Ernährung

Blei in Wildwurst

In vielen Wurstwaren mit Wildanteil sind Spuren von Blei enthalten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat bei einer Untersuchung von 75 Proben sieben Produkte beanstandet.

Bleihaltige Munition bei der Jagd ist schon lange in der Diskussion. In NRW ist bleifreie Büchsenmunition zur Jagd auf Reh-, Rot- und Damwild oder Wildschweine bereits Vorschrift. Auch für die Verwendung bleihaltiger Schrotmunition gibt es strenge Vorgaben. Dennoch findet sich Blei in Wildfleisch und daraus hergestellten Wurstwaren. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat 75 Wurstwaren mit Wild auf ihren Bleigehalt untersucht und bei 54 Proben Blei nachgewiesen.

Sieben Proben beanstandet

Sechs Proben wurden als „nicht zum Verzehr geeignet“ und eine als gesundheitsschädlich eingestuft. Die untersuchten Wurstwaren stammten zum größten Teil aus dem Inland, fünf Proben kamen aus der EU, bei neun Würsten war die Herkunft unbekannt. Aus welchem Land das verwendete Wildfleisch stammt, geht aus den Daten des BVL nicht hervor.

Für Blei in Lebensmitteln gibt es in der EU keinen Grenzwert. Für Fleisch von Rind, Schwein, Schaf und Geflügel gilt hingegen ein Höchstgehalt von 0,10 mg/kg.

In den untersuchten Proben wies das BVL Bleigehalte zwischen 0,006 und 98,3 mg/kg Fleisch nach. Bei 39 Proben lag der Gehalt über dem Wert von 0,10 mg/kg. Am meisten Blei enthielt eine Reh­pastete, erklärte Prof. Dr. Dr. Jan Backmann, Vorsitzender der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz, im Rahmen der BVL-Jahrespressekonferenz.

Blei schädigt Blutbildung, Organe und Nerven

Hohe Blei-Konzentrationen finden sich bei Wildfleisch insbesondere rund um den Schusskanal. Deshalb sollte dieses Fleisch weggeschnitten werden. Sonst können Bleikontaminationen bei der Weiterverarbeitung in die Lebensmittel gelangen. Das ist vor allem bei Wurst der Fall, hat die amtliche ­Lebensmittelüberwachung festgestellt. Deshalb hat das BVL Wurst mit Wild nun genauer untersucht.

Blei ist schon in geringen Mengen gesundheitsschädlich. Es kann im menschlichen Körper die Blutbildung, die inneren Organe und das zentrale Nervensystem schädigen. Außerdem lagert sich Blei langfristig in den Knochen ab. Es gibt deshalb keine Aufnahmemenge von Blei, die für Verbraucher ohne gesundheitliches Risiko wäre, erklärt Prof. Backmann. Als Konsequenz daraus gelte es, jede Aufnahme von Blei nach Möglichkeit zu vermeiden.

Kinder und Schwangere besonders empfindlich

Wichtig ist das vor allem für empfindliche Personen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Kindern, Schwangeren und Frauen im gebärfähigen Alter, kein Wild zu essen, das mit bleihaltiger Munition erlegt wurde.

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