Regionale-Projekt

Sauerland-Museum: Arnsberg strahlt mit August Macke

Seit kurzem ist der Erweiterungsbau des Sauerland-Museums in Arnsberg eröffnet. Zur Einweihung ist eine glanzvolle Sonderausstellung zu sehen: „August Macke – ganz nah“ stellt den Maler auch als gebürtigen Sauerländer vor.

Der eine oder andere Zuhörer dürfte ein wenig zusammengezuckt sein, als Ministerpräsident Armin Laschet vom „Museum im ländlichen Raum mit großer Strahlkraft“ sprach. Denn Laschet sagte das in Arnsberg – und das ist bekanntlich keine Bauerschaft und kein Dorf, sondern eine veritable Stadt mit 75.000 Einwohnern und Sitz immerhin eines der fünf Regierungspräsidien im Bundesland.

In Arnsberg also wurde kürzlich der Erweiterungsbau des Sauerland-Museums eröffnet. Im 530 m2 großen Anbau ist zum Auftakt auch noch ein besonders „strahlkräftiges“ Werk zu sehen. Denn bis Dezember werden dort rund 130 Arbeiten des aus Meschede gebürtigen Künstlers August Macke gezeigt.

Der „Landsberger Hof“ und die neue Erweiterung des Sauerland-Museums. (Bildquelle: B. Gonzalez)

Projekt der Regionale 2013

Bereits vor gut einem Jahr war das altehrwürdige Sauerland-Museum im „Landsberger Hof“ nach längerer Renovierung eröffnet worden. Es beherbergt eine Sammlung zu Geschichte und Kultur des kurkölnischen Sauerlandes.

Mit der Eröffnung des topmodernen Anbaus ist eines der Vorzeigeprojekte der „Regionale 2013“ abgeschlossen, eines Strukturförderungsprogrammes des Landes NRW. 13,5 Mio. € kostete der Neubau, der sich als Kulturforum für das Sauerland versteht.

„Sonniger Weg“ lautet der Titel dieses Bildes von August Macke (Ausschnitt). (Bildquelle: S. Ahlbrand-Dornseif)

Macke und die Mescheder Wurzeln

Die erste Sonderausstellung trägt den Titel „August Macke – ganz nah“. Sie stellt Leben und Werk des Malers vor und erläutert den zeit- und kulturhistorischen Hintergrund. Eingehend beleuchtet werden dabei auch die familiären Wurzeln des gebürtigen Sauerländers Macke. Die Familie seiner Mutter, so erfährt der Besucher in der Ausstellung, bewirtschaftete einen Bauernhof in der Nähe Meschedes.

August war noch ein Kleinkind, als seine Familie mit ihm nach Köln, später nach Bonn zog – so gilt er bis heute als „rheinischer Expressionist“. Nach etwa einem Jahrzehnt intensiven künstlerischen Schaffens starb Macke im Alter von 27 Jahren im Ersten Weltkrieg.

Ausgestellt sind Leihgaben aus anderen Museen. Vor allem aber werden zahlreiche Stücke aus Privatbesitz gezeigt, die sonst kaum öffentlich zugänglich sind. Das gilt für Gemälde und Zeichnungen ebenso wie für Entwürfe für Bühnenbilder oder aus dem Kunsthandwerk.

Ein Erzbischof und seine Geliebte
Der "alte" Teil des Sauerland-Museums ist in einem ehemaligen, 1605 errichteten Adelspalais untergebracht. Der Erbauer, Erzbischof Ernst von Bayern, überließ seinerzeit die Anlage seiner Geliebten Gertrud von Plettenberg – die gemeinsame Tochter Katharina erbte das „Liebesschloss“ später.
Nach einem späteren Bewohner heißt der Barockbau allgemein „Landsberger Hof“. Er diente lange als Regierungsgebäude, seit 1937 schließlich als Heimatmuseum. Während einer grundlegenden Renovierung war das Museum zuletzt jahrelang geschlossen. 2018 wurde es wiedereröffnet.

Tipps für Besucher

Die Sonderausstellung „August Macke – ganz nah“ ist bis zum 8. Dezember zu sehen im Sauerland-Museum, Alter Markt 24–30, in Arnsberg. Es ist dienstags von 9 bis 19 Uhr, mittwochs bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen unter Tel. (02 91) 9 42 63 72, www.sauerland-museum.de.


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