Inklusion: Mit Engagement bei der Arbeit

Im Garten- und Landschaftsbaubetrieb Raing in Wettringen sind sieben Mitarbeiter mit Handicap beschäftig. Sie kümmern sich um den Bereich Grünpflege.

Wer als Arbeitgeber Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung beschäftigt, bekommt Zuschüsse von im Schnitt 7.100 € pro Jahr und Arbeitsplatz. Geht es bei der Beschäftigung behinderter Mitarbeiter also darum, durch Zuschüsse eine günstige Arbeitskraft zu gewinnen? Oder steht das soziale Engagement im Vordergrund?

„Ohne eine soziale Ader geht es sicher nicht“, sagt Norbert Raing, Inhaber des Unternehmens Raing Garten- und Landschaftsbau in Wettringen, Kreis Steinfurt. „Denn der Umgang mit den Mitarbeitern mit Handicap erfordert besonderen Einsatz. Gleichzeitig muss es sich für uns als Wirtschaftsunternehmen natürlich finanziell rechnen, diese Mitarbeiter einzustellen“, beschreibt er die beiden Sichtweisen auf das Thema.

Verständnis entwickeln

Raings erster Mitarbeiter mit Handicap kam durch ein Programm zur Lernförderung über das Arbeitsamt in seinen Betrieb – zunächst für ein einjähriges Praktikum. „Ich musste erst in diese Aufgabe hineinwachsen“, sagt Norbert Raing offen. Beispielsweise musste er Verständnis dafür entwickeln, dass dem neuen Mitarbeiter Fehler unterliefen, die einem seiner Kollegen nicht passiert wären. In einem solchen Fall ruhig zu bleiben, fiel Norbert Raing anfangs nicht immer leicht.

Doch die Zusammenarbeit hat sich aus seiner Sicht von beiden Seiten aus positiv entwickelt. Hinzu kam, dass Arbeitsaufträge im Bereich der Grünpflege vorlagen, die nicht zwangsläufig von qualifizierten Mitarbeitern erledigt werden müssen. Und so entschloss sich Norbert Raing vor zwei Jahren dazu, eine eigene Integrationsabteilung für den Bereich der Grünpflege in seinem Unternehmen zu gründen. Derzeit sind sieben Mitarbeiter mit Lernbehinderung und zum Teil mit motorischen Einschränkungen bei Raing beschäftigt.

Regionale Messe: Unternehmen präsentieren sich

In Westfalen-Lippe arbeiten nach Auskunft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) rund 1450 Menschen mit Behinderung in 150 sogenannten Integrationsunternehmen mit nicht behinderten Kollegen zusammen. Am Mittwoch, 9. April, präsentieren sich fast 90 davon im Rahmen der LWL-Messe „Arbeit, Qualität, Inklusion“ in der Halle Münsterland in Münster.

Wer Interesse hat, selbst Mitarbeiter mit Handicap einzustellen, kann sich hier mit Praktikern unter anderem aus dem Garten- und Landschaftsbau, dem Bereich Dienstleistung oder der Gastronomie austauschen. Die Messe ist von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Bar

www.lwl-messe.de

Den ausführlichen Beitrag sowie weitere Artikel zum Thema, beispielsweise über Inklusion in Schulen, finden Sie im Wochenblatt Folge 14 ab Seite 94.


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