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Erntedank in Westfalen

Umzüge, Märkte, Tag der Regionen

Vielerorts in Westfalen wird an diesem und am kommenden Wochenende Erntedank gefeiert. Aber was ist wann und wo zu sehen und zu erleben?

Einer der ältesten Erntedankumzüge startet am Sonntag in Clarholz, Kreis Gütersloh.

Bad Laer: „Blos Zoff mit den Stoff“ – so lautet der Titel des plattdeutschen Theaterstücks, das die KLB Bad Laer aufführt, verbunden mit einer Erntedankfeier. Die Komödie dreht sich um den Streit zwischen Landwirt Franz Kohlkopf und seiner Nachbarin Maja Müslein, einer überzeugten Biobäuerin und Anhängerin chinesischer Heilkunst. Aufgeführt wird das Stück am Samstag, 6. Oktober, um 19 Uhr im Saal Plengemeyer in Bad-Laer, Ortsteil Hardensetten. Im Abendprogramm sind neben der Aufführung ein Essen vom Buffet, ein Schätzwettbewerb und eine Erntedankfeier mit Musik enthalten. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf (bei der Volksbank Bad Laer) 20 €, an der Abendkasse 25 €.
Am Sonntag, 7. Oktober, wird ab 15 Uhr das Stück noch einmal bei Kaffee und Kuchen aufgeführt. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 10 €, an der Nachmittagskasse 12 €.
Weitere Aufführungen finden am Freitag, 12. Oktober, und Sonntag, 14. Oktober, jeweils um 19 Uhr statt. Hier kostet der Eintritt jeweils 6 € an der Abendkasse 8 €.

Bocholt-Mussum: Am Sonntag, 7. Oktober, lädt die Dorfgemeinschaft Mussum zum Erntedankmarkt auf dem Marienplatz. Der Tag beginnt um 10 Uhr in der Pfarrkirche mit einem plattdeutschen Erntedankgottesdienst. Um 11 Uhr wird der Markt eröffnet. Neben Direktvermarkterständen zeigen Vereine und Gruppen alte und neue Landwirtschaft sowie ländliches Handwerk wie Holzschuhmachen, Schmieden oder Korbflechten.

Clarholz: Vom Imkerverein über die Landfrauen bis zum Geflügelzuchtverein, vom Kirchenchorbis zu den Schützenbrüdern ist in Clarholz nahezu jeder Verein am alljährlichen Erntedankumzug beteiligt. Er ist einer der ältesten im Land und wird seit 1951 Jahr für Jahr von der „Erntedankgemeinschaft Sundern“ auf die Beine gestellt. Mehr als 60 Themenwagen, Gruppen sowie Blaskapellen und Spielmannszüge sind mit von der Partie. Der Umzug startet am Sonntag, 30. September, um 14.30 Uhr.

Delbrück-Westenholz: Am Sonntag, 30. September, startet um 14 Uhr zum 70. Mal der Westenholzer Erntedankumzug, der vom örtlichen Heimatverein, dem Landwirtschaftlichen Ortsverein und der Kirchengemeinde organisiert wird. Das Fest beginnt um 10.30  Uhr mit einem Gottesdienst. Um 14 Uhr setzt sich der Zug mit 40 Wagen, 850 Mitwirkenden und fünf Musikkapellen in Bewegung. Beteiligt sind Vereine, Kindergärten, Nachbarschaften und Clubs. Anschließend wird auf dem Dorfplatz gefeiert, unter anderem mit einem Platzkonzert der Musikkapellen, Volkstanz, einer Ausstellung der Motivwagen sowie historischer und moderner Landtechnik.

Tag der Regionen
„Weil Heimat lebendig ist“ – so lautet das Motto des diesjährigen Tages der Regionen am 30. September. Der bundesweite Aktionstag wird seit rund 20 Jahren von lokalen und regionalen Initiativen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Regionaltourismus und Hotel- und Gaststättengewerbe durchgeführt.
Bundesweit finden rund 1160 Veranstaltungen statt, davon 180 in NRW.
Einen Überblick bietet die Internetseite der „Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland & Diemeltal e.V.“ in Borgentreich (Kreis Höxter), die den Aktionstag koordiniert.

Liemke: Die Pfarrgemeinde St. Joseph in Liemke feiert am Sonntag, 7. Oktober, ab 10.30 Uhr mit einem Erntedank-Gottesdienst, dem sich ab etwa 12 Uhr der Festumzug anschließt. Es starten etwa 30 Wagen und zahlreiche Fußgruppen, beteiligt sind Kindergartengruppen, Schulklassen, Vereine, Nachbarschaften und andere Gruppen des Ortes und der Umgebung.

Schwaney: Alle drei Jahre wird in Schwaney, Kreis Paderborn, das Erntedankfest mit einem Festumzug gefeiert. Am Sonntag, 30. September, ist es wieder soweit: Einen Zug mit mehr als 30 Festwagen und 400 Teilnehmern hat die Katholische Landjugendbewegung (LKJB) des Ortes auf die Beine gestellt. Er startet am Kirchplatz um 14.30 Uhr. Im Anschluss gibt es Musik und Tanz auf dem Marktplatz. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit dem Festhochamt, das von der KLJB gestaltet wird. Nach der Messe werden Minibrote verkauft. Der Erlös und die Einnahmen aus dem Erntedankfest kommen einem Projekt in Sambia und Tansania zugute.

Warburg: „In Europa für Ernährung und Frieden“ – unter diesem Motto steht der diesjährige Erntedankmarkt des WLV-Kreisverbandes Höxter. Der Markt öffnet am Sonntag, 7. Oktober, von 9.30 bis 18 Uhr. In der Warburger Stadthalle präsentieren sich Direktvermarkter mit ihren Produkten, außerdem gibt es zahlreiche Informationsstände land- und forstwirtschaftlicher Verbände und Organisationen.

Werl: Die Wallfahrtsstadt am Hellweg feiert in diesem Jahr 800-jähriges Jubiläum. Der Werler „Verein für Kultur und Brauchtumspflege in der Landwirtschaft“ stellt deshalb den Erntedank-Bauernmarkt unter das Motto „800 Jahre Ackerbürgerstadt – Werl und seine Bauern“. Nach einem Festhochamt am Sonntag, 30. September, um 10 Uhr öffnet von 11 bis 17 Uhr das Markttreiben mit Erzeugnissen der heimischen Landwirtschaft. Um 14 Uhr beginnt ein Schauprogramm. Neben Landwirten und Direktvermarktern sind unter anderem Jagdhundeführer, die Rollende Waldschule, sowie das Kolping- Musikcorps Werl beteiligt. Str.

Erntedank: Eine Woche zu früh?
Erntedank wird vielerorts in diesem Jahr früher als sonst gefeiert: am 30. September. Viele katholische und evangelische Kirchengemeinden hingegen feiern es erst am 7. Oktober.
Das Fest ist aber nicht vorverlegt worden. Pate stand vielmehr eine Regelung, die zu Preußens Zeiten, vor mehr als 200 Jahren, festgelegt worden ist: Demnach wird Erntedank immer am Sonntag nach dem Michaelistag (29. September) gefeiert – und das ist in diesem Jahr eben der 30. September.
Preußen ist seit vielen Jahrzehnten untergegangen, die Regelung hat also längst keine bindende Kraft mehr. Sie ist so etwas wie ein Brauch geworden und wird von Heimatvereinen, Erntedank-Gemeinschaften, Ortsvereinen oder Nachbarschaften mehr oder weniger unausgesprochen eingehalten.
Anders ist es in den Kirchen: Die Regelungen sowohl der Evangelischen Kirche in Deutschland wie auch der katholischen Bischofskonferenz laufen darauf hinaus, dass in den Kirchengemeinden am ersten Sonntag im Oktober Erntedank gefeiert wird, also am 7. Oktober.