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Ernährung

Nestlé-Studie: Deutschland is(s)t geteilt

Die Ernährungsweise der Deutschen hängt stark von ihrer sozialen Schicht ab. Das ist ein Ergebnis der Nestlé-Studie. Sie zeigt aber auch, wie sehr sich die zunehmende Individualisierung auf das Ernährungsverhalten auswirkt.

Je nach sozialer Schicht unterscheidet sich das Ernährungsverhalten der Deutschen erheblich.

In nur zehn Jahren hat sich das Ernährungsverhalten der Deutschen gravierend geändert. Das wird deutlich beim Vergleich der Nestlé-Studie „So is(s)t Deutschland 2019“ mit den Ergebnissen einer ähnlichen Studie von 2009. Es fällt auf, dass sich die Deutschen, je nach sozialer Schicht, sehr unterschiedlich ernähren.

Wir passen unsere Ernährung immer mehr an die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen an. Dadurch lösen sich feste Gewohnheiten auf. Eine Ursache dafür ist der zunehmende Zeitmangel durch steigende Erwerbsquoten. Hinzu kommt, dass sich die Struktur der Tagesabläufe immer mehr auflöst und die Spontanität und Individualisierung der Gesellschaft generell zunimmt.

Essen wird flexibler

Für die aktuelle Studie wurden 1636 Bundesbürger zwischen 14 und 84 Jahren befragt. Hier einige Ergebnisse:

  • Nur noch für 45 % der Befragten ist eine warme Mahlzeit am Tag die Regel (2009: 55 %).
  • 42 % essen mittags zu Hause (2009: 54 %).
  • Die Zahl derer, die angaben, dann zu essen, wenn sie gerade Zeit und Hunger haben, ist um fünf Prozentpunkte gestiegen.
  • Gemeinsame Mahlzeiten haben für 77 % der Befragten eine hohe Bedeutung. Dennoch ist die Zahl der gemeinsamen Mahlzeiten zum Frühstück oder Abendessen unter der Woche um 5 % zurückgegangen, die gemeinsamen Mittagsmahlzeiten sogar um 9 %. Unter der Woche isst nur noch jeder Zweite sein Mittagessen in Gesellschaft mit anderen.
  • Gut die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen haben keine festen Essenszeiten. 62 % von ihnen orientieren sich stärker an dem, was sie mögen, als an dem, was gesund ist.
  • 85 % sind mit ihrem Ernährungsverhalten nicht rundum zufrieden. Sie ärgern sich über abendliche Heißhungerattacken, den zu geringen Konsum von Obst und Gemüse, zu fettiges Essen oder zu wenig Zeit zum Essen.

Große soziale Unterschiede

  • Die Zahl derer, die großen Wert auf eine gesunde Ernährung legen, ist in den höheren sozialen Schichten von 75 auf 81 % gestiegen. In den sozial schwächeren Schichten ist dieser Wert in der gleichen Zeit von 53 auf 49 % gesunken.
  • 66 % der Befragten aus sozial schwächeren Schichten finden, dass zu viel Wirbel ums Essen gemacht wird, ein Plus von zwölf Prozentpunkten. Im Durchschnitt aller Befragten liegt dieser Wert bei 52 %. Ähnlich unterschiedlich entwickelten sich auch andere Einstellungen zur Ernährung, zum Beispiel zu Regionalität, Saisonalität, der artgerechten Tierhaltung oder zu umweltfreundlichen Verpackungen.
  • Für 72 % der Frauen spielt gute Ernährung eine große Rolle, aber nur für 58 % der Männer.

Insekten werden kaum akzeptiert

  • Nur 5 % der Befragten würden Insekten als Fleischersatz akzeptieren.
  • 43 % wünschen sich intelligente Verpackungen, die über den Zustand und die Frische des Lebensmittels Auskunft geben.

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