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Infektionen im Kinderohr

Entzündungen im Mittelohr sind im Kindesalter häufig, aber meistens harmlos. Bei starken Schmerzen und Fieber hilft ärztlicher Rat.

Sind die Ohrenschmerzen sehr stark und kommt Fieber hinzu, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Foto: Fotolia/Mast



Starke Ohrenschmerzen – mit oder ohne Fieber – sollten sofort mit Schmerzmitteln, wie Ibuprofen, behandelt werden. Bereits einen Tag später sind die Schmerzen bei zwei Dritteln der Kinder gelindert oder abgeklungen. Und das unabhängig davon, ob sie antibiotisch behandelt wurden.

Ein Antibiotikum muss nicht zwangsläufig verabreicht werden. In der Regel kann 24 bis 72 Stunden abgewartet werden, ob sich das Kind unter der schmerzlindernden Behandlung besser fühlt. Unterstützend werden oft abschwellende Nasentropfen, manchmal auch Schleimlöser verordnet.

Eine sofortige antibiotische Behandlung ist allerdings bei einem schweren Verlauf notwendig. Das ist der Fall, wenn das Fieber innerhalb von 24 Stunden über 39,5 °C steigt und die Ohrenschmerzen, insbesondere bei Kindern unter zwei Jahren, stark sind.

Antibiotika sollten auch bei einer akuten Mittelohrentzündung mit frischer Verletzung des Trommelfells bzw. bei Kindern mit Risikofaktoren, wie Immundefekt, gegeben werden. Die Dauer der Therapie sollte mindestens sieben Tage betragen. Das Medikament der Wahl ist Amoxicillin. Auf mögliche Nebenwirkungen wie beispielsweise Durchfall, Allergien oder Resistenzen der Bakterien muss geachtet werden. Antibiotische Ohrentropfen sind jedoch unwirksam, da sie nicht in das Mittelohr ge­langen. Dr. med Anne Schulze Everding, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugenderkrankungen

Den ausführlichen Bericht zu Ohrenentzündungen bei Kindern lesen Sie in Wochenblatt-Folge 33/2014 auf Seite 85.