Klimawandel im Garten

Sommerblüher draußen überwintern?

Die Geranien im Kasten lassen und Dahlienknollen gar nicht erst ausgraben: Die milden Wintertemperaturen verlocken zu gärtnerischen Experimenten. Hier erste Erkenntnisse.

Blühende Rosen den ganzen Winter hindurch - daran haben sich viele Gartenbesitzer in den vergangenen Jahren ohne nennenswerte Winterfröste schon gewöhnt. Die sonnig-milden Herbsttage der zurückliegenden Wochen haben auch bei anderen Gehölzen für Frühlingsstimmung gesorgt. Rhododendren, Weigelien und auch Magnolien zeigen noch einmal Blüten. Sinkt das Thermometer über Nacht in den Minusbereich, verfrieren die Blüten. Die Sträucher schwächt das aber nicht.

Momentan zeigen frühjahrsblühende Sträucher wie Weigelien mancherorts eine zweite Blüte. (Bildquelle: Laarmann)

Rosen sollten erst zum Winterende zurückgeschnitten werden. Dann treiben sie bei milden Temperaturen auch jetzt noch Blüten. (Bildquelle: Laarmann)

Geranien im Freien

Anders sieht das bei den wärmeliebenden Kübelpflanzen aus, die in den Sommermonaten Terrassen und Fensterbretter zieren. Sie sollten vor den ersten Minusgraden in ein frostfreies Winterquartier umziehen. Bei Geranien fällt das besonders schwer, weil sie momentan noch in voller Blüte stehen. Wochenblatt-Autorin Sabine Kerstin wagte 2019 daher den Versuch, die Sommerblumen draußen zu überwintern. Auf ihrem Bauernhof im Kreis Soest überstanden die Geranien die Wintermonate prächtig. Der Pflanzkasten stand regen- und windgeschützt in der Fensternische eines Stallgebäudes. Als die Blütenfülle nachließ und die Temperaturen sanken, deckte die Landfrau ihre Blumen mit einigen Zweigen Tannengrün ab. Das isolierte und dekorierte den Kasten.

Gießen nicht vergessen

Wichtig: Die Geranien brauchten am überdachten Standplatz regelmäßig etwas Gießwasser. Die Erde sollte nicht durchnässt, aber leicht feucht sein. Zum Ende des Winters sahen die Geranien etwas mitgenommen aus, weil ihnen Licht und Wärme fehlten, berichtet die Hobbygärtnerin. Nach einer Gabe Langzeitdünger für Balkonpflanzen starteten die Blumen mit steigendem Sonnenstand und höheren Temperaturen schnell ins Wachstum. Insgesamt zeigten sich die im Freiland überwinterten Geranien üppiger und blühfreudiger als zurückgeschnittene Pflanzen aus dem frostfreien Winterquartier. Allerdings: Das Experiment hätte auch misslingen können. Eine Nacht mit extremen Minusgraden kann ausreichen, um die Blumen verfrieren zu lassen.

Dahlien im Beet lassen

Die Knollen der Dahlien sind nicht nur frostempfindlich, sondern mögen auch keine nasse Erde. Auf schweren Böden neigen sie bei feuchtem Winterwetter zum Verfaulen. (Bildquelle: Laarmann)

Unter Hobbygärtnern wird angesichts der milden Winter auch diskutiert, ob Knollenpflanzen wie Dahlien alljährlich im Herbst ausgegraben und frostfrei im Haus überwintert werden müssen. Erfahrene Gärtner sagen: Auf leichten Sandböden kann es gelingen, die Knollen in der Erde über den Winter zu bringen. Dazu deckt man die zurückgeschnittenen Dahlien im Herbst mit Reisig und Laub ab. Auf schweren Böden wird es den Knollen im Boden leicht zu nass. Nach längeren Regenperioden verfaulen sie.


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