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Ausstellung

Chemie ist kein Zauberwerk

Sonderausstellung in der Technik- und Arbeitswelt-Ausstellung DASA in Dortmund: „Experiment – Erfindungen aus dem Labor“

Blick in die (Riesen-)Petrischale – hier können Besucher über aktuelle ethische Fragen der chemischen Forschung abstimmen.

Ob Penicillin oder „Pille“, ob Kontaktlinsen oder Klebstoff: Produkte der Chemie prägen unseren Alltag. Wie sind sie eigentlich in die Welt gekommen? Wer hat sie erfunden? Wurden bei Erfindung der Produkte die Risiken und Nebenwirkungen sorgsam geprüft? Antworten auf diese Fragen versucht die Sonderausstellung „Experiment – Erfindungen aus dem Chemie-Labor“ in der DASA in Dortmund zu finden und auf rund 800 m2 Ausstellungsfläche anschaulich zu präsentieren.

Kopiert aus der Natur

Die „Deutsche Arbeitsschutz-Ausstellung“ – kurz: DASA – in Dortmund ist eine Einrichtung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin – und mit mehr als 13  000 m2 eines der größten Museen im Land. Und eines der meistbesuchten obendrein: 2017 wurden fast 210  000 Besucher gezählt. Wer will, kann in der DASA in das Cockpit eines Düsenjets steigen, kann Industrieroboter und Elektronenmikroskope ausprobieren, einen „Lärmtunnel“ durchschreiten oder den Arbeitsplatz eines Fluglotsen einnehmen. Weitere Themenfelder drehen sich um das Heilen und Pflegen, um das Bauwesen oder auch um die Vermittlung von Nachrichten.

Und wie gesagt: In der aktuellen Sonderausstellung geht es um Chemie. Mithilfe von Fotos, historischen Dokumenten, Schaubildern und nachgestellten Versuchsanordnungen erzählen die Museumsmacher 17 Geschichten chemischer Erfindungen, die „Karriere“ machten. Erzählt werden keineswegs nur Helden- und Erfolgsgeschichten. Vielmehr geht es auch um „unerwartete Wendungen und folgenreiche Begegnungen, um clevere Planung und scheinbare Zufälle“, wie es in einem Begleitheft des Museums heißt. Und es geht um Risiken: Die dunkle Seite der Chemie wird am Beispiel des ozonzerstörenden Kühlmittels FCKW, des Insektenvernichtungsmittels DDT und des Schlafmittels „Contergan“ ausgeleuchtet. Dieser Name ist mit einem der größten Gesundheitsskandale der Bundesrepublik im Jahr 1961/62 verknüpft: Bei Schwangeren verursachte die Einnahme des Mittels schwere körperliche Schäden an ihren ungeborenen Kindern.

Filme lassen Chemiker, Juristen, Historiker, Pharma-Lobbyisten und deren Kritiker gleichermaßen zu Wort kommen. Auf einer „Forschungsinsel“ wird der Entwicklungsweg eines neuen Wirkstoffs verfolgt. In einem „Innovationslabor“ können Besucher die Grundwerkzeuge eines Chemikers und seine grundlegenden Methoden von A wie Analysieren bis Z wie Zentrifugieren kennenlernen.

Wo geht’s zur DASA?

Die Sonderausstellung „Experiment – eine Ausstellung über Erfindungen aus dem Chemie-Labor“ ist bis zum 15. Juli zu sehen. Die DASA ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 €, ermäßigt 5 €. Weitere In­formationen unter Tel. (02 31) 90  71  24  79, www.dasa-dortmund.de.