Hämorrhoiden und Analfisteln lasern

Probleme mit Hämorrhoiden oder Analfisteln?

Jede dritte Person hierzulande hat in ihrem Leben mit Hämorrhoiden zu tun. Rund zwei von 20  000 Menschen leiden an Analfisteln. Einige der Beschwerden lassen sich auch mittels Laser behandeln. Schon davon gehört?

Beim Thema Hämorrhoiden, Abszesse und Analfisteln treibt es so manchem die Schamesröte ins Gesicht. Viele Betroffene zögern den Gang zum Hausarzt oder Proktologen, dem Facharzt für Enddarmerkrankungen, unnötig hinaus. Dabei lassen sich die meisten Beschwerden gut behandeln.

Je nach Symptomatik und Schweregrad der Erkrankung stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dr. Kushtrim Shala, Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie mit Prok­tologie am St. Elisabeth-­Hospital Beckum im Kreis Warendorf setzt unter anderem Laserverfahren ein. Diese minimalinvasiven Methoden werden hierzulande in der Proktologie erst seit etwa zehn Jahren und bislang nur an vereinzelten Kliniken wie beispielsweise in Beckum, Borken, Köln, Siegen oder Witten durchgeführt.

Ob die Laserbehandlung dauerhaft von den Beschwerden befreit, darüber gibt es derzeit ­keine Langzeitstudien. Dennoch setzt Dr. Kushtrim Shala in dafür geeigneten Fällen auf das Schließmuskel-schonende minimalinvasive Laserverfahren.

Gefäßpolster werden gezielt weggeschrumpft

Hämorrhoiden werden je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich therapiert. Wenn möglich bietet Dr. Shala den Patienten mit symptomatischen Hämorrhoiden des Schweregrads II und III die minimalinvasive Lasertherapie, die Laserhämorrhoidoplastie, an. „Diese schont die Analhaut und greift den Schließmuskel nicht an“, sagt der Experte.

Der Chirurg setzt kleine Schnitte von 0,2 bis 0,5 cm. Über diesen Einschnitt platziert er eine dünne Lasersonde in den Bereich der betroffenen Gefäßpolster und erhitzt diese, ohne umliegendes Gewebe zu verletzen. Dabei schrumpft die Hämorrhoide von innen heraus und bildet sich nach vier bis sechs Wochen komplett zurück.

Der behandelte Bereich wird mit einer leichten Analtamponade versehen. Der Eingriff dauert etwa 15 Minuten. In den ersten Tagen können minimale Schmerzen auftreten, die sich mit Schmerzmitteln behandeln lassen. „In der Regel sind die Patienten jedoch nach einer Woche völlig schmerzfrei und wieder arbeitsfähig“, sagt Dr. Kushtrim Shala.

Auch Fistelgänge lassen sich weglasern

Auch in der Behandlung von Analfisteln kann die Lasertherapie eine Option sein. „Schon nach kurzer Zeit sind die Patienten meist völlig schmerzfrei und arbeitsfähig“, infor­mierte der Experte. Bleibende Komplikationen treten nicht auf.

In der Regel müssen Analfisteln chirurgisch entfernt werden, um das entzündete Gewebe restlos herauszuschälen. Je nach Verlauf des Fistelganges oder Fisteltyps kommen dabei unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz. Keine davon garantiert eine 100%ige Heilung, auch eine Lasertherapie kann das nicht. „Doch der Vorteil einer Lasertherapie ist, dass dabei der Schließmuskel ­geschont wird und die Kontinenz erhalten bleibt“, argumentiert der Mediziner. Außerdem ist bei diesem Verfahren die Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Stomas) in der Regel nicht erforderlich.

Ein Wort zur Analhygiene
Nach jedem Stuhlgang sollte ein jeder das Bidet benutzen. In diesem niedrig angebrachten Sitzwaschbecken lassen sich Genitalien sowie der Analbereich mit klarem Wasser säubern. „Toilettenpapier ist nur dazu da, den Po abzutupfen, nicht um ihn abzuwischen“, sagt Dr. Kushtrim Shala. Steht kein Bidet zur Verfügung, rät der Experte zur Verwendung von Babyfeuchttüchern, die man allerdings vor Gebrauch mit ­Wasser ausspülen sollte. Nicht ausgespülte Tücher können Hautekzeme begünstigen.

Bei der Lasertherapie wird eine ­flexible, rundum abstrahlende Glasfasersonde von außen in den Fistelgang geführt. Anschließend wird der Laser, der den Fistelgang von innen mit Laserlicht bestrahlt, langsam zurückgezogen. „Dabei wird Fistelgewebe zerstört und der Fistelgang zieht sich zusammen“, erklärt Dr. Shala. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten. Sie kommt ohne Schnitte aus und es gibt nur eine sehr kleine Wunde. Entsprechend schnell sind die Patien­ten wieder schmerz- und beschwerde­frei.

„In einer Akutphase muss der Fistelgang jedoch vor der Laserbehandlung mittels einer speziellen Fadendränage vorbereitet werden, damit der Eiter abfließen und die Entzündung im Fistelgang zurückgehen kann“, sagt der Experte für Enddarmerkrankungen.

Fazit

  • Für Hämorrhoiden mit Schweregrad II und III ist die Lasertherapie eine weitere Behandlungsoption.
  • Für einige Arten von Analfisteln gilt das auch. Manchmal sind ­allerdings mehrere Behandlungen erforderlich.
  • Nicht zwangsläufig lassen sich Fisteln mit der Lasertherapie heilen. Fisteln können auch immer wiederkommen.
  • Einer der Vorteile der Lasertherapie ist jedoch, dass sie die Kontinenz erhalten.
  • Ob eine minimalinvasive Lasertherapie also sinnvoll ist, sollten Patienten vorab mit dem Arzt besprechen.

Den ausführlichen Beitrag können Sie nachlesen auf den Gesundheitsseiten im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben in der Folge 8 vom 20. Februar 2020.

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