Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Neue Therapien bei Rheuma

Nacht-Kortison bei Morgenschmerz? Rapssamen in der Rheumatherapie? Beim Patiententag des Kooperativen Rheumazentrums Münsterland e. V. wurden neue Therapien vorgestellt.

Ein Bewegungsbad in Rapssamen tut rheuma- kranken Händen gut. Foto: G. Lütke Hockenbeck

Nacht-Kortison bei Morgenschmerz? Rapssamen in der Rheumatherapie? Beim Patiententag des Kooperativen Rheumazentrums Münsterland e. V. gaben Experten Infos zu rheumatischen Krankheitsbildern und stellten neue Therapien vor.

Rheumapatienten haben meist starke Schmerzen und sind in ihrer Bewegung oft stark eingeschränkt. Erste Anzeichen dieser chronischen Erkrankung können steife Gelenke sowie Schmerzen in den Knochen, Muskeln oder Sehnen sein. Unter den bundesweit etwa 20 Mio. Rheumakranken sind auch rund 20.000 Kinder anzutreffen.

Heilbar ist Rheuma bislang nicht. Aber bei einer frühzeitigen Diagnose ist die Chance meist groß, die Krankheit aufzuhalten bzw. ihren Verlauf positiv zu beeinflussen.

Vor Kurzem veranstaltete das Kooperative Rheumazentrum Münsterland e. V. unter Vorsitz von Prof. Dr. Michael Hammer, Chef­arzt der Klinik für Rheumatologie vom Kompetenzzentrum Nordwestdeutschland am St. Josef-Stift in Sendenhorst, einen Patiententag für Rheumakranke. Rund 120 Interessierte waren nach Münster gekommen und informierten sich über Krankheitsbilder und neue Trends in der Rheumatherapie.

Rapssamen in der Rheumatherapie

Rapssamen lassen sich prima zur äußeren Behandlung von Rheuma in den Händen einsetzen. Hierzu wird ein Stoffbeutel oder Kissenbezug mit trockenen und sauberen Rapssamen befüllt. Er eignet sich zu Kälte- und Wärmeanwendung.

Eine Kälteanwendung ist möglich bei akuten und chronischen Entzündungen an Handgelenken und Händen mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen. Dazu den Rapsbeutel im Kühlschrank auf 6 bis 8°C herunterkühlen – nicht kälter! Hände und Unterarme anschließend 15 bis 20 Minuten in den Raps tauchen und bewegen.

Das fördert die Durchblutung, verringert Ödeme, lindert Schmerzen und verbessert die Beweglichkeit der Gelenke. Nicht geeignet ist diese Anwendung unter anderem bei verletzter Haut, Wunden, Allergien, Infektionen oder Durchblutungsstörungen.

Eine Wärmeanwendung dagegen lindert Schmerzen, verbessert die Beweglichkeit und fördert die Durchblutung bei Fibromyalgie, Raynaud-Syndrom, Arthrose und Kollagenosen. Dazu den Raps im Backofen oder in der Mikrowelle auf 40 bis 50°C erwärmen. Hände und Unterarme für 15 bis 20 Minuten hineintauchen und bewegen.

Diese Behandlung sollte unter anderem nicht durchgeführt werden in akuten Entzündungsphasen, bei ausgeprägt herabgesetzter Durchblutung, bei Sensibilitätsstörungen, ansteckenden Krankheiten sowie bei frischen Wunden. LHo