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So leben die neuen Nachbarn

Im Mittelpunkt einer Ausstellung im Museumsdorf Cloppenburg: Die Spätaussiedler aus Russland, ihre Geschichte und ihr heutiger Lebensalltag im Oldenburger Münsterland

In den Dörfern und Kleinstädten des Oldenburger Münsterlandes sind sie kaum zu übersehen: Spätaussiedler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben sich vielerorts im Nordwesten niedergelassen. In einigen Gemeinden haben bis zu einem Fünftel der Bevölkerung einen „russlanddeutschen Hintergrund“, wie das Museumsdorf Cloppenburg mitteilt – Grund genug also für das traditionsreiche Freilichtmuseum, die Geschichte, das Leben und den heutigen Alltag der „neuen Nachbarn“ im Land zu erkunden.

Regen Zuspruch schon am ersten Tag

Entstanden ist eine Ausstellung, die eine Wissenslücke füllt und bereits jetzt auf regen Zuspruch stößt. Bei der Eröffnung am Sonntag sei die große Münchhausen-Scheune „bis auf den letzten Stehplatz“ besetzt gewesen, berichtet die Oldenburger „Nordwest-Zeitung“.

„Ein Stück Daheim“ lautet der Titel der Ausstellung, die sich der Geschichte der Spätaussiedler und ihren Neuanfängen im eher ländlich geprägten Nordwesten widmet. Gezeigt werden Kleidung, Geschirr, Bettwäsche, Dokumente, Werkzeug und religiöse Bücher, aber auch Musikinstrumente, Auszeichnungen aus sowjetischer Zeit, Handarbeiten, Familienreliquien und natürlich Fotos.

Hundert Interviews

Rund 100 Interviews hat die Kuratorin der Ausstellung, Marina Schmieder, mit Russlanddeutschen im Oldenburger Münsterland geführt, um die Ausstellung vorzubereiten. Die Schau schlägt einen Bogen von der Auswanderung aus Deutschland ins russische Zarenreich im 18. Jahrhundert bis zur Einreisewelle in den 1980er- und 1990er- Jahren.
Die Ausstellung ist in der „Münchhausen-Scheune“ des Museums zu sehen – aber nur bis zum 29. Oktober. Interessenten sollten sich also recht bald auf den Weg machen.

Im Freilichtmuseum sind derzeit noch zwei weitere Ausstellungen zu sehen:

  • „Zwischen Phantasie und Messbarem“, eine Schau mit künstlerisch gestalteten Kupferarbeiten von Brigitte Wiesehahn-Ameling (bis 26. November) sowie
  • „Höchste Eisenbahn“ – eine Ausstellung, die an den verspäteten Beginn des Eisenbahnbaus im Oldenburger Land vor 150 Jahren erinnert (bis 5. November).

Das Museumsdorf Cloppenburg zeigt auf seinem rund 20 ha großen Gelände 50 Bauwerke aus dem ländlichen Niedersachsen: vom Heuerlingskotten bis zum Großbauernhof, von der Stellmacherei bis zur Ölmühle, von der Fachwerkkirche des Baujahres 1698 bis zur Bauerschaftsschule aus dem 18. Jahrhundert.

Tipps für Besucher

Der Weg zum Freilichtmuseum an der Bether Straße in Cloppenburg ist ausgeschildert.

Öffnungszeiten: Das Museumsdorf ist täglich, auch montags (!), von 9 bis 18 Uhr geöffnet, ab 1. November von 9 bis 16.30 Uhr.

Eintritt: für Erwachsene 7,50 €, ermäßigt 4 €, für Kinder und Ju­gend­liche 2,50 €, für Familien 16 €.

Weitere Informationen: Tel. (0 44 71) 9 48 40, www.museumsdorf.de.

Text: Gisbert Strotdrees

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