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Gartenpraxis-Video

Kraftsparend Hecken schneiden

Heckenscheren mit langem Stiel und Akkubetrieb ermöglichen rückenfreundliches Arbeiten und sind vergleichsweise leicht. Wir haben vier Geräte ausprobiert. Unser Video zeigt die Einsatzmöglichkeiten der Scheren.

Die Frage nach seinem Lieblings-Gartengerät beantwortet Gärtnermeister Ferdinand Thormann prompt: die Akku-Heckenschere mit langem Stiel. Der Profi findet sie unentbehrlich, denn: „Mit dem langen Stab kann ich die Schere an der Hecke hoch- und herunterführen und muss mich kaum strecken oder bücken. Das spart auf Dauer viel Kraft“, nennt er den größten Pluspunkt des Gerätes. Ein weiterer Vorteil liegt auf der Hand: Stab- und Teleskopscheren sind nützlich zum Schneiden der höher gelegenen Heckenabschnitte und der Heckenkrone. Mit diesen Eigenschaften kann eine Langstiel-Heckenschere ein konventionelles Gerät ersetzen. Eine spürbare Erleichterung ist nicht nur der lange Stiel, sondern auch der Akkubetrieb. Er macht die Scheren deutlich leichter als Benzinmodelle. Kabelsalat ist auch passé. Wir haben vier Akku-Langstiel-Heckenscheren ausprobiert. Unterstützt wurden wir dabei von Gärtnermeister Ferdinand Thormann. Er ist Ausbilder beim Bildungszentrum für grüne Berufe DEULA in Warendorf.

Langstiel-Heckenscheren haben einen abwinkelbaren Messerbalken. Um die Heckenkrone zu schneiden, stellt Gärtnermeister Ferdinand Thormann einen steileren Winkel ein als für den senkrechten Schnitt der Hecke.

Vier Modelle im Einsatz

Zwei Geräte haben einen festen Stab, nämlich Husqvarna 536LiHE3 und Stihl HLA65. Bei ihnen lässt sich das vordere Teil mit dem Schneidbalken einklappen. Das ist praktisch zum Transport und zur Aufbewahrung. Die einzige Schere mit Teleskopstiel war die Gardena THSLi-18/42. Beim Stiga Akku Multitool SMT24AE bildet der Akkublock samt Griffstange ein Grundmodul, auf das entweder die Heckenschere oder ein Hochentaster mit 20 cm Kettensäge aufgeschraubt wird. So entsteht also auch eine Stabheckenschere.

Nur eine Schere machte schlapp

Drei der vier Langstiel-Heckenscheren machten bei unserem Versuch ihre Sache gut oder befriedigend. Das vierte Gerät, die Teleskop-Schere von Gardena, war zu schwach und lieferte keine zufriedenstellenden Schnittergebnisse. Selbst dünne Zweige zeigten Risskanten, keine glatten Schnitte. Die besten Schneidergebnisse lieferten die Modelle von Stihl und Husqvarna. Ferdinand Thormann bemerkte beim Arbeiten mit Husqvarna etwas stärkere Vibrationen als beim Umgang mit der Stihl-Schere. Dafür ist die Schere nach seinem Empfinden leiser. Die Modelle von Stihl und Husqvarna haben kräftige Messer, die Zweige bis zu einem Durchmesser von 15 bis 20 mm locker durchtrennen. Vom Stiga-Modell hatte der Gärtner etwas mehr erwartet. Hier könnte das Messer besser sein, lautet seine Kritik. Für den saisonalen Einsatz im Privatgarten ist das Gerät geeignet. Um zu einem ähnlich guten Schnitt­ergebnis zu kommen wie bei Husqvarna und Stihl, muss der Nutzer die Stiga-Schere mehrmals auf- und abführen.

Vor dem Kauf probieren

Unser Fazit: Eine Langstiel-Heckenschere mit Akkubetrieb ermöglicht rückenschonendes, kraftsparendes Arbeiten. Allerdings ist die Handhabung gewöhnungsbedürftig. Deshalb sollten Interessenten vor dem Kauf ein Gerät zum Ausprobieren ausleihen. Wer sich mit der Pendelbewegung beim Schneiden anfreunden kann, wird die Arbeitserleichterung beim Heckeschneiden loben.

Den ausführlichen Beitrag mit Informationen zu den vier Langstiel-Heckenscheren und ihren Einsatzmöglichkeiten lesen Sie im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, Ausgabe 15 vom 12. April 2018.