Ätherische Öle

Mehr als Stimmungsmacher

Ätherische Öle haben ein breites Wirkspektrum. Sie können nicht nur die Stimmung aufhellen, sondern auch dabei helfen, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Erfahren Sie mehr.


Düfte und Gerüche – sie erinnern an Erlebnisse aus vergangenen Tagen, aber auch an bestimmte Orte oder Personen. Etwa an die verstorbene Oma, die stets das gleiche Parfüm benutzte, oder an Weihnachten, wenn in der Adventszeit fleißig Plätzchen gebacken wurden.

Düfte beein­flussen die Gefühlswelt des Menschen. Sie stimmen uns freudig oder traurig. Mit ätherischen Ölen lässt sich das körperliche und seelische Wohlbefinden auch bewusst beeinflussen. Bestimmte Öle wie Lavendel wirken entspannend und begünstigen den Schlaf, andere wie die Pfefferminze beleben eher und steigern die Stimmung.

Aber nicht nur das: Manche ätherische Öle wirken wie Vermittler im Körper oder sorgen dafür, dass im Körper bestimmte Hormone vermehrt ausgeschüttet werden.

Wirkweise der ätherischen Öle zunutze machen

Je nach Pflanze können aus ihnen gewonnene ätherische Öle die gesunde Haut erhalten, die Verdauung fördern oder eine gute Mund­gesundheit unterstützen. Das Einatmen von beispielsweise Pfefferminzöl kann die Atemwege öffnen und kühlen. Andere Öle wirken sich auf andere Körperbereiche aus oder stärken das Immun­system. Wie ein ätherisches Öl wirkt, ist indivi­duell ganz unterschiedlich.

Lavendel, Pfefferminz, Teebaum und Limone, Weihrauch und Oregano wirken von Natur aus antibakteriell, antiviral und antifungal. Explizit für die Unterstützung der Haut ist Lavendel ein guter Begleiter. Teebaum und Weihrauch mit ­ihren antibakteriellen und anti­viralen Eigenschaften sind zum Beispiel vorzugsweise zum Schutz vor rissigen ­Händen einzusetzen.

Bitte beachten
Bei der Verwendung ätherischer Öle ist einiges zu beachten:
- Eignen Sie sich Wissen da­rüber an, wie, in welcher ­Dosierung, wie oft und wie langewelches Öl angewendet werden kann.
- Verwenden Sie für die äußere und innere Anwendung beim Menschen 100 % naturreines ätherisches Öl.
- Lassen Sie ätherische Öle nicht in die Augen kommen. Sie gehören auch nicht in den Gehörgang, in die Nase oder auf offene Wunden.
- Auf Kinder- und sensible Haut sollten ätherische Öle nur verdünnt aufgetragen werden. Kinder dürfen ätherische Öle innerlich nicht einnehmen.
- Einige Öle, wie die meisten Zitrus­öle, sind phototoxisch, wenn sie äußerlich angewendet werden. Nach ihrer Anwendung sollte zwölf Stunden lang direkte Sonneneinstrahlung gemieden werden.
- Schwangere, Stillende und Menschen in ärztlicher Behandlung sowie Allergiker sollten vor der Verwendung ätherischer Öle den Arzt befragen.
- Bewahren Sie die Öle dunkel, eher kühl und gut verschlossen auf.

Ätherische Öle sind vielseitig anzuwenden. Viele lassen sich äußerlich und innerlich nutzen. Andere erfüllen zusätzlich noch gute Dienste im Haushalt, weiß auch Heidrun Münzner aus Iserlohn. Die Aromafachfrau und examinierte Krankenschwester aus dem Hochsauerlandkreis kennt sich mit der Wirkung ätherischer Öle aus. „Ich benutze ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle und kann auch nur diese Qualität empfehlen“, sagt Heidrun Münzner anlässlich einer Veranstaltung vor Landfrauen in Iserlohn-­Kesbern.

Ätherische Öle äußerlich anwenden

Weil ätherische Öle fettlöslich und wasserlöslich sind, können sie leicht in die Haut eindringen. Manche lassen sich unverdünnt auftragen. Andere dagegen enthalten konzentrierte Bestandteile, die bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen können.

„Um die Gefahr von möglichen Hautirritationen zu verringern, werden diese Öle mit einem Trägeröl, wie einem reinen Pflanzenöl oder fraktioniertem Kokosöl, verdünnt“, erklärt Heidrun Münzner. Diese Vorgehensweise empfiehlt sie für die Anwendung auf junger und empfindlicher Haut sowie bei der ersten Verwendung eines Öls.

Die ätherischen Öle werden auf die Haut von Hals, Nacken, Stirn, Schläfe, Brust, Unterleib, Arme, Beine oder Fußsohlen aufgetragen. Von manchen ätherischen Ölen, wie etwa dem hautpflegend und entspannend wirkenden Lavendel­öl, lassen sich einige Tropfen ins warme Badewasser geben. „Damit sich das Öl im Wasser gut verteilt, muss es zuvor mit einem Trägerstoff gemischt werden, wie etwa einer Dose Kondensmilch oder Sahne“, informiert Aromafachfrau Münzner.

Andere Öle entfalten ­eine bessere Wirkung, indem man sie auf eine warme oder kalte Kompresse träufelt und dann auf den gewünschten Körperbereich legt. Zur Hautpflege etwa lassen sich auch einige Tropfen von dafür geeigneten ätherischen Ölen in eine Körperlotion geben.

Ätherische Öle innerlich anzuwenden

Eine Reihe von ätherischen Ölen entfalten ihre Wirkung auch innerlich. Dazu sollten nur hochwertige ätherische Öle verwendet werden, die auch für den menschlichen Verzehr zertifiziert und als solche sicher ausgewiesen sind. Ätherische Öle können eingeatmet werden. Dazu werden beispielsweise zwei Tropfen Lavendel in den Händen verrieben und eingeatmet. Dies wirkt entspannend.

Manche Öle, wie etwa Pfefferminzöl, lassen sich ins Trinkwasser geträufelt als erfrischende Mundspülung nutzen. Andere Öle, wie etwa Oregano, sorgen in Speisen für ein intensives Aroma. Ätherische Öle mit desinfizierender Wirkung, wie etwa Zitrusöle, eignen sich auch für die Verwendung im Haushalt, etwa in Haushaltsreinigern oder als Zugabe zur Wäsche, so die Aroma­fachfrau.

So wird ätherisches Öl gewonnen
Ätherische Öle sind Pflanzenextrakte, die schon in kleinen Mengen eine große Wirkung erzielen. Anders als vermutet, enthalten sie aber keine Fette, sondern biochemische Verbindungen, die aus verschiedenen Pflanzenteilen wie Blüten, Blättern, Samen, Wurzeln oder Rinde gewonnen werden.
In der Regel werden diese den Bestandteilen der Pflanze durch Wasserdampfdestillation in einem geschlossenen Brennkessel unter Druck und Hitzeeinwirkung ent­zogen. Diese chemischen Bestandteile sind für die therapeutische Wirkung der Öle verantwortlich.
Bei einigen Pflanzen, wie beispielsweise Zitrusfrüchten, können ätherische Öle auch durch Kaltpressung aus Schalen gewonnen werden. Ätherische Öle sind wasserabweisend und fettlöslich. Die Wirkung und Qualität des ätherischen Öls ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie beispielsweise der Anbauregion, dem Reifegrad, der Erntemethode oder dem Auszugsprozess.

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