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Wenn das Knie kaputt ist

Ein Kniegelenks-Implantat einzusetzen, sollte immer die letzte Option sein. Fotos: Fotolia/photography

Das Kniegelenk gehört zu den größten Gelenken unseres Körpers. Ständig ist es Druck, Zug- und Beschleunigungskräften ausgesetzt. Mit dem Alter nehmen daher Verschleißerscheinungen, wie die Knierarthrose, zu.

Bei dieser schmerzhaften Krankheit wird die schützende Knorpelschicht im Knie zerstört, und die Gelenkinnenflächen reiben direkt aufeinander. Dadurch verformt sich das Gelenk. Heilbar ist die Gonarthrose, wie die Kniearthrose in der Fachsprache heißt, bislang nicht. Jedoch lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung in vielen Fällen aufhalten bzw. die zunehmenden Schmerzen erträglicher machen.

Welche verschiedenen Therapiemöglichkeiten es gibt und wie eine optimale Nachbehandlung aussieht, darüber informierte am Dienstag vergangener Woche ein Ärzteteam der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Johannes Wesling Klinikums (JWM) in Minden.

Zuerst: Konservative Therapie

Bevor der Ersatz mit einem künstlichen Knie infrage kommt, sollten konservative Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sein. Dr. Martin Sattler informierte über Behandlungsmöglichkeiten vor der Knieprothese. Als Therapien, die sich positiv auf den Verlauf einer Kniearthrose auswirkten, nannte er:
Physiotherapie:
weil sie die Koordination der Muskulatur übt und die Gelenksteife reduziert;
Gewichtsreduktion: bei Übergewicht;
Akupunkturbehandlung bei chronischer Gonarthrose;
Behandlung mit Schmerzmitteln, allen voran Diclofenac und Ibuprofen. Weniger Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt rufe ein neues Medikament namens Arcoxia hervor. Dies sei aber noch sehr teuer.

Gelenkerhaltende Eingriffe

In manchen Fällen könne auch eine gelenkerhaltende Operation helfen, das Kniegelenk so lange wie möglich zu bewahren. Möglich sei dies bei Patienten mit einseitiger Arthrose des Kniegelenks wie bei X- oder O-Beinen. Bei der Korrekturosteotomie werde die Achsfehlstellung korrigiert und so der einseitige Druck auf das Gelenk genommen.

Bei der Arthroskopie, also der Gelenkspiegelung, können Schädigungen des Gelenks wie Meniskusriss, Knorpelschäden und Verletzungen der Kreuzbänder operiert werden. „Patienten mit Achsfehlstellung und weit fortgeschrittener Arthrose ist von einer Gelenkspiegelung jedoch abzuraten“, erklärt Dr. Martin Sattler.

Es gibt viele Prothesetypen

Über die Möglichkeiten verschiedener Kniegelenk-Implantate informierte Prof. Dr. Jochen Zeichen, Chefarzt der Klinik für Unfallchi­rurgie und Orthopädie am JWK. Für den Erfolg der Behandlung sei die Mitarbeit des Patienten erforderlich, wenngleich er auch einräumte: „Etwa 10 bis 20% der Patienten bekommen irgendeine Art von Problem mit dem künstlichen Kniegelenk, ohne dass wir wissen wa­rum.“

Die Prothese sei daher immer die letzte Wahl. Im Zweifelsfall sollten Patienten sich auch nicht scheuen, eine zweite Meinung eines weiteren Spezialisten einzuholen. LHo

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Wochenblatt-Folge 37/2012 auf Seite 106.