Sicherheitsschuhe

Schützen Sie Ihre Füße

Beschwerden mit den Füßen kommen nicht von ungefähr. Falsches Schuhwerk kann die Ursache sein. Müssen von Berufs wegen Sicherheitsschuhe getragen werden, kommt es vor allem auf den passgenauen Sitz an

Falsches Schuhwerk ist nicht nur eine Gefahrenquelle bei der Arbeit im Stall, im Forst, auf der Baustelle oder im Betrieb. Schlecht sitzende und minderwertige Schuhe führen auch zu Rücken-, Hüft- und Kniebeschwerden. Das gilt für Sicherheitsschuhe einmal mehr, denn sie gehören in der Land- und Forstwirtschaft, dem Gartenbau oder im Handwerk zur notwendigen Ausrüstung dazu.

Für den Schutz der Füße sind sie in Berufen wie diesen sogar vorgeschrieben. Doch mit Sicherheitsschuhen ist das oft so eine Sache, wie Denise Wilke und Kirsten Brandt von der Berufsgenossenschaft der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zu berichten wissen.

Häufig sind die Passform falsch gewählt und Fußfehlstellungen bei der Auswahl der Sicherheitsschuhe nicht ausreichend berücksichtigt. So kommt es, dass langfristig nicht nur Füße schmerzen, sondern auch Beschwerden am Muskel-Skelett-System auftreten.

Wo die Probleme bei Sicherheitsschuhen liegen

Für einen gut sitzenden Sicherheitsschuh sind neben der Schuhgröße auch die Breite und Weite des Schuhs zu beachten. Wer im Internet oder aus dem Katalog bestellt, kann jedoch oft nur nach der Schuhgröße, nicht aber nach der Breite oder Weite bestellen. Preisgünstige Sicherheitsschuhe vom Discounter sind meist keine gute Lösung. „Sie haben in der Regel einen schlechten Tragekomfort. Häufig sind sie zu gering gedämpft, um Schritte gut abzufedern“, sagt Denise Wilke.

Problematisch für Frauen kann es werden, wenn sie auf kleine Größen von Männerschuhen zurückgreifen. Oft sind diese im Bereich des Vorfußes viel zu weit.

„Werden Sicherheitsschuhe über den Betrieb beschafft und hat sich dieser an eine oder nur bestimmte Firmen gebunden, kann vielleicht nicht der optimale Sicherheitsschuh darunter gefunden werden“, erklärt Denise Wilke. Schwierig kann es auch werden, wenn Sicherheitsschuhe für Menschen mit Fehlstellungen wie Knick-, Senk-, Platt- oder Spreizfüßen oder mit Erkrankungen wie Diabetes versorgt werden müssen. Wie der Schutz bei orthopädischen Problemen aussehen kann, finden Sie hier.

Beim Kauf von Sicherheitsschuhen beachten

Um Rötungen und Druckstellen an den Füßen zu vermeiden, müssen Sicher- heitsschuhe passgenau sitzen. Tragen Sie die Schuhe am besten Probe.   (Bildquelle: fineart-collection/stock.adobe.com)

Die Expertinnen der Berufsgenossenschaft empfehlen, Sicherheitsschuhe beim Fachhändler, wie einem Ausstatter für Berufsbekleidung, zu kaufen. Um die passgenaue Größe für den Sicherheitsschuh zu finden, vermessen diese die Füße beispielsweise mittels 3-D-Scanners, Footdisc oder Schalen-Messsystemen.

„Die Messsysteme berücksichtigen nicht nur die Fußlänge, sondern auch die Fußbreite“, erklärt Kirsten Brandt. Im 3-D-Scanner seien auch Fehlstellungen gut zu erkennen. Tipp: Für einen Selbsttest empfiehlt sie den Innensohlentest. Dazu die Innensohle aus dem Sicherheitsschuh herausnehmen und sich darauf stellen. So lässt sich erkennen, ob der Schuh zu klein, zu groß oder etwa im Vorfußbereich zu eng ist.

Wenn Sicherheitsschuhe nicht passen

Sind Sicherheitsschuhe zu groß bzw. haben sie die falsche Passform, verfehlen sie zudem ihre Schutzfunktion. Beispielsweise werden dann die Zehenknochen nicht ausreichend geschützt. Sitzen Sicherheitsschuhe nicht optimal, kann es zu Hautrötungen, Druckstellen, Schmerzen und Blasen kommen.

Sind die Schuhe zu groß oder zu weit, verkrallen die Zehen, um auf der Sohle Halt zu finden. Das führt auf Dauer zu Fehlstellungen der Füße bzw. verschlechtert diese, wie bei Hammer- oder Krallenzehen. Auch ein Schiefstand der Großzehe, der Hallux valgus, kann durch falsches Schuhwerk begünstigt werden.

„Aufgrund der Beschwerden werden die Sicherheitsschuhe dann nicht oder nur selten getragen“, sagt Kirsten Brandt. Das gilt häufig auch, wenn sich aufgrund schlechter Wärme- und Feuchtigkeitsregulation ein unangenehmer Schweißgeruch in den Schuhen entwickelt.

„Ein Fuß kann bis zu 200 ml Flüssigkeit pro Tag abgeben“, informiert Denise Wilke. Damit weniger Schweißgeruch entsteht, bieten einige Hersteller spezielle Einlegesohlen an, die lindern helfen. Wichtig zu wissen: „Nicht jede Einlage darf in jeden Schuh“, erklärt die Expertin.

Sicherheitsschuhe der Sicherheits-kategorie S1 müssen mit einer Zehenschutzkappe ausgestattet sein, die mindestens 200 Joule Druck aushält. Diese kann etwa aus Metall, Carbon oder Kunststoff bestehen. (Bildquelle: AK-DidiArt/stock.adobe.com)

Laut Baumusterprüfung des Herstellers dürfen nur vom Hersteller geprüfte und zertifizierte Einlagen benutzt werden. Damit hat etwa eine warme Lammfell-Einlage aus dem Discounter in einem Sicherheitsschuh nichts zu suchen. Sie würde den Innenraum des Schuhs sowie die Isolations- und Leitfähigkeit verändern, aber auch den Abstand der Zehen zur Schutzkappe verringern.

Der Weg zum passenden Sicherheitsschuh

Sicherheitsschuhe werden in unterschiedlichen Sicherheitsstufen mit Schutzkategorien von S1 bis S5 angeboten. Die Auswahl der Schuhe ist abhängig von der Gefährdungsbeurteilung, dem Einsatzbereich bzw. der Arbeitsanforderung sowie der notwendigen Sicherheitskategorie.

Darüber hinaus sind auf den Sicherheitsschuhen oft auch Zusatzangaben zu finden. So stehen beispielsweise das A für antistatische Eigenschaften, C für leitfähige Sicherheitsschuhe, CI für Kälteisolierung, I für elektrisch isolierende Sicherheitsschuhe oder P für Durchtrittssicherheit.

Um den passenden Sicherheitsschuh zu finden, müssen also die Art der Arbeit, die Sicherheitsstufe, mögliche Fehlstellungen und Beschwerden sowie die Fußform und das Geschlecht des Trägers geprüft bzw. berücksichtigt werden.

Sind die Füße vermessen, sollten verschiedene Sicherheitsschuh-Modelle mit unterschiedlichen Weiten und Leisten anprobiert werden. „Testen Sie den Tragekomfort beim Gehen auf der Ebene, beim Treppensteigen und Hinknien“, rät Kirsten Brandt. Besteht Bedarf für eine orthopädische Schuhzurichtung bzw. Versorgung mit Einlagen, kann diese dann veranlasst werden.

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