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Kinder: Sicherer Umgang mit dem Smartphone

Ihr Kind soll möglichst sicher seine ersten Erfahrungen mit einem Smartphone sammeln können. Je nach Altersklasse gibt es verschiedene technische Möglichkeiten.

Eltern sollten den Umgang ihres Kindes mit dem Smartphone eng begleiten.

Smartphones üben eine große Faszination auf Kinder aus. Schon die Zwei- und Dreijährigen lieben es, sich darauf gemeinsam mit den Eltern Fotos oder Videos anzuschauen. Später kommen kleine Spiele oder kindgerechte Apps hinzu. Eltern sollten jeden dieser Schritte eng begleiten. Zusätzlich gibt es technische Möglichkeiten, den Umgang mit dem Smartphone möglichst sicher zu gestalten, wie Miriam Ruhenstroth von mobilsicher.de weiß.

Video-App „YouTube Kids“

Bei Videos ist die Plattform YouTube besonders beliebt. Doch hier laufen auch Filme, die Kindern besser verborgen bleiben sollten.

Miriam Ruhenstroths Empfehlung ist daher die App „YouTube kids“. Die Bedienung ist kindgerecht und die Video-Auswahl beschränkt sich auf Filme für Kinder – theoretisch zumindest. Denn nicht alle eingestellten Videos werden manuell überprüft. Um das Risiko zu minimieren, auf unangemessene Inhalte zu stoßen, sollten Sie die Suchfunktion in der App ausschalten. So kann Ihr Kind nur Videos bestimmter Kanäle sehen. Werbung läuft jedoch auch hier – es sei denn, Sie zahlen für ein Premium-Profil.

Altersklasse: fünf bis acht Jahre.

Das sagt die Expertin: „Auch mit dieser App sind Kinder nicht vollständig vor Videos mit unangemessenen Inhalten geschützt. Für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter ist sie dennoch eine gute Alternative zur herkömmlichen YouTube-Seite.“

Apps auf Bildschirm „feststecken“

Mit einer digitalen Stecknadel lassen sich Apps bei Android-Smartphones auf dem Bildschirm fixieren. Ist diese Funktion aktiviert, lässt sich das geöffnete Programm nur durch Eingabe eines Codes schließen. So können Sie Ihrem Nachwuchs für kurze Zeit Ihr Handy geben, ohne dass ihr Sprössling aus Versehen die App wechselt. Je nach Gerätehersteller heißt diese Funktion „Bildschirmfixierung“ oder „Fenster anheften“. Sie finden sie meist unter Einstellun­-gen im Bereich „Sicherheit“.

Altersklasse: drei bis fünf Jahre.

Das sagt die Expertin: „Wenn die Kinder bei der Autofahrt quengeln oder Sie kurz telefonieren müssen, ist diese Funktion einfach praktisch.“

Zugriff durch Eltern

Mit bestimmten Apps können Sie von Ihrem eigenen Smartphone aus auf das Gerät Ihres Kindes zugreifen. So können Sie festlegen – und kontrollieren –, wozu Ihr Kind sein Smartphone nutzt. Voraussetzung ist, dass dort das entsprechende Pendant installiert ist. Derartige Apps gibt es sowohl für Android-Geräte als auch für iPhones.

Der Funktionsumfang schwankt laut mobilsicher.de erheblich. Zum Standard gehört, dass Sie eine maximale Laufzeit für das Gerät Ihres Kindes sowie für einzelne Apps festlegen können. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, Sperrzeiten zu definieren, beispielsweise nachts. Häufig lassen sich Webfilter aktivieren sowie bestimmte Apps blockieren oder ausschließlich bestimmte Apps zulassen. Einige Programme erlauben darüber hinaus einen sehr weitreichenden Zugriff auf die Handynutzung des Nachwuchses. Sie erstellen Protokolle über die App- und Webnutzung und zeigen den Standort an. Mit Blick auf die Privatsphäre des Kindes eher fragwürdige Funktionen.

Die Experten von mobilsicher.de haben den Markt vor allem unter dem Aspekt der Datensicherheit unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die Apps „Google Family Link“, „Kaspersky Safe Kids“, „Screentime für Kids“ und „Alfeld Kindersicherung“ geben zu viele Daten der jungen Nutzer preis. Aus Datenschutzsicht empfehlenswert sind dagegen:

  • „JoLo Kindersicherung“ – Auf den ersten Blick wirkt die App kompliziert. Aber Einarbeiten lohnt sich. Die Funktionen sind durchdacht.
  • „Kids Zone“ – Der Funktionsumfang ist gering, die Handhabung etwas ruckelig. Für kleine Kinder, die einmal am Tag mit dem Smartphone spielen wollen, ist die App gut geeignet.

Das sagt die Expertin: „Derartige Apps sind gut geeignet, um zuvor gemeinsam getroffene Absprachen durchzusetzen. Wir raten aber dringend davon ab, sie ohne Absprache und regelmäßige Gespräche mit dem Kind zu nutzen.“