen der landwirtschaft­lichen Ortsvereine fast nur männliche Berufskollegen anzutreffen sind. Speziell für Frauen gebe es ihrer Ansicht nach zu wenig Gelegenheiten, sich über Landwirtschaft und ihre Höfe auszutauschen. Obwohl Frauen ebenso wie die männlichen Berufskollegen von den aktuellen Problemen auf den Höfen betroffen sind, unterstreichen die Organisatorinnen.

Komlexe Themen praxisnah aufbereitet

Die Themen, die hier im wahrsten Wortsinne auf den Tisch kommen, sind keine leichte Kost. Sie drehen sich um die aktuelle Agrarpolitik, Tierhaltung, Pflanzenzucht, Erneuerbare Energien und Management. Genau hier setzt der Agrarstammtisch an. Er will komplexe Themen verständlich an die Frau bringen. Das Angebot ist für Bäuerinnen und Landfrauen, die nicht vom Hof kommen.

Zum Start des neuen Stammtisches ging es Dienstag vergangener Woche zum Schweinemastbetrieb von Albert und Hedwig Rohlmann in Hörstel. Thema war „die Auswirkung der Fütterung auf die Umsetzung der Düngeverordnung“ (DVO). Denn die neuen Auflagen bringen Probleme für manchen: Sperrfristen, Nährstoffbilanzen und Investition in neue Technik. 30 Landfrauen mit und ohne eigenen Hof waren dabei.

Praxis an erster Stelle

Beim Hofrundgang demonstrierte Albert Rohlmann, dass er immer wieder an Stellschrauben dreht, um die Fütterung wegen der DVO zu optimieren. Diesen komplexen Zusammenhang veranschaulichte  der eingeladene Fachreferent Dr. Gerhard Stalljohann von der Landwirtschaftskammer. Er griff u. a. die Vorgabe Stoffstrombilanz aus der DVO heraus. Landwirte haben die Auflage, genau zu dokumentieren, welche Nährstoffe in den Betrieb gelangen und welche ihn etwa als Gülle verlassen. Je mehr Nährstoffe das Tier in Form von Muskeln umwandelt und nicht ausscheidet, umso besser für die Bilanz und das Wachstum, erklärte er simpel. Vertieft wurden die Gespräche beim gemütlichen Teil des Abends. rk

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