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Urlaub im Rollstuhl

Im Rollstuhl zu sitzen ist kein Grund, auf Reisen zu verzichten. Unterstützung bietet der Verein "Urlaub und Pflege e.V." aus Telgte, der Reisen für Menschen mit Pflegebedarf und Behinderung anbietet.

Seit sieben Jahren verbringt das Ehepaar Heinrich und Maria Schultes aus Warendorf Ferien mit dem Verein "Urlaub und Pflege" aus Telgte. Foto: G. Lütke Hockenbeck

"Dieses Jahr haben wir eine Erlebnisreise nach Haffkrug an der Ostsee gebucht”, berichtet Maria Schultes aus Warendorf. Und Ehemann Heinrich bestätigt: „Das war wieder schön“.

Schon seit sieben Jahren reist das Ehepaar mit dem Verein ‚Urlaub und Pflege e.V.’ aus Telgte in Urlaub. Das Besondere: Der Verein bietet ausschließlich Reisen für Menschen mit Pflegebedarf und verschiedenen Behinderungen an. Neben Gruppenreisen organisiert der Verein auch individuell ausgearbeitete Einzelreisen für pflegebedürftige Menschen. Mit von der Partie sind stets speziell geschulte Betreuer oder examinierte Pflegekräfte. Die Unterkünfte sind rollstuhlgerecht und den Bedürfnissen pflegebedürftiger Menschen angepasst.

Urlaub und Pflege e.V.
Der Verein aus Telgte bietet Gruppen- und Einzelreisen für folgende Zielgruppen:
– Gäste im Rollstuhl
– Gäste mit Hilfs- und Pflegebedarf bis zur Pflegestufe 3
– Blinde und sehbehinderte Gäste
– Dementiell erkrankte Gäste
Neben dem Hauptsitz in Telgte gibt es noch mehrere Zweigstellen in NRW sowie in Hessen und Hamburg.
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„Unser Anliegen ist es, pflegebedürftigen Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Entspannung und Erholung zu verschaffen. Sie können Kontakte zu anderen Menschen knüpfen und aktiv ihre Freizeit mitgestalten. Das wirkt sich auch positiv auf den Pflegeverlauf aus”, so Susanne Hanowell vom Verein ‚Urlaub und Pflege’.

Bis zur Pflegestufe 3

Zielgruppe ihrer Reiseangebote sind all jene, die an Standardurlaubsangeboten nicht teilnehmen können. Dazu zählen Menschen mit Pflegebedarf bis zur Pflegestufe III, demenziell erkrankte Menschen, Blinde und Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen Hilfe und Begleitung benötigen. „Die Angebote werden fast ausschließlich von Menschen wahrgenommen, die sich im Rollstuhl transportieren lassen”, so Susanne Hanowell.

Gute Organisation

Auch Heinrich Schultes ist Rollstuhlfahrer. Seit einem Schlaganfall im Jahre 1997 ist der pensionierte Elektriker linksseitig gelähmt und hat den Pflegebedarf der Pflegestufe II. Früher seien sie wenig gereist, hätten das Geld gespart, um das Eigenheim abzubezahlen. Reisen, das wollten sie später, erzählt der 74-Jährige.

Doch das Ehepaar lässt sich von der Pflegesituation des Mannes nicht behindern. Durch eine Anzeige in der Tageszeitung wurde Maria Schultes auf das Reiseangebot des Vereins ‚Urlaub und Pflege’ aufmerksam. 2003 buchte die rüstige 69-Jährige die erste von mittlerweile neun mehrtägigen Erholungsreisen für sich und ihren Mann. „Wir müssen uns um nichts kümmern, werden von Zuhause abgeholt und anschließend wieder nach Hause gebracht. Alles ist gut organisiert. Und die Unterkünfte und Freizeitaktivitäten sind behindertengerecht”, schwärmt das Ehepaar. LHo