Allergien

Allergien kennen kein Alter

Wer plötzlich unter Heuschnupfen, Asthma oder Hautausschlag leidet, sollte prüfen, ob es sich dabei um eine Allergie handelt. Es gibt verschiedene Wege, das herauszufinden – und auch vieles, was den Betroffenen hilft.

In diesem Frühjahr war es besonders schlimm: Pollenallergiker haben sehr unter dem massiven Flug von Baumpollen gelitten. Kinder waren ebenso betroffen wie Erwachsene und ältere Menschen. Denn Allergien können in jedem Alter neu auftreten, erklärt Dr. Friedrich Riffelmann. Die Landfrauen aus Erndtebrück, Kreis Siegen-Wittgenstein, hatten den Chefarzt der Allergologie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft in Schmallenberg am Mittwoch vergangener Woche zu sich eingeladen, um mehr über das Thema Allergien zu erfahren.

Ob ein Mensch im Laufe seines Lebens eine Allergie bekommt, ist zu einem großen Teil eine Frage der Gene, sagt Dr. Riffelmann. Haben weder Vater noch Mutter eine Al­lergie, entwickelt auch das Kind nur in 5 bis 15 % der Fälle Aller­gien. Sind dagegen beide Eltern betroffen, leidet auch ihr Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 80 % daran.

Suche nach dem Auslöser

Allergische Reaktionen können vielfältig sein. Typische Symptome sind Asthma, Heuschnupfen, Augenjucken und Hautreaktionen. Aber auch hinter Kreislaufstö­rungen, Gelenkschmerzen, Magen- Darm-Beschwerden oder Migräne kann eine Allergie stecken. Ob es sich dabei tatsächlich um eine al­lergische Reaktion handelt, lässt sich nur mit einer ausführliche Diagnostik herausfinden.

Dazu wird der Arzt oder Allergologe zunächst ein Gespräch mit dem Patienten führen. Wichtig ist dabei herauszufinden, welche Beschwerden wann auftreten. Erste Hinweise auf die auslösende Substanz gibt ein Allergenkalender. Darin trägt der Patient über eine längere Zeit ein, wann er welche Beschwerden hatte.

Ergänzend zur Anamnese gibt es verschiedene Tests, um der Allergie auf die Spur zu kommen:

  • Beim Pricktest werden verschiedene Extraktlösungen mit einer dünnen Nadel in die Haut eingebracht. Zeigt sich nach kurzer Zeit an einigen Stellen eine Reaktion auf der Haut, bedeutet das aber nicht zwangsläufig, dass der Patient unter der entsprechenden Allergie leidet. Die Reaktion zeigt nur, dass der Körper Abwehrzellen gegen die Substanz gebildet hat. Ein Pricktest allein reicht deshalb nicht aus.
  • Ein Bluttest auf spezifisches Immunglobulin E (IgE) zeigt an, ob im Blut Abwehrstoffe gegen bestimmte Eiweiße vorhanden sind. Damit lassen sich Allergien sehr genau definieren.
  • Beim Provokationstest wird der Körper dem Allergen direkt ausgesetzt, zum Beispiel über ein Nasenspray, per Inhalation oder als Schlucktest. Bis auf den Nasentest werden diese Tests stationär unter ärztlicher Beobachtung durchgeführt.

Allergene vermeiden

Die Therapie von Allergien setzt sich zusammen aus der Allergenvermeidung, der Anwendung von Medikamenten zur Linderung der Symptome und der spezifischen Immuntherapie, die auf Heilung abzielt.

Die Allergenvermeidung ist zwar sehr wirkungsvoll, aber in vielen Fällen nur schwer umzusetzen. Gegen Pollen helfen beispielsweise Pollenschutzgitter vor den Fenstern, welche die Pollen zu bis zu 90 % aussperren. Bei einer Allergie auf den Kot von Hausstaubmilben empfiehlt Dr. Riffelmann spezielle milbendichte Matratzenüberzüge. Ganz wichtig ist, dass diese die Matratze komplett umhüllen. Von speziellen Sprays, die Milben auf den Matratzen beseitigen sollen, rät Dr. Riffelmann ab. Sie beseitigen die Milben nicht effektiv.

Symptome lindern

Das bekannteste Medikament gegen allergische Beschwerden ist das Cetirizin. Es wirkt gut, macht jedoch müde. Alternativ empfiehlt der Allergologe zum Beispiel Desloratadin oder Loratadin, das nicht so sehr müde macht.

Zur Linderung von allergischem Heuschnupfen oder Bindehautentzündungen gibt es außerdem gut wirksame und verträgliche Nasensprays und Augentropfen.

Den ausführlichen Beitrag mit Informationen zur spezifischen Immuntherapie lesen Sie im Wochenblatt Folge 24/2018 vom 14. Juni 2018 auf den Gesundheitsseiten.


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