Bergbau und Klostergärten

Landesgartenschau in Kamp-Lintfort

Die diesjährige NRW-Landesgartenschau führt nach Kamp-Lintfort im Kreis Wesel. Hier prallen Bergbaurelikte auf Spuren barocker Klostergartenkultur.

Einem Bürgerentscheid im September 2017 haben die Besucher der Landesgartenschau 2020 eine der Hauptattraktionen zu verdanken: Schacht 1, der ehemalige Förderturm der ­Zeche Friedrich Heinrich, wurde auf mehrheitlichen Wunsch der Kamp-Lintforter erhalten. Seit wenigen Wochen erstrahlt die Fassade in frisch geputztem Klinkerrot. Ein Fahrstuhl soll in Kürze eingebaut werden, damit Besucher ab Mitte April zur 70 m hohen Aussichtsplattform hinauffahren können. Von dort aus blicken sie auf das 25 ha große, ehemalige Zechengelände mitten in der Stadt.

Auf einen Blick
-Am 17. April öffnet die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort ­ihre Tore.
-Tagestickets kosten für Erwachsene 18,50 €, Kinder von 3 bis 17 Jahren zahlen 2 €.
-Informationen über die Schau, Veranstaltungen und Führungen für Gruppen gibt es unter: www.kamp-lintfort2020.de.
-Mehr über das Kloster Kamp, seine Angebote und die Klostergärten samt Öffnungszeiten und Führungen ist zu finden unter www.kloster-kamp.eu.

Schon viel aufgeräumt

Die umgestaltete Industriebrache ist das Vorzeigeprojekt der Landesgartenschau am linken Niederrhein. Als Zechenpark wird sie angereichert mit Ausstellungsgärten, saisonalen Bepflanzungen, Gastronomie und Angeboten für Kinder. Ein zweiter Besuchermagnet wird das Kamper Gartenreich auf dem Abteiberg rund um das ehemalige Zisterzienserkloster Kamp sein. Hier sind der barocke Terrassengarten, der alte Blumen- und Nutzgarten und der Kräutergarten zu besichtigen. Die üblicherweise frei zugänglichen Klostergärten werden zur Landesgartenschau eingezäunt und eintrittspflichtig.

Ein neu modellierter Grüngürtel bindet die ehemalige Industrie­fläche an die Wohnbebauung der Stadt an. (Bildquelle: Landesgartenschau Kamp-Lintfort)

Neuer Stadtteil

Die frisch begrünte Industriebrache wird nach der Landesgartenschau zum neuen Stadtteil Friedrich Heinrich entwickelt. Geplant sind 1000 Wohnungen, Büros und Geschäftsräume. Ein großer Grün­gürtel mit Promenade, Streichelzoo und Bergbaumuseum wertet das Areal auf. Damit will Kamp-Lintfort, das aktuell rund 38 000 Einwohner zählt, für Zuzügler attraktiv werden.

Wandelweg mit Geschichte

Ebenfalls im Zechenpark sind die Ausstellungsbeiträge der Landschaftsgärtner angesiedelt. Im vergangenen Herbst ­wurden im Zechenpark Stauden und Zwiebelblumen gepflanzt. Die Landschaftsarchitektin und Pflanzplanerin Christine Orel aus Herzogenaurach hat lineare Blühfelder aus Tulpen, Zierlauch, Narzissen und Iriszwiebeln geplant. Die Blumenreihen sollen die Besucher dazu anregen, durch die künstlich gestaltete Landschaft des Zechenparks zu schlendern und diese aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben.

Landschaftsarchitektin Christine Orel peppt die Hügel im Zechenpark mit Tausenden Blumenzwiebeln auf. (Bildquelle: Laarmann)

Wer gut zu Fuß ist, gelangt über den 2,5 km langen Wandelweg vom Zechenpark zum Kloster Kamp. Die Route führt an einem renaturierten Wasserlauf vorbei. Er ist ein Teilstück der Großen Goorley. Sie mündet unterhalb des Klosters in die Fossa Eugeniana, ein zum Rhein führendes spanisches Kanalbauwerk des 17. Jahrhunderts.

Das ehemalige Zisterzienserkloster Kamp ist heute ein Bildungs- und Veranstaltungszentrum. (Bildquelle: Laarmann)

Im Kamper Gartenreich

Der Wandelweg endet am Eingang des Kamper Gartenreiches unterhalb des Klosters. Hier geht es in den Alten Garten am Osthang des Abteiberges. Der frühere Nutzgarten der Mönche wurde 2012 in ­eine Zierfläche umgewandelt. Die Pflanzungen sind nach Blühfarben angeordnet.

Weiter geht es zum Paradiesgarten – eine zur Landesgartenschau neu gestaltete Fläche in drei Terrassen mit Blumen­wiesen, Obstbäumen und einem großen Wasserspiel. Daran schließt sich der barocke Terrassengarten an, der seit jeher viele Gartentouristen anzieht. Der 2,2 ha große Park mit Formgehölzen und farbenfrohen Blumenbeeten wird auch als Sanssouci des Niederrheins bezeichnet. Am besten lässt sich das Gartenkonzept von der oberen Terrasse überblicken.

Der barocke Terrassengarten wurde in ­Anlehnung an den Park von Schloss Sanssouci in Potsdam gestaltet. (Bildquelle: Laarmann)

Einen Gegensatz dazu bietet der Kräutergarten auf der anderen ­Seite des Klosters. Selbst erfahrene Gärtner entdecken hier spannende Würz- und Heilpflanzen. Der ­Garten wird federführend von der Landfrau, Gärtnerin und Kräuterpädagogin Cornelia Merkamp betreut. Sie wird von freiwilligen Helfern unterstützt. Für ange­meldete Gruppen gibt es Führungen; freitagnachmittags ist das Kräuterteam vor Ort.

Den ausführlichen Beitrag sowie attraktive Ausflugsziele in der Nähe der Landesgartenschau finden Sie in der Wochenblattfolge 4/2020.


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