Wandertipps in Schmallenberg

Auf dem Försterpfad

In Schmallenberg-Latrop (Hochsauerlandkreis) vermittelt der Waldarbeiter- und Försterpfad nützliches Wissen. Besonders für Familien geeignet ist der Holzerlebnisparcours direkt um die Ecke.

Das Dorf Latrop bei Schmallenberg hat sich vom Waldarbeiter- und Köhlerdorf zu einem schmucken Ferienort entwickelt. 2004 wurde es als Golddorf ausgezeichnet. Das 240 Einwohner zählende „Sackgassendorf“ kann pro Jahr eine hohe Zahl von Übernachtungen aufweisen, nicht zuletzt aufgrund der Lage am Rothaarsteig und der vielen attraktiven Wanderwege.

Solch ein Weg ist der Waldarbeiter- und Försterpfad: Auf 4,5 km verrät er die Geheimnisse des Waldes. Die Strecke, gekennzeichnet durch einen grünen Forsthut, führt über gut befestigte Waldwege in einer Höhe von 420 bis 505 m und ist für Groß und Klein geeignet. Der Weg knüpft an die Vergangenheit in der Forstwirtschaft an und erläutert Arbeitsweisen, Landnutzungsformen und Kulturtechniken.

Totholz und Zukunftswald

Start ist am Latroper Waldarbeitermuseum „Alte Mühle“. Es beherbergt seit 2002 eine Ausstellung ­alter Werkzeuge und Motorsägen und zeigt alte Forstakten und Bilder aus dem Wald- und Dorfleben.

Die alte Mühle im Dorf beherbergt ein Waldarbeitermuseum. (Bildquelle: Richter)

Weitere 16 Stationen informieren über das Ökosystem Wald und den Rohstoff Holz. Was verbirgt sich hinter den Begriffen „Festmeter“ und „Schüttraummeter“? Wann spricht man von Totholz? Welche Bedeutung hat der Waldboden mit seinen Kleinlebewesen?

Der Pfad beantwortet diese Fragen und zeigt die Zusammenhänge der heimischen Kulturlandschaft auf. Interessant ist zum Beispiel die Darstellung des „Alten Pflanzkamps“ von 1830, in dem die ­jungen Waldpflänzchen von Waldarbeitern und „Kulturfrauen“ bis in die 1960er-Jahre ausgesät und gepflegt wurden. Später übernahmen das die Baumschulen.

Wald und Wild

Dass die Wildbestände eines Waldes genau zu kontrollieren und bei Bedarf zu reduzieren sind, wird an der Station „Wald-Wild-Konflikt“ aufgezeigt: Nur durch diese Regulierung kann ein Mischwald von Wildschäden ungestört wachsen.

Für eine dauerhafte Pflege und nachhaltige Nutzung des Waldes bedarf es ausgebildeter Fachkräfte. Direkt am Waldarbeiter- und Försterpfad befindet sich ein Ausbildungsstützpunkt des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Hier werden junge Leute zu Forstwirten ausgebildet. Sehenswert ist auch ein Schaumeiler, der die Herstellung von Holzkohle für die Eisenverhüttung erklärt. Das Köhlerhandwerk war früher im Sauerland weit verbreitet.

Die letzte Station des Rundweges ist das Alte Forsthaus von Latrop. In der Deele, die für Besucher offen steht, kann man eine gemütliche Rast einlegen. Außerdem ist dort eine Sammlung von Gebrauchsgegenständen und Handwerkszeug der Förster zu sehen. Ausgestellt sind zudem Tierpräparate des einstigen Försters Günter Schmitz.

Gebrauchsgegenstände und Handwerkszeug des früheren Försters Günter Schmitz sind im „Alten Forsthaus“ zu sehen, der letzten Station des Weges. (Bildquelle: Richter)

Xylofontöne im Wald

Noch mehr über Wald und Holz ist auf dem „Holzerlebnisparcours Schmallenberg“ zu erfahren, rund 9 km von Latrop entfernt. Der etwa 4 km lange, stadtnahe Wanderrundweg führt ohne große Steigungen durch Wald und Flur. Er ist besonders für Familien, auch mit kleineren Kindern ab fünf Jahren, geeignet. Selbst mit geländegängigen Kinderwagen kann die Strecke zurückgelegt werden.

An acht Stationen gibt es einiges zu sehen, zum Beispiel ein Xylofon im Wald oder ein Schiff, das allen Landschaftsnutzern signalisieren soll: „Wir sitzen gemeinsam in einem Boot“. Wie der Specht seine Maden findet und was passiert, wenn ein Glied des „Netzwerkes aus Pflanzen und Tieren“ aus der Kette fällt: Antworten auf solche Fragen fallen stets kindgerecht aus und regen zum Nachdenken an. Ein überdimensionaler Bilderrahmen mit Schmallenberg im Hintergrund bietet die Möglichkeit für ein Erinnerungsfoto. Vor oder nach dem Rundgang empfiehlt sich ein Besuch des Holz- und Touristik­zentrums. Dort startet und endet der Weg.