Corona-Virus

Corona: Darauf müssen Schwangere achten

Schwangere sind durch das Corona-Virus besonders verunsichert. Sind sie stärker gefährdet? Und kann das Virus ihrem Kind schaden? Experten geben Antworten.

Das neuartige Coronavirus sorgt für viel Verunsicherung. Das gilt besonders für Schwangere. Der Berufsverband der Frauenärzte hat deshalb gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. Informationen für Schwangere zusammengestellt:

Corona-Virus wird wahrscheinlich nicht auf das Baby übertragen

  • Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keinen Hinweis, dass Schwangere gefährdeter sind als die Allgemeinbevölkerung. Experten erwarten, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome aufweist.
  • Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten.
  • Ebenso gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann.

Bei Verdacht an den Frauenarzt wenden

  • Wenn Sie engen Kontakt mit einer auf Covid-19 positiv getesteten Person hatten, sollten Sie sich telefonisch an Ihren Frauenarzt wenden. Er wird Sie über alle weiteren Maßnahmen aufklären. Wenden Sie sich zusätzlich unverzüglich telefonisch an Ihr zuständiges Gesundheitsamt, auch wenn Sie selbst keine Symptome haben. Alternativ können Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktieren.
  • Sofern Sie selbst positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, sollten Sie sich ebenfalls an Ihren Frauenarzt wenden. Sofern Sie keine oder nur leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei Ihnen oder weiteren Personen im Haushalt vorliegen, können Sie sich zu Hause erholen. Bei schweren Symptomen werden Sie möglicherweise in einem Krankenhaus behandelt.
  • Wenn Sie aufgefordert wurden, sich selbst zu isolieren, sollten Sie 14 Tage im Haus bleiben und den Kontakt mit anderen vermeiden. Nähre Informationen dazu gibt das Robert-Koch-Institut, https://rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/ambulant.html.

Untersuchungstermine eventuell verschieben

  • Schwangere, die sich selbst isoliert haben, sollten sich bezüglich der vorgeburtlichen Termine mit ihrem Frauenarzt in Verbindung setzen. Wahrscheinlich können solche routinemäßigen Termine ohne Schaden für die Frau oder das Kind herausgezögert werden, bis die Isolation endet.
  • Für den Fall, dass Sie sich während der Selbstisolation nicht wohl fühlen oder sich Sorgen um das Kind machen, sollten Sie gemeinsam mit dem betreuenden Arzt und dem Gesundheitsamt vorab festlegen, wie dann vorzugehen ist.

Infizierte Frauen sollten in Geburtsklinik entbinden

  • Ist eine Coranavirusinfektion bestätigt oder besteht ein Verdacht darauf, sollte eine schwangere Frau zur Geburt eine Klinik aufsuchen, in der das Baby kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden kann.
  • Wenn Sie während der Selbstisolation Wehen bekommen, sollten Sie die Entbindungsstation um Rat fragen, wie Sie sich verhalten sollen.
  • Hinweise darauf, dass eine Infektion mit Covid-19 eine vaginale Geburt gefährden kann, liegen derzeit nicht vor. Von der Verwendung von Lachgas bei der Entbindung wird jedoch ausdrücklich abgeraten.

Stillen ist trotz Infektion möglich

  • Wenn Sie selbst mit dem Corona-Virus infiziert sind, kann ihr Baby nach der Geburt bei Ihnen bleiben, sofern Sie das wünschen, es dem Kind gut geht und es nicht auf der Neugeborenenstation gepflegt werden muss. Über die Risiken und Vorteile sollten Sie sich mit den Ärzten und mit Ihrer Familie beraten. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.
  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen wird. Deshalb ist auch Stillen möglich. Experten gehen davon aus, dass die Vorteile des Stillens die möglichen Risiken einer Übertragung des Virus überwiegen. Infizierte Mütter sollten aber die erforderlichen Hygienemaßnahmen, wie gründliches Händewaschen, einhalten und beim Stillen einen Mundschutz tragen.

Das Coronavirus hat auch Westfalen-Lippe erreicht. Das ist kein Grund zur Panik, doch Anlass, sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Das können tun.


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