Wenn Knochen leise schwindet

Jede dritte Frau über 50 ist an Osteoporose erkrankt. Die Therapie setzt vor allem auf vorbeugende Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung.



Aufgrund des Hormonmangels nach den Wechseljahren sind Frauen besonders von Osteoporose betroffen. Begünstigt wird die Erkrankung auch durch Veranlagung und Lebensstil. Eine zu geringe Aufnahme von Calcium und Vitamin D, starkes Untergewicht, Bewegungsmangel, erhöhter Alkoholkonsum und Rauchen erhöhen das Erkrankungsrisiko, wie Dr. Albert Neff, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Lübbecke-Rahden, bei einer Informationsveranstaltung mitteilte.

Was ist Osteoporose?
Es handelt sich um eine Knochen­erkrankung, bei der Knochensubstanz instabil und brüchig wird. Dabei ist die Struktur der Knochen mit dem Gerüst des Eiffelturms zu vergleichen. Querbalken sorgen für die Festigkeit des Knochens. Bei einer Osteoporose dünnen diese Bälkchen aus. Es entstehen Hohlräume, die den Knochen instabil machen. Mögliche Folgen sind vor allem Schmerzen, Hohlrundrücken und Knochenbrüche.

Die optimale Behandlung besteht aus drei Säulen:

Bewegung: Nur wenn Knochen ausreichend stark belastet werden, kann sich auch Knochensubstanz aufbauen. Schwimmen und Krafttraining wirken sich positiv aus. Wichtig sind tägliche Spaziergänge von etwa einer halben Stunde an der frischen Luft. Nicht nur die Bewegung ist dabei von Vorteil. Das Sonnenlicht auf der Haut sorgt dafür, dass der Körper ausreichend Vitamin D produziert, was unter anderem zur Mineralisierung der Knochen benötigt wird.

Ernährung: Mineralstoffe wie Calcium sorgen für feste und harte Knochen. Eine calciumreiche Kost mit einem Mix aus Milchprodukten, grünem Gemüse, Kräutern, Nüssen und calciumreichen Mineralwasser ist wichtig. Generell sollte möglichst frisch gekocht und auf Fertigprodukte verzichtet werden. Letztere enthalten tendenziell zu viel Phosphat, Salz, Eiweiß und Fett, was die Aufnahme von Calcium im Darm behindert.

Medikamente: Zur Behandlung einer Osteoporose stehen Wirkstoffe zur Verfügung, die entweder den Knochenabbau hemmen oder den Aufbau stimulieren. „Am häufigsten werden Bisphosphate verordnet, die den Knochenabbau hemmen“, informiert Mediziner Neff. Gängige Präparate heißen beispielsweise Fosamax, Actonel oder Bonivia. In der Regel werden diese Arzneien nur Frauen nach den Wechseljahren verabreicht. Sie können nach bestimmten Einnahmeregeln in Tablettenform geschluckt werden. Alternativ lässt sich der Wirkstoff auch quartalsweise oder einmal im Jahr intravenös verabreichen. Zu bedenken gibt Dr. Albert Neff eines: „Da sich der Wirkstoff mit der Zeit im Knochen anreichert, kann ein Zuviel davon den Knochen spröde machen. Deshalb sollte die Behandlung nicht länger als drei Jahre dauern.“

Zur Verfügung stehen noch weitere Medikamente wie Raloxifen, das vorbeugend in Tablettenform eingesetzt wird oder Parathormone, die täglich unter die Haut gespritzt werden und den Knochenaufbau fördern.

Relativ neu ist Denosumab, ein Eiweißstoff, der das biologische Gleichgewicht im Knochen mitsteuert. Es wirkt dem Knochenabbau entgegen und wird zweimal im Jahr unter die Haut gespritzt.

Manche Präparate enthalten eine Kombination aus beiden Wirkstoffgruppen, wie beispielsweise Strontiumranelat. Diese fördern den Knochenaufbau und wirken dem Abbau entgegen.

Wie lange die Medikamente eingenommen werden müssen, richtet sich im Einzelfall danach, wie hoch das Risiko für einen Knochenbruch ist. Denn auch diese Medikamente haben Nebenwirkungen. LHo


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