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Ausflugstipp

Maitour ins Oldenburgische

In der Wildeshauser Geest beginnt die Gartensaison am 1. Mai. „Dötlinger Gartenkultour“ heißt die Mischung aus Kunst und Klönschnack im Grünen.

Der Blick auf die Dötlinger Dorfkirche zeigt: Feldsteine gibt es in der Region reichlich. Der Ort liegt an der „Straße der Megalithkultur“.

Zugegeben, Wildeshausen steht bei den meisten Westfalen für zwei Tätigkeiten auf dem Weg nach Norden: Tanken und Rasten. Doch es lohnt sich, dort von der Autobahn 1 abzufahren und das Hinterland zu erkunden. Diese Erkenntnis haben wir Olaf Schachtschneider zu verdanken. Der leidenschaftliche Gärtner, Pflanzensammler und Kreativkopf liebt das Niemandsland zwischen Autobahn und Oldenburg – vor allem sein Heimatdorf Dötlingen. Es steht im Zentrum einer Garten- und Kunstroute, die Schacht­schneider zusammen mit Gartenbaubetrieben, Künstlern und privaten Gartenbesitzern entwickelt hat. Sie lockt Besucher zu besonderen Orten im Naturpark Wildeshauser Geest.

Ideal für Radler

Alljährlich findet die Aktion an drei festen Tagen statt. Los geht’s immer am 1. Mai. Die sechs teilnehmenden Gärten stehen in Blüte. Lohnend ist beispielsweise ein Gang durch die parkähnlichen Anlagen von Landwirtspaar Martina und Dieter Suhrkamp in Sandhatten. Sie bieten eine Vielzahl ausgefallener Pflanzen, reizvolle Sicht­achsen und ein schmuckes neues Gästehaus. „Wir gehören zwar nicht direkt zu Dötlingen, nehmen aber an der Gartenkultour teil, weil uns das Konzept und die dadurch angelockten Gäste überzeugen“, sagt der Landwirt. Der Hofgarten Suhrkamp ist ebenso wie die anderen teilnehmenden Ziele auf einer Karte verzeichnet, die Besucher vor Ort erhalten, im Internet einsehen oder sich zusenden lassen können. In der flachen Geestlandschaft macht das Radeln Spaß und die Gartenziele sind als Tour ausgeschildert.

Es ist allerdings unmöglich, alle Ziele an einem Tag anzusteuern, betont Gärtner Olaf Schachtschneider: „Dazu liegen die Stationen zu weit auseinander, und Hektik ist nicht in unserem Sinne. Wir möchten entstressen.“

Wegweiser
- Die Dötlinger Gartenkultour findet alljährlich an drei festen Terminen statt: 1. Mai, vorletzter Junisonntag (also 23. Juni 2019) und 3. Oktober.
- Besucher zahlen einmal 5 € Eintritt für alle Stationen und alle drei Termine im Jahr.
- Die Gartenkul­tour-Strecke für Radler ist am Tulpensymbol zu erkennen. Weitere Radrouten erschließen die Region, etwa der Hunte-Radfernweg und die Radroute der Megalithkultur.
- Am 1. Mai werden Rad- und Wanderführungen angeboten. Weitere Infos dazu und zu allen anderen Fragen rund um die Gartenkultour gibt es hier: Gemeinde
Dötlingen, Tel. (0 44 32) 95 00, www.doetlinger-gartenkultour.de.

Bloß kein Stress

So lässt der eine die Seele im Dötlinger Heuerhaus-Café baumeln. Der nächste besucht Galerien oder erfreut sich an Goldschmiedearbeiten. Andere forschen im Pflanzenhof Schachtschneider oder in herb’s Bioland-Kräutergärtnerei nach besonderen Pflanzen. Durch die vielen Stationen und das vergleichsweise große Einzugsgebiet kommt es nicht zu Staus, betont Schachtschneider.

Dörfer mit Charme

Dötlingen, ein Dorf mit rund 6300 Einwohnern, präsentiert sich rausgeputzt, aber nicht museal. Die traditionellen Hallendachhäuser, viele mit Reet gedeckt, sind überwiegend gut gepflegt. Die Gärten sind mit Feldsteinmauern eingefasst und ländlich unaufgeregt.

Im Dorfzentrum thront die rund 900 Jahre alte Feldsteinkirche, deren Inneres Geschichte atmet. Zahlreiche Wanderwege führen durch und um das Dorf herum. Doch Dötlingen ist nicht die einzige Perle im Oldenburger Hinterland. Auch die Dörfer Ostrittrum und Sandhatten und das 20 km entfernte Hude mit seiner Klosterruine lohnen einen Stopp.