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Komplikation in der Schwangerschaft

Schön, wenn die Schwangerschaft unkompliziert verläuft. Leider ist dies nicht immer der Fall. Foto: didesign/stock.adobe.com

08.07.2017 . Plötzlich erhöhte Blutdruckwerte und Eiweiß im Urin: Schwangere mit diesen Beschwerden haben möglicherweise eine Gestose – und damit Grund zur Sorge.

Gestose bzw. Präeklampsie ist eine der Hauptursachen für Frühgeburten und verantwortlich für 15 % der mütterlichen Todesfälle europaweit. Prof. Dr. Walter Klockenbusch vom Universitätsklinikum Münster ist Experte auf dem Gebiet der Gestose und sagt: "Viele Kinder werden zu klein und/oder zu früh geboren. Etwa 25 % aller Neugeborenen wiegen unter 1500 g. "

Das HELLP-Syndrom gilt als besonders schwere Form der Präeklampsie. Typisch sind: erhöhte Leberwerte, sinkende Bluttplättchen (Thrombozyten) und Zerfall der roten Blutkörperchen. Das Syndrom kann sich innerhalb einer Stunde voll ausprägen, auch ohne vorherige Präeklampsie-Symptomatik.

Typische Anzeichen für eine solche Schwangerschaftsstörung zeigen sich erstmalig nach der 20. Schwangerschaftswoche:

- Bluthochdruck über 140 zu 90 mmHg und

- vermehrte Ausscheidung von Eiweiß im Urin (mehr als 300 mg im 24-Stunden-Sammelurin).

- Es können sich Wassereinlagerungen (Ödeme) vor allem an Händen, Füßen oder im Gesicht bilden.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung können das Erkrankungsrisikos eingeschätzt und eine Gestose frühzeitig diagnositiziert werden. "Bei einem erhöhten Präeklampsierisiko ist eine prophylaktische Behandlung der Schwangeren mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) oft sinnvoll", erklärt Prof. Dr. Walter Klockenbusch. Die Therapie mit dem durchblutungsfördernden Medikament müsse allerdings vor der 16. Schwangerschaftswoche begonnen werden. LHo

Weitere Informationen zu Gestose finden Sie hier.

Den ausführlichen Bericht über Gestose lesen Sie in Wochenblatt-Folge 27/2017 auf Seite 77.

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