Zum Inhalt springen
12 °C Münster (Westfalen)

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Bahntrassen als Radwege

Radeln auf ehemaligen Gleisen

Ideal für die Enkel-Tour in den Sommerferien: Radwege auf ehemaligen Bahntrassen bieten viel Natur. Auf den Strecken gibt es Talbrücken, Tunnel, hin und wieder ein Eis am Stiel, aber kein Auto und (fast) keine Steigungen.

Kinder haben Freude am Radfahren, wenn das Wetter stimmt, ein attraktives Ziel winkt und die Strecke nicht allzu lang und anstrengend ist.

Stillgelegte Gleise und Bahnstrecken gibt es viele zwischen Rhein und Weser. Nicht wenige Strecken sind längst zu Radwegen umgebaut. Für eine sommerliche Großeltern-Enkel-Tour sind sie bestens geeignet. Denn die ehemaligen Bahntrassen liegen oft abseits der Autostraßen, bieten also Ruhe und ungestörtes Radeln. Sie führen durch Naturlandschaften, es geht über Talbrücken oder durch Tunnel, vorbei auch an so manchem Überbleibsel alter Eisenbahner-Herrlichkeit wie Schrankenhäuschen, Signalen und Bahnwärterhäuschen. Sie sind bisweilen zum Rastplatz umgebaut.

Die Radeltrassen bieten aber vor allem einen Vorteil: Es gibt kaum Steigungen oder Gefälle. Die Bahnen mochten beides nur über eine lange Distanz hinweg. Heute kommt das den Radlern entgegen.

Vor mehr als 30 Jahren wurde in Westfalen die ersten beiden Trassen zu Radwegen umgestaltet:

  • die rund 8 km lange Strecke zwischen Unna-Königsborn und Flierich, und
  • der 16 km lange „Pengel-Anton-Radweg“ zwischen Echtrop und Belecke im Sauerland.

Inzwischen ist ein dichtes Netz von mehr als hundert Trassen-Radwegen allein in Nordrhein-Westfalen entstanden. Für unsere sommerlichen Enkeltouren haben wir sechs der interessantesten Strecken ausgewählt. Sie sind zwischen 5 und mehr als 300 km lang – für jeden Geschmack, Zeitplan und jede Kondition ist etwas dabei.

1. An der Weser

Als Tagestour mit Kindern gut zu schaffen ist die 10 km lange Teilstrecke der Mindener Kreisbahn zwischen Kutenhausen und Petershagen-Wegholm. Sie wurde auf einer früheren Kleinbahn-Strecke angelegt und gehört zur Mühlenroute, an der mehr als 40 Wind-, Wasser- und Rossmühlen liegen. Denkbar ist auch eine „Verlängerung“ auf dem verknüpften Bahntrassenweg von Petershagen über Ovenstädt nach Nendorf.

Am Wegrand oder in der Nähe: Die Weser, die Wegholmer Mühle und das sehenswerte Museum Glashütte Gernheim bei Ovenstädt.

2. Parklandschaft

Die „Radbahn Münsterland“ verbindet Billerbeck-Lutum, Burgsteinfurt und Rheine miteinander und führt quer durch die münsterländische Parklandschaft. Die Strecke ist insgesamt rund 43 km lang. Mit Kindern empfiehlt sich ene Teilstrecke oder eine Mehrtagestour. Der Weg ist durchweg 3 m breit und asphaltiert, also auch für kleine Pedalritter gut zu befahren, Der Bahntrassenexperte Achim Bartoschek ist über die 43 km Münsterland voll des Lobes und nennt sie „eine Vorzeigestrecke“.

Am Wegrand oder in der Nähe: Das Heimat-und Bürgerhaus „Bahnhof Darfeld“, der Kreislehrgarten in Steinfurt, die Hollicher Mühle, der Naturzoo in Rheine, die Saline Gottesgabe und das Kloster Bentlage.

3. Mitten im Revier

Die Zeche Zollverein mit ihrem markanten Förderturm und dem Ruhrmuseum nebenan ist für Familien immer einen Tagesausflug wert. Von dort kann man auf rund 6 km auf einer ehemaligen, nun voll asphaltierten Bahntrasse durchs Revier fahren. Es geht über Bahnbrücken und durch Unterführungen, an alten Schächten vorbei und durch viel Grün zum Mechtenberg. Dort gibt es einen Bauernhof mit Streichelzoo, großem Sandspielplatz und Hofcafè.

Am Wegrand oder in der Nähe: Wie gesagt, die Zeche Zollverein und der Hof auf dem Mechtenberg.

4. Bahn, Fähre, Burg

Am Ende wartet eine Fahrt mit der Fähre über die Ruhr – aber vorher sind rund 5,5 km auf dem Radweg der früheren Ruhrtalbahn zwischen Witten-Herbede und Wetter-Wengern zurückzulegen. Auf einem Teilabschnitt fährt eine Museumseisenbahn. An der Ruine Hardenstein pendelt eine Fähre über die Ruhr. Eine Fahrt ist nicht nur für Kinder ein Erlebnis.

Am Wegrand oder in der Nähe: Die Muttentalbahn an der ehemaligen Zeche Theresia, das Industriemusuem „Zeche Nachtigall“, die Ruhrtalfähre und die Burgruine Hardenstein.

5. In Tunneln

Mit dem Rad durch langgestreckte ehemalige Bahntunnel zu fahren, ist für kleine wie große Radler ein besonderes Erlebnis. Wer davon nicht genug bekommen kann, sollte sich mal den Bergischen Panorama-Radweg genauer anschauen. Er ist insgesamt 314 km lang und führt durch 14 Tunnel mit insgesamt mehr als 4,6 km Länge.

Mit Kindern muss man ja nicht die gesamte Strecke abradeln, ein Teilabschnitt mit Tunneln reicht. Am eindrucksvollsten sind der mehr als 700 m lange Schee-Tunnel südlich von Hattingen und der Wegeringeghauser Tunnel bei Drolshagen. Mit 724 m ist er der längste Radwegtunnel im Land.

Am Wegrand oder in der Nähe: Drei Talsperren (Agger-, Brucher- und Wupper-Talsperre), Schloss Burg, die Gesenkschmiede Henrichs in Solingen, die Henrichshütte bei Hattingen.

6. Fledermaustunnel

Zwischen Fehrenbracht und Eslohe im Sauerland liegt der 689 m lange Kückelheimer Tunnel, auch „Fledermaus-Tunnel“ genannt. Er heißt so, weil dort mehrere Fledermaus-Arten hausen. Von November bis Anfang April ist er deswegen geschlossen, aber nicht jetzt in den Ferien. Er liegt am Ruhr-Sieg-Radweg, der 113 km lang ist.

Mit Kindern ist die gut 7 km langeTeilstrecke zwischen Fretter und Eslohe genau das Richtige: Einmal durch den Tunnel radeln, dann bei Eslohe ins Museum „DampfLandLeute“ – mit etwas Glück fährt dort die Museums-Eisenbahn, doch auch „ohne“ gibt’s einiges zu sehen –, anschließend wieder zurück nach Fretter, natürlich noch einmal durch den Tunnel.

Am Wegrand oder in der Nähe: Der Fledermaustunnel und das Museum „DampfLandLeute“.

Weitere Informationen
Nähere Informationen zu diesen und anderen Trassenwegen in Nordrhein-Westfalen gibt es in vielen Tourismusbüros, bei Stadtmarketing-Anbietern oder örtlichen oder regionalen Radfahrclubs.
Besonders empfehlenswert ist ein Blick in die kostenfreie Internet-Datenbank, die der Radsportler Dr. Achim Bertoschek in Kooperation mit vielen Freizeitradlern aus ganz Deutschland aufgebaut hat. Die Seite ist übersichtlich, ohne großes Bling-Bling und bietet viele hilfreiche Hinweise, Fotos und Kartenmaterial. Wer eine der hier vorgeschlagenen Touren vorbereitet, findet dort alle weiteren Informationen.

www.bahntrassenradeln.de