Einheirat - ein sensibles Thema

Auf der Mitgliederversammlung des Betriebshilfsdienstes und Maschinenrings Warendorf-Münster hielt eine Bäuerin aus Bayern einen humorvollen Vortrag zum Thema "Einheirat".

Elke Pelz-Thaller weiß, wovon sie spricht, wenn es ums „Einheiraten“ geht. Die Bäuerin, Ehefrau, Mutter, gelernte Krankenschwester, Mentaltrainerin, Kabarettistin und Optimistin begegnet dem sensiblen Thema allerdings mit einer gehörigen Schippe Humor und viel Selbstironie.

Die 49-Jährige aus Bayern war auf der Mitgliederversammlung des Betriebshilfsdienstes und Maschinenrings Warendorf-Münster. Mit ihrem Vortrag sorgte sie vor mehr als 500 Gästen gekonnt für Lacher. Hin und wieder bat sie um tatkräftige Unterstützung aus dem Publikum für ihre Rollenspiele.

Ähnlichkeiten waren zwar rein zufällig, doch durchaus von ihr beabsichtigt. Schließlich wollte die Referentin Wege und Lösungen zeigen, wie es funktioniert, das Leben auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Freude und gegenseitigem Respekt zu meistern.

Die Pistole auf die Brust gesetzt

Aus Erfahrung weiß die gelernte Krankenschwester, dass es nicht leicht ist, über Probleme innerhalb der Familie zu reden – schon gar nicht für Landwirte. Sie selbst habe ihrem Mann irgendwann die Pistole auf die Brust gesetzt: „Entscheide dich. Deine Eltern oder ich.“ Heute sagt die Bäuerin: „Das ist das Schlimmste, was man einem Menschen, den man liebt, antun kann.“

Elke Pelz-Thaller hat sich damals, als die Konflikte mit den Schwiegereltern ihren Höhepunkte erreicht haben, Rat von einem Kommunikationstrainer geholt. Der hat ihr vom Prinzip „Aktion-Reaktion“ erzählt. „Wenn du willst, dass dich jemand anlächelt, musst du ihn zuerst anlächeln. Wenn du willst, dass dich jemand mit Respekt behandelt, musst du ihn zuerst respektieren.“ Das war für die junge Frau zwar einfach zu verstehen, doch zunächst schwer umzusetzen. „Ich musste an mir selbst arbeiten“, sagt sie.

Umdenken im Kopf

Meistens steckt hinter einer Aussage oder einem Verhalten eines Familienmitglieds keine Kritik, sondern eine unausgesprochene Frage, eine andere Sichtweise, ein Gedanke oder Verlustangst. Das gilt es im gemeinsamen Gespräch herauszufinden. „Reden Sie über Probleme. Sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen, dass wir Individuen mit einer eigenen Meinung sind“, brachte es die „Mentalbäuerin“ auf den Punkt. rk

Was die Referentin noch zu dem Thema wußte, lesen Sie in Wochenblatt-Folge 14/2016.


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