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Speicher wird zum Wohnhaus

Neues Wohnen in altem Fachwerk

Vor vier Jahren haben Miriam Reuter und Torsten Lorenz einen Speicher in Münster-Handorf gekauft. Inzwischen ist aus dem baufälligen Fachwerkgebäude ein modernes Wohnhaus geworden. Alte und neue Materialien wurden gekonnt kombiniert.

Miriam Reuter und Torsten Lorenz vor ihrem Speicher. Besonders drumherum geht ihnen die Arbeit nicht aus.

Zwei Liegestühle stehen rund 20 m vom Haus, direkt vor einem großen Sandhaufen. Viele ruhige Momente haben Miriam Reuter und Torsten Lorenz dort aber noch nicht genossen. Zu viel ist immer noch zu tun, in und an ihrem Speicher. Er steht auf einem Hof in Münster-Handorf und wurde ausparzelliert. 2015 hat das Paar das baufällige Gebäude mit großem Grundstück gekauft. Er ist Lehrer. Sie hat den Umbau als Architektin selbst geplant.

Inzwischen hat der um 1880 gebaute Speicher sein Gesicht gewaltig verändert. Neue Bodenplatte und neues Dach, ein 3 t schwerer Grundofen, gedämmte und mit Lehm verputzte Wände: Die Liste der Maßnahmen ist lang. Nach dem Umbau stehen rund 210 m2 Wohnfläche zur Verfügung. 70 davon nutzt eine Mieterin, die sich in ihrer Wohnung auf der nördlichen Giebelseite "wie in einem Leuchtturm" fühlt. So viele verschiedene Ebenen liegen zwischen Keller und Dachfirst.

Die Lust am Tun

Auch in ihren Räumen spielen Miriam Reuter und Torsten Lorenz mit unterschiedlichen Ebenen und Deckenhöhen. Über Küche und Esszimmer spannt sich in 5 m Höhe eine weiße Holzdecke. Eine Treppe aus rohem, gewachsten Stahl führt ins Obergeschoss, dass Platz für eine offene Galerie und ein Ankleidezimmer bietet.

Die 40-Jährige und ihr sechs Jahre älterer Partner sind passionierte Selbermacher, auch noch nach fast drei Jahren Baustelle. Aus Torsten Lorenz ist seit dem Einzug vor anderthalb Jahren ein begeisterter Obst- und gemüsegärtner geworden, Auf 300 m2 wächst in 30 Hügelbeeten fast alles, was das Paar in der Küche braucht.

So sah der Speicher vor dem Umbau aus.

Fenster und Türen orientieren sich an der Struktur des Fachwerks. Die weißen Fenster markieren alte Öffnungen, neue sind grau eingefasst.

Der Boden vermittelt Ruhe und Weite. Er wurde mit einer hellgrauen Zementmasse gespachtelt.

Mehr zu dem Projekt und den besonderen Fenstern des Speichers lesen Sie in Ausgabe 20/2019 des Wochenblatts.