Nachsäen und nachpflanzen

Hochbeet im Juli: Die Lücken füllen

Pak Choi, Winterlauch und Zuckerhut werden jetzt gesät oder gepflanzt. Unsere Hochbeet-Expertin Dorothea Baumjohann erklärt, wie sich die Ernte bis in den Winter hinein ziehen lässt.

Welche Gemüsearten kann ich im Juli auf abgeerntete Flächen im Hochbeet bringen?

Baumjohann: Es gibt eine ganze Reihe passender Nachfolgekulturen. Wo vorher Erbsen standen, können Sie beispielsweise Rote Bete, Winterlauchzwiebeln und Winterporree anbauen. Dazu ein Tipp: Erbsen zählen zu den Stickstoffsammlern. Ihre stickstoffangereicherten Wurzeln kann man im Boden lassen, wo sie wie Dünger wirken. Nur den oberirdischen Teil der Pflanzen schneidet man ab. Wer Winter­porree pflanzen möchte, findet in Gärtnereien ab Juli in der Regel passende Jungpflanzen. Vorgezogene Rote Bete sind dagegen selten. Daher sät man das Gemüse am besten selbst aus und zieht Jungpflanzen heran. Alternativ lassen sich Rote Bete direkt im Hochbeet aussäen. Empfehlenswerte Sorten sind ‘Foniro’ und ‘Rote Kugel’.

So sieht das 1,20 x 2 m große Muster-Hochbeet im Hochsommer aus. Zu Snackpaprika, Chilis, Tomaten, Mangold und Kräutern kommen fünf neue Kulturen. (Bildquelle: Cirkel)

Haben Sie auch Tipps für beson­dere Gemüsearten, die experimentierfreudige Hochbeet-Gärtner kennenlernen sollten?

Baumjohann: Ja, als Alternative zu Roten Bete rate ich zu Gelben Beten, die einen fein-süßlichen, aromatischen Geschmack haben. Sie sind weniger erdig als Rote Bete. Toll sind auch Ringelbete. Das sind rote Rüben mit rot-weiß gestreiftem Fruchtfleisch, die aus Italien kommen und dort Chioggia oder Tonda di Chioggia heißen. Unter diesem Namen finden Sie sie auch bei deutschen Saatgutanbietern. Ihr botanischer Name lautet Beta vulgaris var. Conditiva. In der Anzucht sind die Ringelbeete allerdings etwas schwieriger als Rote oder Gelbe Bete und im Ertrag nicht so hoch wie diese. Wer Ringelbeete dicht sät und nicht vereinzelt, kann die jungen, zarten Blätter als Salat ernten, wenn sie 20 bis 40 cm hoch sind. Eine weitere Möglichkeit ist der Anbau von Pak Choi, ein Kohlgemüse, das in der asiatischen Küche sehr beliebt ist. Man kann ihn sowohl als Salat zubereiten als auch als Gemüse garen. Pak Choi gibt es auch als Minivariante. Am besten ziehen Sie ihn ab Anfang Juli in kleinen Töpfen vor. Setzen Sie die Jungpflanzen Ende Juli ins Beet. Ende September, spätestens Mitte Oktober kann er geerntet werden.

Funktioniert auch Kohl im Hochbeet?

Grundsätzlich ja, aber auf dem begrenzten Platz ist das Liebhaberei. Grünkohlpflanzen brauchen einen Pflanzabstand von 50 cm. Bei einer Beetbreite von 1,20m passen also gerade mal drei Grünkohlpflanzen in eine Reihe. Wenn möglich, ist es besser, die Grünkohlpflanzen nur an den Beetrand zu setzen, sodass ihre Blätter überhängen können und wenig Platz einnehmen. Neben der klassischen Sorte ‘Lerchenzungen’ ist die Sorte ‘Redbor’ mit rotvioletten Blättern einen Versuch wert und ein toller Hingucker im herbstlichen Hochbeet. Bei Rot- und Weißkohl rate ich zu drei Jungpflanzen in Reihe in einem 1,20 x 2 m großen Hochbeet, wenn die gesamte Fläche mit mehreren Gemüsearten belegt sein soll. Die Pflanzabstände mögen anfangs groß erscheinen, sind aber nötig.

Grünkohl nimmt im Hochbeet vergleichsweise viel Platz ein und steht am besten am Rand. (Bildquelle: Baumjohann)

Welchen Salat kann ich im Hochsommer pflanzen?

Dafür eignen sich spezielle Sommersorten. Auf den Saatgut­packungen oder auf de Pflanzenetiketten der Jungpflanzen ist das vermerkt. Während Frühjahrssorten zum Schossen neigen, wenn die Tage länger werden, sind Sommersorten züchterisch so bearbeitet, dass sie längere Tageslichtzeiten tolerieren. Zum Nachpflanzen im Juli eigenen sich Pflücksalate wie ‘Lollo Bionda’ oder die rotblättrigen Sorten wie ‘Lollo Rossa’ oder ‘Pasha’. Auch Endivien und Zuckerhut sind typische Spätsommersalate. Beide sollten bis Mitte Juli in Töpfe gesät und drei bis vier Wochen vorgezogen werden.

Schossfeste Sommersalatsorten bringen auch bei warmen Temperaturen gute Ernten. (Bildquelle: Laarmann)

Von einem Gemüsegärtner habe ich den Rat bekommen, Buschbohnen in Sätzen zu pflanzen. Was bedeutet das?

Gemüse satzweise anzubauen bedeutet, dass Sie nach und nach kleine Mengen aussäen und einige Jungpflanzen heranziehen. Sobald Sie diese ins Hochbeet gepflanzt haben, ziehen Sie in den Töpfen den nächsten Satz Jungpflanzen heran. So strecken Sie den Erntezeitraum und können den knappen Platz im Hochbeet für mehrere Kulturen nutzen. Jungpflanzen von Buschbohnen können Sie noch im Spätsommer pflanzen und im Herbst ernten. Satzweises Säen und Pflanzen funktioniert auch gut bei Salat und Roter Bete.

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