Radfahren

Sicher mit dem Mountainbike durchs Gelände

Wer mit dem Bike durchs Gelände fährt, sucht den Adrenalin-Kick. Selbstüberschätzung kann dabei zu schweren Verletzungen führen.

Radfahren ist an sich nicht ­besonders gefährlich. Wenn die Biker aber mit ihren Rädern zum Beispiel in einem Bikepark bergab durch das Gelände ­rasen, dann bleiben Stürze nicht aus. Meistens geht es glimpflich aus, doch manchmal kommt es zu schweren Verletzungen.

Häufig kommt es zu Knochenbrüchen

Bei einem Sturz versucht der Biker, sich mit dem Arm abzufangen, und bricht sich dabei häufig den Unterarm, gefolgt von Schlüsselbein und Oberarm, beschreibt Dr. Ayhan Artkan, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Franziskus-Hospital Winterberg, einen häufigen Unfallhergang. Manchmal kommt der Fahrer auch zuerst mit dem Fuß auf und knickt dabei um, wodurch er sich schwere Verletzungen des Sprunggelenks und des Schienbeins zuzieht. Aber auch Rippenserienbrüche und stumpfe Bauchverletzung, zum Teil mit Milz-, Leber- und Nierenverletzungen, kommen vor.

Selbstüberschätzung als Ursache

Aber warum kommt es überhaupt zu Stürzen? „Die häufigsten Gründe für Unfälle sind Selbstüberschätzung, mangelnde Erfahrung mit Radfahren im Gelände und zu hohe Geschwindigkeiten“, sagt der Mediziner. An der erforderlichen Schutzausrüstung mangelt es den Bikern selten, stellt er fest.

Dr. Ayhan Artkan appelliert an die Biker, vorsichtig und umsichtig zu fahren und die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Dadurch ließen sich viele Unfälle vermeiden. Bevor es ins Gelände geht, sollten Biker sich über das richtige Fahrverhalten informieren und zum Beispiel das richtige Bremsen oder das Kurvenfahren üben.

Gut geschützt aufs Bike

Ohne eine gute Schutzausrüstung sollte sich niemand mit dem Rad ins Gelände wagen. Dazu gehören:
- Helm: Biker sollten mindestens einen Halbschalenhelm tragen. Besseren Schutz bieten sogenannte Fullface Helme mit Vollvisier. Sie schützen den Kopf zu jeder Seite und sind sehr stoßfest. Allerdings sind sie schwerer und teurer als ein Halbschalenhelm. Weiterer Nachteil ist die schlechtere Luftzirkulation.
- Brille: Die Downhill-Brille, Goggle genannt, schützt vor spitzen Ästen oder Dornen, zum Beispiel von Brombeerbüschen. Bei einem Sturz schützt sie davor, dass kleine Steine ins Auge fliegen.
- Rückenprotektor: Für Anfänger eignet sich am besten eine Protektorenjacke. Sie beinhaltet Rücken-, Brust- und Ellenbogenprotektoren. Leichte Protektorenwesten bieten weniger Schutz, sind aber gut für längere Fahrten geeignet. Es gibt auch Rucksäcke mit integrierten Protektoren.
- Knie- und Ellenbogenschoner: Bei einem Sturz sind die Knie fast immer betroffen. Deshalb sollten sie unbedingt geschützt sein. Ein wesentlicher Unterschied bei Knieschützern ist die Schutzkappe. Leichtere Konstruktionen haben einen dämpfenden Schaumstoff, der von einer robusten, textilen Außenhülle umgeben ist. Schwerer und stabiler sind Knieschützer mit Hardcap, einer Schutzkappe aus robustem Kunststoff. Beim Downhill und im Bikepark sind Schützer mit Hardcap zu empfehlen. Für sportliche Touren- und Trailfahrten eignen sich Knieschoner mit Schaumstoff gut, da sie leichter und besser belüftet sind. Ähnliches gilt für Ellenbogenschoner.
- Handschuhe: Wie die Knie sind die Hände nahezu bei jedem Sturz betroffen. Handschuhe schützen zwar nicht vor einer Fraktur, können aber Abschürfungen vermeiden. Außerdem verbessern sie den Halt am Lenker.

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