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Fahrsicherheit

E-Bike/Pedelec-Fahren: Sicher unterwegs von A bis Z

Ein E-Bike/Pedelec ist wilder als man denkt. Beherrschen Sie Ihr E-Bike (Pedelec)? Lesen Sie unser ABC für Sicherheit im Straßenverkehr.

Beim Fahrtraining werden Gefahrenquellen für Radfahrer im Straßenverkehr simuliert. Die Polizei bietet kostenlose Sicherheitskurse an.

So leicht wie der eingebaute Rückenwind bei den E-Bike (umgangssprachlich für Pedelecs) das Fahren macht, so gefährlich ist er auch. Denn Pedelec-Fahrer sind dadurch nicht nur schneller als "normale" Radler. Sie sind viel häufiger und schneller in Unfälle verwickelt als Radfahrer, die ohne elektrischen Antrieb fahren. Die Notaufnahmen sprechen eine klare Sprache: Kopf-, Schulter- und Oberkörperverletzungen treten bei ihnen häufiger auf, als bei den Radlern ohne "E".

Deshalb ist es wichtig, dass Pedelec-Fahrer ihr Fahrrad im Straßenverkehr beherrschen. Das kann man üben. Vielerorts bietet die Polizei kostenlos Fahrsicherheitstrainings an. Die Teilnehmer verinnerlichen Basics wie Auf- und Absteigen, Anfahren, Ausweichen und Anhalten. Denn hier passieren die meisten Unfälle.

Merksatz: Geradeaus fahren ist einfach. Nur wer sicher anfahren, Gefahren ausweichen und anhalten kann, ist auch sicher unterwegs.

Das Sicherheits-ABC für Pedelecfahrer ist einfach zu buchstabieren. Los geht es mit einem Triple-A.

Anfahren, anhalten, absteigen

  • A wie Anfahren: Beim Anfahren kommt es häufig zum Malheur. Ein Sturz passiert oft, wenn bereits beim Anfahren die volle bzw. eine hohe Motorunterstützung eingeschaltet ist. Ein leichter Tritt auf die Pedale reicht, und das Pedelec schießt nach vorn. Daher: beim Anfahren Unterstützung raus und peu à peu die Gänge hochschalten - genau wie beim Auto.
  • A wie Anhalten: Bei Pedelecs ist der Anhalteweg länger als bei üblichen Fahrrädern.

Faustformel: Ein Fahrrad mit 15 km/h steht nach 6,55 m, ein Pedelec mit 25 km/h nach 13,75 m. Anders ausgedrückt: Dort, wo ein Fahrradfahrer bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h steht, hat ein Pedelecfahrer noch gar nicht angefangen zu bremsen.

  • oder A wie Absteigen: Viele haben die Angewohnheit, bereits mit einem Bein vom Rad abzusteigen, wenn das Fahrrad noch fährt. Das erhöht die Unfallgefahr. Erst absteigen, wenn das Rad steht.

Sicher von B wie Bremsen bis I wie Indianer

  • B wie Bremsen: Beim Bremens rutschen Fahrräder oft weg. Gefahrenbremsungen kann man üben. Dazu eine bestimmte Stelle markieren, an die Stelle heranfahren und beherzt Vorder- und Rücktrittbremse betätigen.
  • C wie Check: Licht, Bremsen, Kette, Reifendruck checken.
  • D wie defensiv: auch wenn Sie im Recht sind - verzichten Sie lieber auf Ihre Vorfahrt, z.B. wenn ein Lkw oder Pkw links neben Ihnen nach rechts einbiegen will.
  • F wie Fahrradhelm: Für E-Bike-Fahrer (bis 45 km/h) ist ein Helm Pflicht. Da Pedelec-Fahrer rechtlich als "normale" Radfahrer gelten, müssen sie keinen Helm tragen. Sicherer sind Sie mit Helm unterwegs.
  • G wie Gang: Wenn es bergauf geht oder Sie enge Kurven fahren, schalten Sie vorher in einen tiefen Gang. Das verhindert, dass das Rad zu schnell bergauf bzw. in die Kurve "schießt" und womöglich wegrutscht.
  • H wie Hindernis: In einem Slalomparcours bei einem Sicherheitstraining können Sie ohne Gefahr üben, plötzlichen Hindernissen auszuweichen.
  • I wie Indianer: Als Pedelec-Fahrer sind Sie mit bis zu 25 km/h unterwegs, Hindernisse auf den Radweg, Schotter oder Asphalt können zum Verhängnis werden, wenn diese nicht rechtzeitig erkannt werden. Reagieren Sie frühzeitig. Lesen Sie die Straße wie ein Indianer.

Ordnung muss sein

  • J wie Jacke: Achten Sie darauf, dass Ihre Jacke nicht am Sattel hängenbleibt, wenn Sie absteigen. Das könnte Sie zu Fall bringen.
  • K wie Kälte: In der kalten Jahreszeit wird man schlechter von den Autofahrern gesehen. Auf Laub und nasser Fahrbahn verlängern sich die Bremswege.
  • L wie Licht: Fahren Sie auch am Tage mit Licht.
  • M wie Motor: Ein Fahrrad mit Frontmotor neigt dazu, beim Anfahren mit dem Vorderrad auszubrechen. Das passiert bei einem Mittelmotor nicht.
  • O wie Ordnung: Wer gegen die Straßenverkehrsordnung verstößt, riskiert Bußgelder.
  • P wie Pedelec: Pedelecs zählen rechtlich zu den Fahrrädern. Umgangssprachlich werden sie E-Bikes genannt.
  • R wie Reaktion: Die Reaktionszeit entscheidet nicht darüber, wann das Rad in einer Gefahrensituation zum Stehen kommt. Es ist die Geschwindigkeit. Da man mit einem Pedelec schneller unterwegs ist, kommt man später zum Stehen, weil man in gleicher Reaktionszeit mehr Strecke zurücklegt. Eigentlich müsste der Radler mit "E" dann schneller reagieren. Hier nochmal die Faustformel: Ein Fahrrad mit 15 km/h steht nach 6,55 m, ein Pedelec mit 25 km/h nach 13,75 m. Anders ausgedrückt: Dort, wo ein Fahrradfahrer bei einer Geschwindigkeit von 15 km/h steht, hat ein Pedelecfahrer noch gar nicht angefangen zu bremsen.

Schulterblick, Unterstützung, Werkstatt

  • S wie Schulterblick: Im Alter will der Nacken nicht mehr so? Üben Sie den Schulterblick und üben Sie, das Gleichgewicht zu halten und nach vorne zu fahren, während Sie nach hinten schauen.
  • T wie Tempo: Schnell Fahren macht Spaß, aber je höher das Tempo, desto heftiger der Schaden im Falle eines Falles. Der Bremsweg verlängert sich.
  • U wie Unterstützung: Fahren Sie vorausschauend, dann erkennen Sie konfliktträchtige Situationen frühzeitig und können entsprechend reagieren, indem Sie die Unterstützung herunterdrehen (etwa von "Power" auf "Eco" oder ganz herausnehmen).
  • V wie Verkehrszeichen: Für Pedelec-Fahrer gelten die gleichen Verkehrszeichen wie für Radfahrer.
  • W wie Werkstatt: Stimmt die Einstellung der Sitzhöhe? passt der Rahmen des Fahrrades/Pedelecs zum Fahrer? Erreichen Sie im Stand und auf dem Sattel sitzend den Boden mit den Füßen? Denn nur so stehen Sie sicher! Lassen Sie die Einstellung und die Verkehrssicherheit des Rades in einer Werkstatt oder beim Fachhändler überprüfen.
  • Z wie Ziel: Radfahren ist gesund und soll vor allem Spaß machen. Der Weg ist das Ziel.