Grippeimpfung

Grippeimpfung – in Corona-Zeiten erst recht

Mediziner und Politiker rufen dazu auf, angesichts der Corona-Pandemie in diesem Jahr möglichst viele Menschen gegen Grippe zu impfen. Die Ständige Impfkommission jedoch empfiehlt die Impfung nur für Risiko­gruppen.

Ein Impfstoff, der vor Covid-19 schützt, steht noch nicht zur Verfügung. Gegen die saisonale Grippe gibt es ihn aber sehr wohl. Gerade in diesem Jahr sollten möglichst viele Menschen die Möglichkeit der Grippeimpfung nutzen, raten einige Mediziner und Politiker. Zum einen wird befürchtet, dass eine gleichzeitige Infektion mit einem Grippe-Virus und dem SARS-CoV-2-Virus besonders schwer verlaufen könnte. Andererseits wäre es für das Gesundheitssystem nur schwer zu verkraften, wenn zur Corona-Pandemie eine größere Grippewelle hinzukäme, befürchtet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Aus diesen Gründen haben Kinderärzte dazu aufgerufen, in diesem Herbst auch alle Kinder gegen Grippe impfen zu lassen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, wiederum rät zu einer lückenlosen Grippeimpfung der Erzieher und Lehrer.

Engpass bei Impfstoffen befürchtet

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung allerdings auch in diesem Jahr nur für Risikopatienten. Dazu gehören alle Menschen ab 60 Jahren, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen, wie Asthma, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch für medizinisches Personal gilt eine offizielle Impfempfehlung. Dass diese auch in der aktuellen Situation nicht ausgeweitet wird, begründet die STIKO damit, dass es bei einer sehr großen Nachfrage zu Engpässen beim Grippeimpfstoff kommen könnte. Möglicherweise würde dann nicht mehr genügend Impfstoff für diejenigen Menschen zur Verfügung stehen, die eigentlich geimpft werden ­sollten.

Das Paul-Ehrlich-Institut hingegen befürchtet nicht, dass es zu Engpässen kommen wird. Angesichts des Impfverhaltens der Bevölkerung in den vergangenen Jahren sei damit zu rechnen, dass die zur Verfügung stehenden 25 Mio. Impfdosen ausreichen werden.

Die Kosten für die Grippeschutzimpfung müssen die Krankenkassen nur dann übernehmen, wenn der Patient zu einer Risikogruppe gehört. Es gibt jedoch viele Krankenkassen, die die Kosten für diese Impfung für alle Versicherten zahlen. Fragen Sie am besten vorab bei Ihrer Krankenkasse nach.

Im Oktober oder November impfen

Der beste Zeitpunkt für eine Grippeimpfung sind die Monate Oktober und November. Es dauert etwa zwei Wochen, bis die Immunität aufgebaut ist. Gleichzeitig ist die Dauer des Impfschutzes zeitlich begrenzt.


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