Vom Bäckermeister

Tipps zum Brot backen und genießen

Brotteig mit wenig Hefe braucht viel Zeit zum Aufgehen. Dinkelmehl darf nicht zu lange geknetet werden. Diese und weitere Infos zum Brot backen gibt Bäckermeister Jörg Terjung.

Wer selbst Brot backt, muss heute schon an das Brot für morgen denken. Darauf weist Bäckermeister Jörg Terjung aus Lüdinghausen im Kreis Coesfeld hin. Denn einige Teige brauchen viel Zeit zum Aufgehen oder bestimmte Zutaten Stunden zum Einweichen.

Hier sind einige Tipps vom Brot-Experten:

Wenig Hefe, viel Gehzeit: Ein Trend beim Brotbacken ist der Einsatz von sehr wenig Hefe und vielen Stunden Gehzeit des Teigs. Denn Brote mit langer Teigführung sind bekömmlich, weil sich bestimmte Mehlbestandteile, die Fructane, über die lange Zeit abbauen. Außerdem verbessert sich das Aroma, besonders bei Dinkelbroten. Jörg Terjung hat beispielsweise ein Emmerbrot im Programm, das nur 3 g Hefe pro 1 kg Mehl enthält und 17 Stunden ruht. Ein anderes Brot geht sogar 72 Stunden.

Mehlsorten: Die Mehlsorte bestimmt den Geschmack des Brotes. Weizenmehl mit der Type 550 – das ist das typische Brötchenmehl – ist zurückhaltend im Aroma. Brot aus Emmermehl schmeckt würzig, mitunter nussig. Brot mit Roggenmehl kräftig und ein bisschen säuerlich. Weizenmehl Typ 1050 färbt das Brot dunkel, weil es viel von der Schale des Korns enthält.

Dinkelmehl kurz kneten

Dinkelmehl nicht zuviel kneten: Wer mit Dinkelmehl backt, sollte den Teig mit der Küchenmaschine acht Minuten langsam und dann noch einmal zwei Minuten schnell kneten. Diese Zeit sollte die Teigverarbeitung nicht überschreiten. Sonst wird das Klebergerüst überstrapaziert und der Teig verflüssigt sich.

Körner rösten und einweichen: Brote bekommen durch die Zugabe von Leinsamen, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, Sesam und andere Körner Aroma und Biss. Viele der Kerne quellen, wenn sie mit Flüssigkeit Kontakt haben. Damit sie diese nicht dem Brotteig entziehen und schön saftig wird, müssen Kerne und Samen vorab einige Stunden, am besten über Nacht in Wasser quellen. Bei Leinsamen sollte das Verhältnis Saaten zu Wasser 1 Teil Kerne und 1,6 Teile Flüssigkeit sein. Die anderen Körner benötigen weniger Flüssigkeit. Bäcker nennen dieses Quellstück. Um besonders viel Aroma aus den Kernen "herauszuholen", röstet Jörg Terjung diese vor dem Einweichen in einer Pfanne ohne Fett oder im Backofen an bis sie duften.

Krümelige Krume: Die Krume ist das Innere des Brotes. Krümelt sie beim Schneiden, wurde der Teig mit zu wenig Wasser oder zu viel Mehl gemacht.

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