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Orthopädie

Der Fuß schmerzt: Was tun?

Füße tragen uns ein Leben lang. Das macht den Mittel- und Vorderfuß anfällig für vielerlei Beschwerden. Über Ursachen, Therapiemöglichkeiten und den optimalen Schuh befragten wir Prof. Dr. Christian Götze, von der Auguste-Viktoria Klinik in Bad Oeynhausen.

Dauern Schmerzen im Fuß länger an, sollten Sie dies ärztlich klären lassen.

27 Gelenke, über 100 Bänder und 26 Knöchelchen im Fuß bewegen uns täglich fort. Schmerzen im Fuß sind nicht ungewöhnlich. Welche Gründe dafür sind die häufgsten?

Fehlstellungen der Füße, die irgenwann zu Schmerzen führen, können zunächst einmal angeboren sein. Viel häufiger aber sind erworbene. Altersbedingt kann es beispielsweise zu Fußdeformitäten kommen wie zu Spreizfüßen oder dem Ballenzeh.

Orthopäde Prof. Dr. Christian Götze
Aber auch auf Grund eines Knochenbruchs oder Bändesrisses kann es zu Fehlstellungen und Schmerzen kommen. Fußschmerzen treten ebenfalls auf bei Knochen- und Knorpelveränderungen und -verformungen auf Grund von Erkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Arthrose.

Wann sollte ich wegen Fußschmerzen zum Arzt?

Sind Sie gestürzt oder mit dem Knöchel umgeknickt und haben Beschwerden, sollten Sie unmittelbar einen Arzt aufsuchen. Es können Bänder gerissen oder auch der Innen- bzw. Außenknöchel gebrochen sein. Im Anfangsstadium lässt sich häufig noch viel korrigieren. In der Regel reicht aber ein Zeitfenster von bis zu sechs Wochen, um Fußschmerzen abklären zu lassen. Schmerzen durch Fehl- oder Überlastung verschwinden oft von selbst wieder.

„Viele Fußschmerzen lassen sich mit orthopädischen Schuheinlagen lindern“.

Manchmal muss der Fuß nur ruhig gestellt werden, mittels Bandagen oder Salbenverband. Halten Schmerzen jedoch länger als drei Tage an, schwillt der Fuß stark an oder ist er erwärmt oder entzündet bzw. können Sie nicht mehr auftreten, sollten Sie zum Arzt gehen.

Wie sieht die Untersuchung beim Facharzt aus?

Zunächst erfragen wir den Krankheitsverlauf. Anschließend schauen wir uns den Fuß an und lokalisieren, wo sich der Schmerz befindet, ob am Vorfuß, am Mittelfuß oder im Rückfußbereich. Es wird überprüft, ob der Fuß gerade steht, ob er geschwollen ist, ob er unter Druck schmerzt und ob die Funktion eingeschränkt ist. Häufig reicht diese Untersuchung schon aus, um eine Diagsnose stellen und weiter beraten zu können. Viele Fußschmerzen und Probleme lassen sich mit orthopädischen Schuheinlagen verbessern.

Viele Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Plattfuß, den Knick-Senk-Spreizfuß. Wie kommt es dazu?

Beim Knick-Senkfuß ist das Fußlängsgewölbe abgesunken und der Fuß knickt beim Abrollen nach innen. Häufig kommt es zusätzlich zu einem Senk-Spreizfuß, bei dem auch das Quergewölbe betroffen ist. Die Zehen weichen dann nach außen ab. Übergewicht, Überlastung, schwaches Bindegewebe und eine unzureichende trainierte Fußmuskulatur begünstigen die Entstehung eines Senkfußes.

Fehlstellungen der Füße bereiten auf lange Sicht Schmerzen.
Auf Grund der Gewichtsbelastung auf den Fußinnenrand, werden vor allem beim Knick-Senk-Fuß die Sprungsgelenke, Knie, Hüften, und der Rücken stärker beansprucht. Durch die geänderte Zugrichtung wird auch die Achillessehne belastet. So kann es zu Schmerzen im Mittelfuß, am Sprunggelenk und der Knieinnenseite kommen. Auch können dadurch Schleimbeutelentzündungen ausgelöst werden.

Was können Patienten mit Knick-Senk-Spreizfüßen tun?

Patienten mit dieser Problematik sollten Wert auf gutes Schuhwerk legen, das den Fuß gut abstützt. Wichtig ist, dass Patienten ihre Fuß- und Wadenmuskulatur trainieren. Barfuß laufen stärkt die Fußmuskeln und wirkt Fehlstellungen entgegen. Bei Fußschmerzen können auch krankengymnastische Übungen verordnet werden.

In 70 % der Fälle helfen langsohlige Einlagen, die die Fehlstellung des Fußes abstützend korrigieren können. Wer damit nicht zurecht kommt, kann auch propriozeptive Einlagen tragen. Nur in schweren Fällen ist ein operativer Eingriff am Plattfuß notwendig.

Für Fußschmerzen gibt es noch weitere Ursachen. Lesen Sie dazu den Beitrag auf den Gesundheitsseiten der Wochenblattausgabe 36/2019.

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