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Funde aus dem Boden

Ab Mittwoch ist in Herne die archäologische Landesausstellung zu sehen. Sie zeigt die interessantesten Funde der letzten fünf Jahre und stellt aktuelle Fragen an die Jungsteinzeit.

Alle fünf Jahre ziehen die 
Archäologen in Nordrhein- Westfalen eine Zwischen­bilanz. In „Landesausstellungen“ zeigen sie seit den 1990er-Jahren in regelmäßigem Abstand, was sie so alles in den Böden zwischen Rhein und Weser entdeckt haben.
Dieser Ausstellungsklassiker wird in der kommenden Woche in Herne eröffnet, trägt aber dieses Mal eine andere Überschrift. „Revolution Jungsteinzeit“ – so lautet der Titel der Ausstellung, die erstmals einen thematischen Schwerpunkt setzt.

Steinzeitaxt und Kettensäge

Wer nun denkt, ihn erwarte eine Ansammlung von Knochen, Steinen und Tonscherben, der irrt. Vielmehr versucht die Schau, die bereits in Bonn und Detmold zu sehen war, eine pfiffige Form der Aktualisierung. Die Frühform einer Steinzeitaxt steht da neben ihrem Gegenstück aus unserer Zeit, einer modernen Kettensäge.

Am Beispiel jahrtausendealter Milchsiebe wird das Thema der Laktose-In-
toleranz erläutert – und anhand vieler weiterer Fundstücke aus „grauer Vorzeit“ werden Bezüge zu aktuellen Themen wie Überbevölkerung oder Klimawandel hergestellt.„Weder die Industrialisierung noch das digitale Zeitalter hatten einen so großen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte wie die Jungsteinzeit“, erläutert Dr. Susanne Jülich, die die Ausstellung im Herner Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe vorbereitet hat.

Aus dem Bombenschutt

Auf rund 800 m2 Fläche werden etwa 900 Funde zu sehen sein, die Licht in die Anfänge unserer Zivilisation bringen. Die Ausstellungsstücke werden durch Texttafeln und 16 multimediale Mitmach­stationen erläutert. Dort können Kinder und Erwachsene einen Jungsteinzeit-Pflug über den digitalen Acker lenken oder einen Schleifstein der Jungsteinzeit in Gang setzen.

Ihre traditionelle Fünf-Jahres-Bilanz ziehen die Archäologen aber auch. Neben dem thematischen Schwerpunkt sind in Herne die spektakulärsten Funde aus NRW seit 2010 zu sehen: Versteinerte Pflanzen und Tiere der frühen Erdgeschichte, Münzreste aus der Römerzeit oder Schwerter aus dem Mittelalter. Die jüngsten Stücke stammen aus dem Bombenschutt des Zweiten Weltkrieges.

Tipps für Besucher

Die Ausstellung im Westfälischen Landesmuseum für Archäologie in Herne (Europaplatz 1) ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, donnerstags 9 bis 19 Uhr, sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet pro Person 5 €, ermäßigt 3 €, Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) 2 €, Familien 11 €.

Weitere Informationen: Tel. (02323) 94 62 80, www.museum-herne.de.

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