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Werkzeugpflege

Gartenscheren: putzen, schärfen, ölen

Stumpfe Scheren machen die Arbeit mühsam und verursachen Quetschwunden an Pflanzen. Wir erklären, wie die Klingen wieder sauber und scharf werden.

Gartenscheren werden stark beansprucht. Stumpfe Klingen und Schmutz in den Verschraubungen machen sie schwergängig.

Werden Garten- und Astscheren regelmäßig gereinigt, geschärft und gefettet, geht die Arbeit leicht von der Hand. Das Werkzeug hält dann auch lange. Ferdinand Thormann, Gärtnermeister und Ausbilder am Bildungszentrum Deula in Warendorf, kann das bestätigen. „Ich arbeite seit mehreren Jahrzehnten mit derselben Gartenschere. Ich habe allenfalls mal die Klinge ausgetauscht“, berichtet er. Der Profi hat uns gezeigt, welche Hilfsmittel er zur Pflege der seiner Scheren nutzt und wie er sie einsetzt.

Poliervlies und Reiniger

Bevor es ans Schärfen geht, müssen die Geräte meist gereinigt werden. Ferdinand Thormann empfiehlt dafür Polier- oder Schleifvlies für Stahl. Es ist in gut sortierten Baumärkten erhältlich. Poliervlies kann trocken oder zusammen mit Reinigungsflüssigkeit angewendet werden. Als Reiniger eignen sich beispielsweise Multifunktionsspray wie WD40, Universalöl wie Ballistol, aber auch Ketten- oder Bremsenreiniger, zum Beispiel Caramba. Alternativ zu Poliervlies kann feine Stahlwolle oder die raue Seite eines Spülschwamms verwendet werden.

Die Schneiden von Hecken- und Astscheren lassen sich weit öffnen und sind daher einfach zu reinigen. Schwieriger wird es bei den kleineren Garten- und Rosenscheren. Wer sie grundreinigen und anschließend schärfen möchte, sollte den Schneidkopf auseinanderbauen. Das ist bei Markenmodellen wie Felco, Gardena und Fiskars, aber auch bei zahlreichen anderen Modellen möglich.

Die meisten Gartenscheren sind recht einfach auseinander zu bauen. Das erleichtert das Reinigen und Schärfen.

Am besten von Hand

Gartenmesser und manuelle Gartenscheren sollten möglichst von Hand geschärft werden, rät Ferdinand Thormann. Professionelle Schleifer arbeiten mit Nassschleifmaschinen, die das Metall kühlen und dadurch schonen. Wer die Klingen mit einer herkömmlichen Schleifmaschine aus der Hofwerkstatt traktiert, erhitzt sie sehr stark und trägt zudem reichlich Material ab. Zum manuellen Schärfen werden allerlei Schnellschärfer angeboten. Sie tragen jedoch vergleichsweise viel Material von den Klingen ab und erreichen nicht dieselbe Schärfe wie ein Schleifstein, kritisiert Ferdinand Thormann.

Guter Schleifstein

„Ich benutze zum Schärfen meiner Gartenscheren immer einen Belgischen Brocken“, sagt er. Der Naturstein aus den belgischen Ardennen ist ein idealer Schleif- und Abziehstein. Er ist vergleichsweise teuer, dafür aber eine Anschaffung fürs Leben, wie Thormann aus Erfahrung betont. Der Belgische Brocken schleift sehr fein; als blauer Stein weist eine Körnung von 5000 bis 6000, die seltenen gelben Steine haben sogar eine Körnung von 8000. Im Fachhandel für Messer und Scheren werden aber auch andere Natur-, Keramik- und Kunstschleifsteine angeboten, die preisgünstiger sind. Grundsätzlich gilt: Für den ersten Grobschliff darf die Körnung etwas rauer sein, was an der niedrigen Zahl bis etwa 500 zu erkennen ist; für den Feinschliff müssen die Partikel feiner sein, erkennbar an Zahlen zwischen 1000 und 5000.

Ein Schleifstein mit feiner Körnung, hier ein Belgischer Brocken, schärft die Schneide schonend. Das Metall überhitzt nicht.

Ferdinand Thormann benutzt den Belgischen Brocken am liebsten nass. Es reicht, ihn kurz vor Gebrauch mit etwas Wasser zu beträufeln. Andere Schleifsteine legt man richtig in Wasser ein. Beim Schleifen mit dem nassen Stein bildet sich eine feine Paste, die für ein gleichmäßiges Schleifbild sorgt. Die beiden Klingen einer Schere sind genau aufeinander abgestimmt, damit ein scharfer Schnitt entsteht. Um das System intakt zu halten, ist beim Schärfen Fingerspitzengefühl nötig.

Drei Tipps zum Schärfen

Drei Dinge sind beim Schärfen von Scheren zu beachten:

  • Geschärft wird nur die Schneidkante der Klinge. Die Gegenklinge tastet man nicht an.
  • Der Schleifstein nimmt beim Schärfen den Neigungswinkel der Klingenkante möglichst exakt auf.
  • Der beim Schärfen entstehende Grat auf der Rückseite der Klinge muss entfernt werden. Dazu den Schleifstein flach auf die Klingenrückseite legen, um den Grat abzuschleifen.

Werden Handheckenscheren bestimmungsgemäß eingesetzt, ist Schärfen selten nötig. Stumpfe Schneiden lassen sich ebenfalls mit Schleifsteinen schärfen. Dabei ist allerdings Vorsicht angesagt. Geschärft wird nur die Schneidkante auf der Außenseite der Klinge. Dabei ist der Winkel der Kante aufzunehmen.

Ölen nicht vergessen!

Multifinktionsspray schützt vor Rost und macht Verschraubungen leichtgängig.
Die Metallteile der Gartengeräte sollten nach dem Reinigen und Schärfen geölt werden, um Rostansatz zu vermeiden. Dazu eignen sich Werkstatt-Universalöle oder Nähmaschinenöl. Bei Scheren ölt man die Klingenverschraubungen. Das macht die Geräte leichtgängig.