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Jede Menge Kohle

In der Zeche Zollverein in Essen erinnert eine Sonderausstellung des Bergbau-Museums und des Ruhr Museums an das „Zeitalter der Kohle“.

Mit der alten Transportbahn in die Vergangenheit: Besucher fahren ins Obergeschoss der Kokerei-Mischanlage, wo die Sonderausstellung gezeigt wird.

Um Kohle zu fördern, geht es normalerweise abwärts. Um das „Zeitalter der Kohle“ kennenzulernen, geht es aufwärts – zumindest in der Sonderausstellung, die in der Mischanlage der früheren Kokerei der Zeche Zollverein in Essen zu sehen ist.

In wenigen Monaten schließen in Bottrop und Ibbenbüren die letzten Zechen in NRW – und das ist Grund genug für das Deutsche Berg­baumuseum und das Ruhr Museum, den großen Rundumschlag zu wagen und in der Sonderausstellung die „europäische Kohlegeschichte“ zu erzählen.

Gemälde und Gerätschaften

Mehr als 1200 Ausstellungsstücke sind in Essen zu sehen: Gemälde, Plakate, Filme und Fotografien, aber auch Büsten von Bergwerksdirektoren, Goldpokale für Bergbau-Vorstände oder selten zu sehende Dokumente wie etwa der 1951 unterzeichnete Gründungsvertrag der „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl“, auch Montanunion genannt. Schweres Gerät aus der Welt unter Tage fehlt ebenso wenig wie Schutzkleidung, Geleuchte und andere Gegenstände aus der Arbeits- und Lebenswelt der Bergleute.

Eine Standseilbahn transportiert Besucher ins Obergeschoss der mächtigen Bunkeranlage. Dort stehen sie zunächst im Wald: zwischen Farnen und vor einer gemalten Karbonwald, wie er vor mehr als 300 Mio. Jahren ausgesehen haben mag, ehe er unterging und zu Kohle wurde.

Ein schwerer Brocken

Der Rundgang führt die Besucher dann abwärts durch mehrere Etagen der Mischanlage. Sie ist selbst das größte Ausstellungsstück und vermittelt einen Eindruck vom harten Alltagsgeschäft rund um die Kohle, aber auch von den gewaltigen Kräften und Visionen, die einmal mit der industriellen Kohlezeit verknüpft waren. Das „schwatte Gold“, wie man hierzulande sagte, lieferte schließlich nicht nur Energie, sondern bildete auch den Grundstoff für Chemie und Pharmazie. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen für Familien und Kinder, einem Open-Air-Kino oder auch szenische Theaterführungen.

Gut zu wissen
Ort: Die Sonderausstellung „Das Zeitalter der Kohle – eine europäische Geschichte“ ist bis zum 11. November in der Mischanlage der Zeche Zollverein, Areal C, in Essen zu sehen (Navi-Adresse: Arendahls Wiese).
Geöffnet: Täglich – auch montags! – von 10 bis 18 Uhr.
Eintritt: Pro Person 10 €, ermäßigt 7 €, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schüler und Studenten frei.
Informationen: Anmeldungen unter Tel. (02  01) 24  68  14  44 oder www.zeitalterderkohle.de