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Im Zeichen der Bernstein-Biene

Im Nordosten Polens haben sich deutschsprachige Landfrauen zusammengetan. Gemeinsam wollen sie Urlaub auf dem Bauernhof ankurbeln. Dabei helfen enge Kontakte in den Landkreis Osnabrück.

Deutsch-polnische Landfrauenfreundschaft (v.l.): Almut Detert, Ania Wagner und Karin Silger. Foto: Hertleif

Flügel aus Silber und ein Hinterleib aus Bernstein: So sitzt die Biene auf dem Kragen von Almut Detert. Die Kreisvorsitzende der Osnabrücker Landfrauen hat die Brosche aus der Schmuckschatulle geholt, weil sie heute Ania Wagner trifft. Sie ist Landfrauenvorsitzende, wo der Bernstein herkommt: in der Region Ermland-Masuren im Nordosten Polens. Die besondere Biene ist Symbol für die Freundschaft zwischen Landfrauen aus dem Landkreis Olsztyn (Allenstein) und dem Osnabrücker Land. Seit 1998 gibt es Kontakte, seit 2005 sogar einen Freundschaftsvertrag.

Ermland und Masuren
Die Woiwodschaft Ermland-Masuren, ganz im Nordosten Polens gelegen, ist eine von insgesamt 16 Regionen des Landes. Sie umfasst rund 24 000 km2 Fläche und ist damit etwas größer als Westfalen-Lippe, mit rund 1,4 Millionen Einwohnern aber deutlich dünner besiedelt. Ihr Zuschnitt entspricht dem südlichen Teil des ehemaligen Ostpreußens. Die Hauptstadt Olsztyn (Allenstein) ist mit rund 175 000 Einwohnern auch der größte Ort der Region. Wichtige Wirtschaftszweige sind die Lebensmittel- und die Möbelindustrie. Auch der Tourismus ist ein wichtiges Standbein.

Entdeckungen auf beiden Seiten

„Beide Seiten profitieren“, betont Ania Wagner, die selbst deutsche Wurzeln hat. Im Osnabrücker Land holten sich die Landfrauen aus Ermland-Masuren Anregungen. Sie besuchten Bäuerinnen, die ein Café eröffnet haben, Feriengäste beherbergen oder einen Hofladen betreiben. Die Osnabrücker Landfrauen erkundeten im Gegenzug Ermland-Masuren. „Wir haben eine spannende Region entdeckt und tolle Frauen kennen gelernt, die mit großer Energie versuchen, für sich und ihre Familien etwas auf die Beine zu stellen“, betont Almut Detert.

Im Fiat Mitglieder gesammelt

Sprachschwierigkeiten gibt es keine. Denn Ania Wagner hat vor gut 20 Jahren deutschsprachige Landfrauen um sich geschart. „Ich habe mich in meinen kleinen Fiat gesetzt und bin zu den deutschstämmigen Familien gefahren“, erinnert sich die heute 62-Jährige. „Als man sich wieder bekennen konnte, wollte ich das auch tun.“

Daraus entwickelt hat sich eine Initiative, die Urlaub auf dem Bauernhof fördert und regelmäßig Fortbildungen auf die Beine stellt. Heute zählt der Verband 140 Mitglieder. Der lange Name: Ermländisch-Masurischer Landfrauenverband.

Wer sich für die Arbeit des Verbandes interessiert oder eine Reise plant, kann sich an Karin Silger wenden, Tel.: (0 52 23) 75 68 5, E-Mail: karin.silger@gmail.com. Einen ersten Überblick gibt auch die Internetseite des Landfrauenverbandes. ahe

www.landfrauen-ermland-masuren.de

Der vollständige Bericht mit weiteren Hintergrundinformationen findet sich im aktuellen Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben vom 4. Februar 2016.

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