„Nachbarschaftskonzerte“ auf dem Land

Bilanz einer Wochenblatt-Aktion: Sommerklänge in der Nachbarschaft

Gemeinsam mit dem Wochenblatt hat der Musiker Sebastian Netta aus Münster in diesem Sommer 20 „Nachbarschaftskonzerte“ im ländlichen Westfalen auf die Beine gestellt. Das Publikum war begeistert.

Die Bühne ist kaum größer als ein Wohnwagen, sie lässt sich rasch aufbauen – und dann kann es auch schon los­gehen: In Zusammenarbeit mit dem Wochenblatt hat der Musiker Sebastian Netta aus Münster in diesem Sommer 20 „Nachbarschaftskonzerte“ im ländlichen Westfalen auf die Beine gestellt. Seine Bonsaibühne stand auf Streuobstwiesen und Hofplätzen, auf Feldern und am Waldrand – oder auch mal auf einem Dorfplatz. Zwischen 40 und 100 Gäste konnten dort jeweils den Chansons, Jazzstücken und Volksliedern lauschen, die ­Sebastian Netta mit wechselnden Musikern präsentierte.

Bereits im September des vergangenen Corona-Jahres hatte eine Premiere in Henglarn, Kreis Paderborn, stattgefunden. Das erste „Nachbarschaftskonzert“ des Wochenblattes, als Dankeschön an die örtlichen Landfrauen, war dort auf ein begeistertes Publikum gestoßen. Das Konzept hat eine Reihe öffentlicher und privater Förderer überzeugt. So wurden die Konzerte dieses Sommers gefördert von

  • der Stiftung LV Münster,
  • der Stiftung Westfälische Landschaft,
  • der Kulturabteilung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL),
  • der regionalen Kulturförderung des Landes NRW.

Die ungewöhnliche Konzertreihe wurde im Frühjahr dieses Jahres im Wochenblatt angekündigt. Es meldeten sich etliche Vereine, Nachbarschaften und soziale Einrichtungen aus Dörfern, Bauerschaften und kleinen Orten ­zwischen dem Niederrhein und dem Delbrücker Land, zwischen der Soester Börde und dem nördlichem Münsterland.

Sie haben im Hintergrund die jeweilige Organisation übernommen: von den Absprachen mit dem örtlichen Ordnungsamt bis zur Ein­ladung an Nachbarn, Vereinsmitglieder oder andere Gäste. „Eine groß aufgezogene öffentliche Werbung fand bewusst nicht statt, der Zuhörerkreis sollte überschaubar bleiben“, erläutert Sebastian Netta die Grundidee der Nachbarschaftskonzerte. Sie sind auf ein durchweg positives Echo gestoßen, wie un­sere Auswahl der Zuschriften und Fotografien zeigt.

In Lippramsdorf, Kreis Recklinghausen, fand das Konzert auf einer Streuobstwiese zwischen der Kirche und dem Lambertusstift statt. (Bildquelle: Gerding)

EIN GANZ BESONDERER ABEND
„Wir sagen ,Danke‘ für einen ganz besonderen Abend, denn wir waren glücklich, dass wir mit 50 Menschen zusammenkommen durften und in eine andere Welt eintauchen konnten. Wir konnten unter freiem Himmel besonderen Klängen lauschen und das Beisammensein genießen. Und auch das Wetter meinte es gut mit uns. Die ersten Tropfen fielen, als der Abbau so gut wie beendet war. Wir haben das Konzert im Vorfeld so angekündigt, dass das Wochenblatt mit dieser Aktion die Menschen auf dem Lande beglücken möchte, und wir können ­sagen: dieses Ziel wurde erreicht!“

Dagmar Huesmann und Mechthild Gerding, Lippramsdorf

In Hoetmar auf dem Hof Schweck.

TRÄNEN DER RÜHRUNG
„Ein herzliches Dankeschön für das Livekonzert auf unserem Hof in Hoetmar. 80 Gäste waren eingeladen. Groß und Klein, Jung und Alt kamen seit langer Zeit mal wieder zusammen und waren von der Musik und dem Gesang begeistert.
Auf der kleinen Bühne fanden sich drei Männer mit Schlagzeug, Kontrabass und Keyboard ein und spielten Volksweisen im neuen Arrangement. Und die Sängerin begeisterte mit ihrer Stimme. Man sah Tränen der Rührung in den Augen mancher Zuhörer.
Mit ,Die Gedanken sind frei‘ ­endete der schöne Nachmittag musikalisch. Für die Hauptak­teure gab es viel Beifall!
Die Nachbarn freuten sich, nach langer Zeit mal wieder ausgiebig Unterhaltung pflegen zu können. Mit Leckereien vom Grill, Salaten und Brot sowie kühlen Getränken klang das Nachbarschaftsfest am Abend aus. Vielen Dank für dieses besondere Event!“

Mechthild und Alfred Schweck, Hoetmar

Zogen mit der Bonsaibühne durch Westfalen (von links nach rechts): Sebastian Altekamp (Klavier), Ruud Ouwehand (Kontrabass), Gaby Goldberg (Gesang) und Sebastian Netta (Schlagzeug und Organisator der Konzertreihe). (Bildquelle: Kossow)

TOLLE SACHE
„Es war wie nach einem Winterschlaf. Alle Nachbarn treten aus ihren Häusern und genießen es, bei Sonnenschein endlich wieder zusammen zu sein – eine tolle Sache.“

Rainer Kossow, Münster-Angelmodde

Kultur auf dem Land

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Das Wochenblatt bietet für diesen Sommer "Nachbarschaftskonzerte" an. Überschaubar, gemütlich, corona-konform: So könnte es auch bei Ihnen zugehen. Sie können sich bewerben!

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