Gehölze

Rhododendron richtig düngen

Vor dem ersten Wachstumsschub brauchen Alpenrosen die passende Kraftnahrung mit ausreichend Stickstoff und wenig Salz. Eine Laubschicht im Wurzelbereich wirkt stärkend.

Könnten Pflanzen vor Hunger schreien, müssten sich viele Gartenbesitzer die Ohren zuhalten. Besonders gilt das für Rhododendren, die oft schlecht versorgt sind. „Sie zählen zu den starkzehrenden Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf“, erklärt Gärtnermeister Berthold Bienbeck von der Baumschule Rüskamp in Dülmen. Viele Kunden lassen sich in dem Betrieb, der für sein umfangreiches Rhododendron-Sortiment bekannt ist, zur Pflege von Azaleen und Alpenrosen beraten. Von April bis Oktober sind die Pflanzen im Wachstum und brauchen eine möglichst gleichmäßige Nährstoffversorgung. „Das erreicht man mit modernen, langsam wirkenden Universal-Volldüngern oder Rhododendrondüngern.“

Gärtnermeister Berthold Bienbeck rät, eine Probe des Gartenbodens untersuchen zu lassen, um gezielt zu düngen. (Bildquelle: Laarmann)

N-P-K einfach erklärt

Rhododendren brauchen stickstoffbetonte Dünger. Zugleich sind sie salzempfindlich und mögen keine Dünger mit hohem Chloridgehalt. Spezialdünger wie der organische Azet Rhododendrondünger und der mineralische Osmocote Rhododendrondünger sind darauf zugeschnitten. „Sie zeichnen sich zudem durch einen vergleichsweise niedrigen Phosphatanteil aus, was günstig für die meisten Gartenböden ist“, sagt Berthold Bienbeck. Als Kunde erkennt man das am angegebenen N-P-K-Verhältnis auf der Packung. N steht für Stickstoff, P für Phosphor, K für Kalium. Der Osmocote-Dünger hat beispielsweise ein Verhältnis von 16 % Stickstoff zu 9 % Phosphor zu 10 % Kalium. Auch moderne Blaukorn-Dünger sind keineswegs zu verachten. Gärtnermeister Bienbeck: „Blaukorn Novatec ist eine Variante, die im Profi-Gartenbau unter anderem Namen eingesetzt wird. Wir schätzen und empfehlen sie wegen des ausgewogenen Nährstoffverhältnisses und des geringen Salzgehaltes.“ Der N-P-K-Wert liegt bei 14-7-17. Außerdem enthält der Dünger einen Nitrifikationshemmer. Er sorgt dafür, dass sich Ammoniumanteile des Düngers mit Verzögerung in Nitrat umwandeln. Das ist gut für Pflanzen und Umwelt. Der Dünger eignet sich für viele Gartenpflanzen. Dosiert wird nach Packungsanleitung.

Moderne mineralische Gartenvolldünger enthalten einen Nitrifikationshemmer. Dadurch wird Ammonium langsam in Nitrat umgewandelt. Das ist gut für Pflanzen und Umwelt. (Bildquelle: Kym McLeod/stock.adobe.com)

Berthold Bienbeck nennt folgende Faust­zahlen für Volldünger:

  • 30 bis 60 cm hohe Rhododen­dren – 40 bis 60 g Dünger/m2 Standfläche,
  • 70 bis 120 cm hohe Rhododendren – 90 g Dünger/m2 Standfläche,
  • über 120 cm hohe Rhododendren – 120 g Dünger/m2 Standfläche.

Azaleen benötigen jeweils etwa die Hälfte der hier angegebenen Düngemengen. Gedüngt wird einmal im März bis April und das zweite Mal im Juli. Die Julidüngung darf sparsamer ausfallen; es reichen 30 bis 50 g Volldünger pro 1 m2 Stand­fläche der Pflanzen. Rhododendren können die Nährstoffe nur aus saurem Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5 aufnehmen. Ist er nicht gegeben, schwächeln sie auch bei guter Düngung. Eine Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über den pH-Wert. Der Dünger gehört nicht direkt an den Stamm der Rhododendren, wo er kaum Wasser bekommt und sich schlecht auflöst. Besser verteilt man ihn auf dem Boden im äußeren „Kronenbereich“ der Pflanzen.

Laub und Rinde schützen

Rhododendren sind Bergwaldpflanzen. Sie mögen waldähnlichen Boden, der von Laub und Rindenresten bedeckt ist. Daher harkt man den Boden um Rhododendren nicht „sauber“. Vielmehr mulcht man gern zusätzlich mit verrottetem Eichenlaub, sofern vorhanden. Es macht den Boden saurer, was Rhododendren mögen. Auch Rindenmulch von Nadelgehölzen wirkt sauer auf den Boden und eignet sich zum Mulchen.

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