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Medizinische Versorgung auf dem Land

Höxter: Aktiv gegen den Ärztemangel

Um die hausärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern, braucht es junge Mediziner, die sich dort ­nieder­lassen. Der Kreis Höxter lockt Berufseinsteiger jetzt mit speziellen Aus- und Weiterbildungsangeboten.

Am Weiterbildungsverbund in Höxter beteiligen sich verschiedene Krankenhäuser, Hausärzte, die Ärzte­kammer Westfalen-Lippe und der Kreis.

Jeder dritte Hausarzt im Kreis Höxter ist älter als 60 Jahre. Das ist noch nicht dramatisch und die allgemeinmedizinische Ver­sorgung im Kreis ist mit aktuell 96 niedergelassenen Hausärzten nicht akut in Gefahr. „Aber so weit wollen wir es auch nicht kommen lassen und einem Ärztemangel lieber frühzeitig aktiv vorbeugen“, beschreibt Landrat Friedhelm Spieker die Zielrichtung der Initiative „Weiter­bildungsverbund Allgemeinmedizin Kreis Höxter“.

Hilfe bei der Ausbildung

Am Weiterbildungsverbund beteiligen sich Krankenhäuser und Rehakliniken, Hausärzte, die Ärzte­kammer Westfalen-Lippe und der Kreis Höxter. Das Projekt ist ein ­Signal an junge Universitäts­absol­venten, die Allgemeinmediziner – also Hausarzt – werden wollen: „Kommt in den Kreis Höxter. Hier werden angehende Haus­ärzte bei ihrer Aus- und Weiterbildung gezielt unterstützt“, lautet die Botschaft der Kooperationspartner.

Statt Stipendien zu vergeben, setzen wir auf diese Form der Nachwuchsförderung, erklärt Spieker. Die jungen Mediziner erhalten Hilfe und Betreuung auf dem Weg zum Facharzt und knüpfen während der Ausbildung womöglich wertvolle Kontakte für ihr späteres Berufsleben in der Region.

Wenn ein Teil dieser jungen Ärzte dann dauerhaft im Kreis Höxter bleibt, trägt das Projekt dazu bei, die hausärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern. „Denn diese ist elementar wichtig für die Dasein­svorsorge im ländlichen Raum“, so Spiekers Überzeugung: „Wir wollen auf dem Land zumindest annähernd gleiche Lebensverhältnisse wie in den Städten schaffen. Darum müssen wir uns aber selbst kümmern. Das nimmt uns niemand ab.“

Wieder mehr Hausärzte

So ganz schlecht sind die Chancen für die ländlichen Regionen dabei nicht. Das Interesse des Mediziner-­Nachwuchses am Beruf des Hausarztes nimmt jedenfalls wieder zu. Wie Bettina Köhler von der Ärzte­kammer Westfalen-Lippe berichtet, haben in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr 120 junge Menschen die Facharztprüfung zum Allgemeinmediziner abgelegt. Vor Jahren waren es schon mal lediglich 80 neue Hausärzte. Auch Dr. Regina Beverungen aus Höxter-Lüchtringen ist optimistisch: „Heute möchten etwa 30 % der Medizinstudium-Absolventen später in der Allgemeinmedizin arbeiten.“ Aus dieser Gruppe gelte es, mit guten Argumenten geeignete junge Kollegen nach Ostwestfalen zu holen. Und genau hier setzt das Weiterbildungsnetzwerk an.

Lesen Sie dazu auch unser Interview mit Projektkoordinatorin Caroline Fechner in der Wochenblattausgabe 41, 2019.

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