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Juckreiz

Es ist zum Kratzen

Juckreiz ist ein Symptom, das bei vielen Erkrankungen der Haut, aber auch inneren Krankheiten auftreten kann. Wollen Sie mehr darüber wissen?

Bei zwei Dritteln der Juckreizpatienten besteht bereits eine bekannte Hauterkrankung.  

Es juckt und am liebsten würde man nur so darauf loskratzen. Doch das ist keine so gute Idee. Denn Kratzen verschafft nur kurzfristig ein Gefühl der Besserung. Beim Insektenstich ist das ganz typisch. Wer die Haut kratzt, setzt eine Kettenreaktion in Gang, in der Botenstoffe wie Histamin ausschüttet werden und den Juckreiz weiter befeuern.

Außerdem kann die Hautoberfläche derart verletzt werden, dass sie schlimmstenfalls durch Bakterien oder Viren, die über Fingernägel oder andere Kratzgegenstände eindringen können, infiziert wird.

Gegen den Juckreiz helfen meistens Gele mit dem Wirkstoff Hydrocortisonacetat oder Dimetindenmaleat. Aber auch Tabletten zum Einnehmen mit dem Wirkstoff Cetirizin oder Loratadin können erst einmal helfen. Bei akuten schweren, allergischen Reaktionen, wie beispielsweise bei einem Wespenstich, die den gesamten Organismus betreffen, ist jedoch sofort ein Arzt aufzusuchen oder der Rettungsdienst zu rufen.

Ausdruck einer Erkrankung

Im Gegensatz zu diesen kurzfristigen Beschwerden ist chronischer, generalisierter oder lokalisiertes Jucken auch ein mögliches Warnsymptom für eine zugrunde liegende Erkrankung. In seltenen Fällen kann ein Diabetes mellitus, ein Eisenmangel, eine Entzündung der Haut durch Herpesviren, eine Überproduktion von roten Blutkörperchen oder auch andere Bluterkrankungen vorliegen. In Betracht kommen weiterhin Hauterkrankungen wie Schuppenflechte; Kontaktekzeme oder allergische Hautreaktionen. Aber auch Medikamente oder verschiedene systemische Erkrankungen der Leber oder Niere zählen dazu.

Meistens wird Juckempfinden jedoch durch trockene Haut hervorgerufen. Vielfach sorgt schon eine einfache Rückfettung der Haut durch entsprechende Hautpflege und eine ausreichende Trinkmenge für Erleichterung. Auch Infektionen mit Hautpilzen können unangenehm jucken und sollten mit Antipilzmitteln behandelt werden.

Wenn Haut reagiert

Häufig tritt Juckreiz auch aufgrund einer Kontaktdermatitis aus. Dabei reagiert die Haut überschießend auf allergen wirkende Stoffe. Dazu zählen beispielsweise Duftstoffe oder Inhaltsstoffe in Pflegemitteln, aber auch Chemikalien oder Metallionen aus Nickel oder Chromate. Durch den immer wiederkehrenden Kontakt der Haut mit dem Inhaltsstoff – meistens sind es die Hände – entzündet sich die Haut teilweise schwer.

Wichtig ist, das diese Patienten den Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoffen dauerhaft vermeiden. Ein Cortison haltiges Präparat kann die Haut erst einmal beruhigen.

Akute Hautreaktionen können auch mit Quaddeln auf der Haut einhergehen. Sind diese stark ausgeprägt oder betreffen sie den gesamten Körperstamm, sollte bei Bedarf außerhalb der Praxiszeiten der hausärztliche Notdienst unter der Telefonnummer 116  117 kontaktiert werden.

Bei einer bekannten und beherrschbaren Reaktion, lindern Antihistaminika zum Einnehmen, wie beispielsweise Dimetindenmaleat, Cetirizin oder Loratadin. Bei anhaltendem Juckreiz über mehrere Wochen sollten Sie jedoch unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Den ausführlichen Beitrag können Sie nachlesen auf den Gesundheitsseiten der Wochenblattausgabe 33/2019.

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