Kosmetik

Haarpflege im Stück

Kaum Verpackungsmüll, kein Silikon, kein Mikroplastik und keine Konservierungsstoffe – Haarseifen und festen Shampoos punkten gleich mehrfach. Wie gut sie tatsächlich sind, das hat die Zeitschrift Ökotest untersucht.

Eine Flasche Shampoo enthält etwa 80 % Wasser. Dadurch entsteht unnötig viel Verpackungsmüll, finden immer mehr Menschen und steigen um auf Haarseifen oder festes Shampoo. Aber halten diese, was sie versprechen? Die Zeitschrift Ökotest hat 26 Produkte getestet. 24 Mal gab es die Note „sehr gut“.

Haarseife oder Shampoo

Bei Haarseife und festem Shampoo handelt es sich um zwei verschiedene Produkte. Haarseifen enthalten in der Regel hauptsächlich klassische Seife als waschaktive Substanz und haben einen basischen pH-Wert. Das ist gut für die Haut, aber Haare mögen es eher sauer. Feste Shampoos waschen mit naturnahen oder synthetischen Tensiden. Ihr pH-Wert ist meist sauer.
Bei den Haarseifen kann sich die Seife mit Kalk verbinden. Diese Rückstände lagern sich am Haar an. Abhilfe schafft eine so genannte „saure Rinse“. Sie sorgt dafür, dass sich der pH-Wert wieder in den sauren Bereich verschiebt. Dadurch werden Rückstände entfernt und das Haar fühlt sich wieder glatt an. Für die saure Rinse wird ein Liter kaltes Wasser mit ein bis zwei Esslöffeln Zitronensaft oder Apfelessig gemischt und über das gewaschene Haar gegeben. Das Haar anschließend nicht auswaschen.

Kaum kritische Zusätze enthalten

Ohne Silikone, ohne Parabene, ohne tierische Bestandteile – so steht es auf den Verpackungen. Tatsächlich fanden die Tester in keinem einzigen Waschstück Silikone, synthetische Polymere, Parabene oder PEG/PEG-Derivate. Auf Kunststoffverpackungen und Konservierungsstoffe können die Hersteller ohnehin verzichten.

Zwei Produkte enthalten umstrittene Duftstoffe

Nur bei der Parfümierung setzen einige Hersteller auf umstrittene Zusätze. Das feste Shampoo der Marke Lush enthält den künstlichen Duftstoff Lilial. Er steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu gefährden.

Gleich zwei künstliche Moschusdüfte enthält die Sementes Natur-Haarseife mit Pracaxi Öl. Diese reichern sich im Fettgewebe von Mensch und Tier an, gelten als gewässerschädigend und sind schlecht abbaubar.

Sehr gute Produkte für wenig Geld

Prüfkriterien im Test waren ausschließlich die Inhaltsstoffe sowie die Deklaration. Die getesteten Produkte kosteten etwa zwischen 3 und 12 € für 60 g.

Sehr gute Noten gab es auch für vergleichsweise günstige Produkte aus Drogeriemärkten. Beispiele sind das „Isana Festes Shampoo Cocos-Mango-Duft“ von Rossmann für 2,76 € oder das „Balea Festes Shampoo Vanilla Sky von Dm für 2,95 €“.

Feste Haarpflege kommt ohne Plastikverpackung aus. (Bildquelle: Kulkann/stock.adobe.com)

Nicht für jeden geeignet

Haarseifen und feste Shampoos eignen sich eher für Menschen, die ihre Haare wenig beanspruchen, also etwa auf Farbe verzichten, sagt ein Friseurmeister gegenüber Ökotest. Werden Haare hingegen sehr viel gefärbt oder oft mit Hitze gestylt, reichen seiner Meinung nach die Pflegekapazitäten einer Haarseife oder eines festen Shampoos bei Weitem nicht aus, um das Haar gesund zu erhalten.

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